Danksagung

Einfach öfter mal laut danken:

Danke, für diesen guten Morgen,
Danke, für jeden neuen Tag,
Danke, dass ich all‘ meine Sorgen
Auf Dich werfen mag.

Danke, für alle guten Freunde,
Danke, o Herr, für jedermann,
Danke, wenn auch dem größten Feinde
Ich verzeihen kann.

Danke, für meine Arbeitsstelle,
Danke, für jedes kleine Glück
Danke, für alles Frohe, Helle
Und für die Musik.

Danke, für manche Traurigkeiten,
Danke, für jedes gute Wort,
Danke, dass Deine Hand mich leiten
Will an jedem Ort.

Danke, dass ich Dein Wort verstehe,
Danke, dass Deinen Geist Du gibst,
Danke, dass in der Fern‘ und Nähe
Du die Menschen liebst.

Danke, Dein Heil kennt keine Schranken,
Danke, ich halt‘ mich fest daran,
Danke, ach Herr, ich will Dir danken,
Dass ich danken kann.

Text und Musik: Martin Gotthard Schneider 1963

Worte 71-11

Die aufmüpfig gewordene Szene diskutiert in einer konspirativen Wohnung den Holocaust. Der Rasterfahndung nach einer Nulllösung in der Ellenbogengesellschaft folgt ein Heißer Herbst.

Ein Umweltauto schafft es mit Glykol bis nach Tschernobyl. AIDS, Kondom und Gesundheitsreform schränken die Reisefreiheit in die neuen Bundesländer ein.

Das Feindbild Besserwessi sorgt für Politikverdrossenheit und Sozialabbau im Superwahljahr. Multimedia gibt es ausschliesslich im Sparpaket, gleichwohl trägt der Reformstau das angesagte Rot-Grün.

Das Millennium wird von der Schwarzgeldaffäre eingeläutet und der 11. September erscheint als Menetekel für den Teuro. Das alte Europa darbt trotz Hartz IV, während die Bundeskanzlerin auf der Fanmeile menschelt.

Nach überstandener Klimakatastrophe sorgt die Finanzkrise für eine Abwrackprämie, welche beim Wutbürger einen Stresstest auslöst.

Rätselhaft

Nach dem livehaftigen Zapfenstreich nun der nächste musikalische Leckerbissen auf dem Marktplatz zu Heilbronn. Mit wahnwitzigen Ohrwürmern wie „Mit meiner Balalaika war ich der König auf Jamaika“ oder Gassenhauern von „Ich hab noch Sand in den Schuhen aus Hawaii“ über „Schuhe so schwer wie Stein“ bis zu „Auf der Straße der Sehnsucht“ erzählt unser Gesuchter vom erbarmungslosen Tingeltangel-Leben.

Wer ist der Huldiger der schwarzen Madonna?

Weissgeldstrategie

Auf CH-Banken geparktes Schwarzgeld rein zu waschen, dauert schon etwas. Einigen teutonischen Anlegern zu lange, und so versuchen sie ihr eingeschafftes Vermögen wieder auszuschaffen, bevor es Zwanzig 13 schlägt oder herber Griechischer Wein den Kurs weiter verwässert.

Die Schweizer Bankster zahlen aber mittlerweile nur noch bescheidene Bar-Beträge aus, weil sie fürchten, den mit dem Grossen Kanton ausgemauschelten Ablasshandel aus der eigenen Schatulle alimentieren zu müssen.

Guy Fawkes Maske zum Ausschneiden

Leutselig getraut sich der nach der milliardenteuren Londoner Zocker-Nullnummer vorerst interimistisch eingesetzte UBS-Chef Ermotti halbwegs Eier zu zeigen, anstatt wie gewohnt weiter herumzueiern:

«Die Schweiz ist reich geworden durch Schwarzgeld. Wenn wir überall einen Schwarzen Peter verteilen würden, wo unversteuertes Geld drin ist, wäre die ganze Bahnhofstrasse voll von Schwarzen Petern.»

Von einem der ihren blossgestellt zu werden, ist fast schon ketzerisch und getroffen jault das hiesige Finanzestablishment auf. Alle Hoffnung gilt nun der baldigen Ankunft des Messias am Paradeplatz. Insiderwissen wird der schiffsflüchtige Ex-Oberbankster von der Deutschen Bundesgang für die 2 Mio. Handgeld (plus Salär, plus Aktienpaket, plus Bonus) schon genügend mitbringen, um den Strategiewechsel profitabel zu deichseln.

Aus Schwarz wird Weiss, Hauptsache die Kohle bleibt hier.

Schlanderei

Auch der Hobbyschweizer hat sich beim Studium der Yülcel-Kolumnen zum globalen Prollsport vor Lachkrämpfen den Bauch gehalten. Sowohl letztes Jahr bei den Jungs, wie auch dieses Jahr bei den Mädels waren die Leser-Reaktionen in der TAZ die perfekt abgeschmackte Zutat. Zumeist völlig humorbefreit hat sich die grünalternative Spiesserschaft mit Leserkommentaren tapfer selber blamiert und ziemlich nackig gemacht.

Die 30 Riesen sind als Schmerzensgeld völlig ok und der Wrobel Ignaz tät sich bestimmt mitfreuen:

„Dürfen darf man alles – man muß es nur können.“

Sauschwaben

Schwaben tun sich nicht nur mit dem Zungenschlag schwer. Auch in Sachen Zuneigung von Nicht-Schwaben benötigen sie dringend Nachhilfe. Ein Zeitungsausträger aus Berlin-Neukölln hat jüngst gestanden, aufgrund chronischem «Schwabenhass» Kinderwagen im Bezirk Prenzlauer Berg abgefackelt zu haben.

Porno-Hippie-Schwaben raus aus Mitte! — selbst die joviale Mittwoch-Schicht im Stimmungslokal Mysliwska versuchte mit solchen Parolen bereits um die Jahrtausendwende den angehenden Hobbyschweizer vom Barhocker zu moppen — doch, Moment mal, Feuer hin, Brand her: sind die in Schwabenhausen zuhauf abgefackelten Automobile nicht fast allesamt süddeutscher Provenienz?

Audi, BMW und Mercedes-Benz sind unser Unglück?!

Von der Eidgenossenschaft wurde seit den Schwabenkriegen ein klarer Grenzstrich gezogen und der nachbarschaftliche Streit mit den Schwaben beschränkte sich auf blosse Verbalinjurien. Seit aber die nördlichen Nachbarn auf der Suche nach Milch und Honig vermehrt den Rhein überqueren, sinkt die Reizschwelle wahrnehmbar.

Noch spielt die sich naiv gebende rechtsnationale SVP heutzutage nur mit faschistoider Propagandaästhetik. Sie würde sich kaum erlauben, das im obigen Plakat (mit grenzwertigem Humor) vom Juden zum Schwaben mutierte Feindbild zu übernehmen, obgleich derartige Personifikationen ziemlich treffend das paranoide Weltbild ihrer Anhänger beschreiben.

Die SVP ist aber bauernschlau genug, die zugewanderten Sauschwaben aller Länder für die Migrationsfolgen in der Schweiz haftbar zu machen und der eifrig geschürten Angst vor Überfremdung das Heilsversprechen einer Helvetisierung entgegenzusetzen.

*   *   *

PS: Historische Hintergründe zum Thema Sauschwaben hier.
Ein eher zeitgeistliches Essay findet sich da.

Spätzle über alles

Während in Berlin-Kreuzberg wie immer zünftig, aber vorbildlich friedfertig in den Mai hinein gefeiert wurde, tanzten schiesswütige Amis und teutonische Nazis aus der Reihe.

Die einen versenkten einen Zombie indianischer Provenienz, die anderen tonnenweise schwäbische Teigwaren.

Ein im Spätzleparadies ortsansässiger und daher schlachtfester Nitzel-Möger berichtete, dass sich einheimische Glatzen zunächst für 2 Mio ΕΥΡΩ an Spätzle mit brauner Sosse in der Heilbronner Bahnhofsgaststätte labten, bevor sie sich beim lokalen Arbeitsamt als reinrassige Spatzen bewerben wollten. Leider war die Agentur für Arbeit am Tag der Arbeit aber geschlossen.

Nun kam den nationalen Spatzen vor lauter Ärger die viele Sosse wieder hoch, und sie ergaben sich vereint in den gerade vorbeifliessenden Fluss.

Die völkischen Spatzenhirne genossen so zum Trost einen herrlichen Blick auf den braun gefärbten Neckar, derweil die grünrote Polizei lieber den Fahrradweg sicherte.

Sprachforderung

Natürlich sind es wieder einmal die lustigen Volksmutanten von der Schweizer Volkspartei, welche instinktsicher mit der Bevölkerung Witterung aufnehmen und eine Initiative für die Deutschschweizer Mundarten lancieren.

Im Kanton Zürich wird seit 2008 im Kindergarten (Vorschule mit obligatorischem Besuch) teilweise auf Schriftdeutsch (Standardsprache) unterrichtet, wobei die Kinder frei parlieren können, ganz wie sie wollen. Eigentlich sinnvoll: frühzeitig angeboten erlernen Kinder leichter Fremdsprachen und das Schweizerdeutsch besitzt als Mundart keine (einheitliche) Schriftsprache.

Die angestrebte Rolle Rückwärts der Hauchdeutsch-Nerds soll das Schriftdeutsche komplett aus dem Kindergarten verbannen. Mundart sei Beziehungssprache und ein Kulturgut, der pädagogische Nutzen der Standardsprache hingegen nicht nachgewiesen.

Stimmt.

Schwiizertüütsch ist amüsanter.

Wahlfälschung

Die Schicksalswahl im Ländle endet mit einer dreisten Überraschung: trotz der von allen Beobachtungsstationen weitgehend übereinstimmend übermittelten Messwerten eines deutlich gesunkenen Anteils an der Gesamtstimmung bleibt die dunkle Seite der Macht aufgrund eines rigorosen Eingriffs in die Wahlmaschinerie weiterhin übermächtig.

Mafioso beim Betreten des zentralen Wahllokals

Hauptverantwortlich für diesen wahltechnischen Super-GAU ist ein leidlich bekannter Mafioso, welcher beim Fälschen des zentralen Wahlcomputers von der Überwachungskamera erfasst werden konnte.

Mafioso beim Fingieren der Wählergunst

Die Folgen dieses Desasters sind noch nicht in aller Gänze abzuschätzen, sicher scheint bislang nur, dass es leider auch in Zukunft unnötig viele verstrahlte Kinder geben wird.

Trauriger Kolateralschaden: völlig verstrahltes Kleinkind