Abartig schräge Döner-für-1-Cent-Aktion in Heilbronn (D). Wartezeit eine Stunde.
Sofameister
Mit einem fast ausschliesslich auf der Resterampe zusammengestellten Team gelang dem FC Thun ein verblüffender Triumph gegen finanziell wie sportlich weit überlegene gleichwohl arg schwächelnde Konkurrenz aus Basel, Bern und Zürich, welche in den letzten 25 Jahren jeweils den Schweizer Fussballmeister stellten. Dass der völlige Underdog und Aufsteiger (!) aus dem Berner Oberland als kleinster Club mit dem kleinsten Budget in der Liga derart durchmarschieren konnte lag jedoch nicht am heimischen Kunstrasen oder purem Glück, sondern vor allem am erfolgreich kultiviertem Aussenseiterfussball, der in der Challenge League zunächst prima eingeübt und in der Super League dann zur Perfektion entwickelt wurde.
Bei meist weniger Ballbesitz war das vertikale Umschaltspiel ganz ohne grosse Stars oft zwingend und führte zu 17 verschiedenen Torschützen bei einem mit Abstand besten Torverhältnis. Dabei konnte sich der FC Thun dank des grossen Vorsprungs in den letzten fünf Spielen gar vier Niederlagen erlauben, bevor nach einigen vergebenen Matchbällen aus dem zunehmenden Nervenspiel drei Spieltage vor Saisonschluss dank fremder Hilfe durch Sion beim ersten Verfolger St. Gallen endlich das hochverdiente Happy End zur Realität wurde.
Das helvetische Fussballmärchen wird vermutlich keine allzu lange Fortsetzung finden, da naturgemäss Begehrlichkeiten von und an Spielern gepaart mit finanziellem Druck einem relativ kleinen Verein schnell an seine Grenzen und quasi als Opfer des eigenen Erfolges in die Bredouille bringen. Doch dürfte eine der weltweit grössten Sensationen im Klubfussball die Herzen aller Puristen & Liebhaber zumindest kurzzeitig etwas freudiger schlagen lassen.
Manger les riches
Offizielle 1. Mai-Demonstration – Bilanz
Ab 9.30 Uhr besammelten sich mehrere tausend Personen beim Helvetiaplatz zum bewilligten 1. Mai-Umzug. Kurz nach 10.30 Uhr setzte sich der Demonstrationszug auf folgender Route in Richtung Innenstadt in Bewegung:
Helvetiaplatz – Ankerstrasse – Kanonengasse – Militärstrasse – Kasernenstrasse – Gessnerbrücke – Usteribrücke – Usteristrasse – Löwenstrasse – Bahnhofplatz – Bahnhofstrasse – Uraniastrasse – Rudolf-Brun-Brücke – Limmatquai – Bellevueplatz – Sechseläutenplatz.
Die Umzugsspitze traf um 12.15 Uhr auf dem Sechseläutenplatz ein. An der Demonstration nahmen auch mehrere hundert zum Teil vermummte Personen teil, die der linksautonomen Szene zuzuordnen sind. Aus diesen Kreisen wurden mehrfach Böller und Rauchpetarden gezündet. Entlang der Umzugsroute kam es zu diversen Sprayereien.»

Live Funkbild
Kulturrevolution
Der Fertigsuppenhersteller Knorr aus Heilbronn wurde erst von Maizena in Hamburg geschluckt, dann folgte der Erwerb durch Bestfoods in New Jersey gefolgt vom Weiterverkauf an Unilever in zunächst Rotterdam dann London und jetzt wird McCormick & Co. aus Maryland die noch aktuellen Restbestände übernehmen. Dazu gehört auch das Schweizer Nationalheiligtum Aromat – eine Glutomatbombe sondergleichen und wie andernorts Salz und Pfeffer ein lukullisch wie sozial egalitärer Standard auf dem helvetischen Esstisch. Durch raffiniertes Marketing verdrängte jene in Thayngen direkt an der Grenze zu Deutschland hergestellte Streuwürze der ehemaligen Knorr-Tochter das vorherrschende Maggi aus dem gerade mal 10 Kilometer entfernten Singen einst innert kürzester Zeit.
Erbswurstbauch – Werbeplakat von Leonetto Cappiello, ca. 1934
In der Deutschschweiz jedoch regt sich ob der feindlichen Übernahme aus Übersee Widerstand und wieder einmal wird die eidgenössische Eigenständigkeit idealisiert und Identität mit Geschichte verschwurbelt. Eine Online-Kampagne («Aromat ghört dr Schwiiz») wurde gestartet und erfährt einige mediale Resonanz, zumal ein weiterer Ausverkauf Schweizer Markenwerte beklagt und für eine nationale Rettung recht kräftig geweibelt wird.
Um diese etwas hysterisch anmutende Geschmacksverirrung aufgrund permanenter Indoktrination durch generationsübergreifende Geschmacksverstärkung besser einordnen zu können empfiehlt sich ein Besuch auf einem Schweizer Online-Marktplatz, wo für die im Winter 25/26 erschienene limitierte Edition von Kartoffelchips geradezu Unsummen verlangt und geboten werden. Und das sogar für leere (!) Verpackungen.
Womöglich entsteht aus naiv unbeabsichtigter Globalisierungskritik ein VEB Aromat. Und prima ginge Nestlé (Frankfurter Gene, Maggi!) gleich darin auf.
Die neoliberale Ordnung mit ihren lang gehegten Glaubenssätzen liegt in Trümmern. Die ‹regelbasierte› internationale Ordnung ist tot und mit ihr die Credos des Freihandels, des freien Wettbewerbs und der freien Konkurrenz. Jedoch bleiben die erhofften positiven Effekte dieses Zerfalls aus. Vielmehr offenbart sich die destruktive Natur des imperialistischen Monopolkapitalismus immer deutlicher und mittlerweile nicht mehr nur in der globalen Peripherie.
Don’t Look Up
Das Astronomy Picture of the Century ist fix für den 13. April 2029 versprochen, wenn die RAMSES-Mission von ESA und JAXA den Asteroiden Apophis zusammen mit der Erde prominent im Hintergrund und Fokus der Bordkamera hat und mit der entsprechenden Tiefenschärfe im richtigen Moment während des nahen Vorbeiflugs der Auslöser betätigt wird. Mond war gestern.
Es wird einiges an Umsicht nötig sein, da sich exakt zu jenem Zeitpunkt zudem ein Chinesischer und ein US-Amerikanischer Satellit zum Stelldichein angekündigt haben. Eine Massenkarambolage gilt es dabei unbedingt zu vermeiden, um den Erdbahnkreuzer nicht versehentlich aus seiner glücklicherweise sich als eher harmlos erwiesenen Bahn zu kegeln. Auf fast allen Missionen sollen kleine CubeSats freigesetzt werden, welche bei einer Kantenlänge von gerade mal 10 Zentimetern relativ sanft auf dem Besucher landen können, ohne dessen Bahnkorrektur auszulösen.
Benötigt ab Mitte April 2029 vermutlich keine Montage mehr | NASA
Nach der Entdeckung sowie den ersten Beobachtungen von Asteroid Apophis gab es eine zwar geringe Wahrscheinlichkeit von nicht ganz 3 Prozent, dass der über 300 Meter grosse Brocken ein Volltreffer werden könnte, doch sorgte dies bereits für eine Einstufung in der höchsten Risikoklasse der planetarischen Verteidigung. Mittlerweile kann ein Einschlag auf der Erde für die nächsten 100 Jahre statistisch ausgeschlossen werden. Allerdings könnte es die der Erde zugewandte Mondseite treffen, da die Bahn des aufgespürten Wiedergängers jeweils zwischen Erde und Mond hindurchführt.
Ein Meteor bis zu einem Zentimeter erzeugt eine gewöhnliche Sternschnuppe, bei grösseren Eindringlingen bis zu einem Meter wäre ein beeindruckender Feuerball bzw. Bolide zu sehen. Alles grösser als ein Meter heisst dann Asteroid und diese sind mehr oder weniger regelmässig um die Sonne rotierende Restbestände aus der Zeit der Entstehung des Planetensystems. Bei zehn Metern und mehr kommen wir dann schon in den Bereich von Chelyabinsk. Einer Grösse von 50 Meter entspräche etwa dem Einschlag im Barringer Krater in Arizona mit einer Meile Durchmesser oder dem Tunguska Ereignis, als 2000 Quadratkilometer Sibirischer Wald flach gelegt wurden. Bei Körpern wie Apophis und grösser sind gemäss ESA-Jargon dann sogenannte überregionale Schäden zu erwarten. Im Vergleich zum berüchtigten Dinokiller sind das freilich alles nur kleine Kieselsteine.
Bislang wurden 1,2 Millionen Asteroiden im Sonnensystem detektiert wovon 36’000 als Erdnahe Objekte gelten. Davon wiederum haben es ca. 5% auf die Risikoliste der ESA geschafft und geniessen damit besondere Aufmerksamkeit und Beobachtung. Momentan liegt ein gewisser Bennu mit einem jedoch negativen Impactscore (= Einschlag wird nicht erwartet) in Führung.
Allerdings kam der überraschende Knaller von Tscheljabinsk 2013 direkt aus Richtung Sonne und konnte sich so vor frühzeitiger Entdeckung durch sämtliche Frühwarnsysteme clever tarnen.
Arschlochismus
Prima Bedingungen für das Arschlochsein heutzutage: Ellenbögelen, Rücksichtlosigkeit und Gier gelten als Auswüchse des real existierenden Kapitalismus und sind damit immanent entschuldbar. Populistische Vorreiter propagieren das oft männliche und kontrarevolutionäre Arschlochsein in Abgrenzung zum propagierten Feindbild Gutmensch. Vibeshift nur Hilfsausdruck, Regelkonformität steht für Loser und Materialismus dominiert Idealismus. Move fast, break things. Selbstbezogene Arschlöcher haben also Konjunktur, dabei ist die dunkle Seite jedweder Persönlichkeit denselben meist bekannt und hoffentlich bewusst. Die Übergänge jedoch scheinen fliessend und bedürfen dringend der Justierung durch die Aussenwelt.
Fear ist the path to the dark side.
Fear leads to anger.
Anger leads to hate.
Hate leads to suffering.I sense much fear in you.
Meister Yoda im Dialog über den rechten Weg mit dem noch sehr jungen Luke Skywalker
Separation
In die Sonne schauen
Treibstoff
Antimotion
Exakt 92 Antiprotonen durften eine vier Kilometer lange Runde drehen.
No antinucleon was hurt during the test.
Anti matters
Damit die im CERN bei Genf erzeugten Antiprotonen besser beforscht werden können, sollen sie von der magnetischen Umgebung des Teilchenbeschleunigers isoliert werden. In Düsseldorf (D) gibt es bereits eine geeignete und gut abgeschirmte Laboreinrichtung in Sachen Antimaterie. Nun hat man eine schrankgrosse Vakuum-Falle entwickelt und diese nahe dem absoluten Nullpunkt gekühlt, damit die Antimaterie dort drin wie unbeweglich verharrt und quasi als Stückgut auf einem Truck transportiert werden kann.
Als erster Transporttest wird die stromversorgte Falle am 24. März 2026 möglichst vorsichtig auf dem CERN-Gelände eine Runde drehen, bevor die 800km lange Fahrt ins Rheinland gewagt werden kann. Die Vorsicht ist in erster Linie nicht der Sorge einer explosiven Zerstrahlung der ca. 100 Antiprotonen geschuldet, da jene Teilchenmenge hierfür um einige Grössenordnung zu gering ist. Nicht einmal ein «Plopp» soll bei einem Misserfolg zu spüren sein. Doch ist das Erzeugen, Fangen und Abscheiden der Antimaterie durch den Teilchenbeschleuniger äussert langwierig und im kommenden Sommer wird die Anlage aufgrund einer turnusmässigen Revision für zwei Jahre stillgelegt. Von daher könnte es schon noch etwas dauern, bevor ein Überholen der schockgefrosteten Antimaterie auf einer europäischen Autobahn möglich erscheint.
Satellite of junk
Zeitlupe
Obacht – wichtige Durchsage:
Weltuntergang doch zwei Tage früher – die Lustigen Jungs hatten sich 1954 leicht verrechnet.
Darstellung der komprimierten Zeitläufte im Universum durch Thomas Boller
Jodelei an Samhain
Delikat Essen CXLIX
Knackis keltern Württemberger
Delikat Essen CXLVIII
Delikat Essen CXLVII
«Für aktive Geniesser» – dort der kompletten Werbesprech.
entropie ist schön
entropie ist schön
das gegenteil ist schön
wachstum ist schön
veränderung ist schön
dasein ist schön
ordnung ist schön
das gegenteil ist schön
materie ist schön
energie ist schön
botanik ist schön
sanskrit ist schön
das gegenteil ist schön
verzieht ist schön
irrtum ist schön
bedeutung ist schön
wahrheit ist schön
das gegenteil ist schön
entropie ist schön
Eugen Gomringer (1925-2025)
Erdapfelweitstoss
Betschart Mauro vom STV Schwyz siegte im Stossen mit der 83,5 kg schweren Kartoffel beim ESAF 2025. Mit 3,98 Meter waren dies gerade mal 3 cm Vorsprung auf den Zweitplatzierten, welcher noch im Vorkampf den 21-jährigen Schweizer Rekord um 5 cm auf 4,16 Meter steigerte. Der neue Rekordmann übertrat leider bei seinem letzten Versuch den Balken, was ihn wohl den Sieg kostete.
PS: Schwingerkönig 2025 wurde ein lachender Dritter, da der Schlussgang unentschieden endete.














