Sofameister

Mit einem fast ausschliesslich auf der Resterampe zusammengestellten Team gelang dem FC Thun ein verblüffender Triumph gegen finanziell wie sportlich weit überlegene gleichwohl arg schwächelnde Konkurrenz aus Basel, Bern und Zürich, welche in den letzten 25 Jahren jeweils den Schweizer Fussballmeister stellten. Dass der völlige Underdog und Aufsteiger (!) aus dem Berner Oberland als kleinster Club mit dem kleinsten Budget in der Liga derart durchmarschieren konnte lag jedoch nicht am heimischen Kunstrasen oder purem Glück, sondern vor allem am erfolgreich kultiviertem Aussenseiterfussball, der in der Challenge League zunächst prima eingeübt und in der Super League dann zur Perfektion entwickelt wurde.

Bei meist weniger Ballbesitz war das vertikale Umschaltspiel ganz ohne grosse Stars oft zwingend und führte zu 17 verschiedenen Torschützen bei einem mit Abstand besten Torverhältnis. Dabei konnte sich der FC Thun dank des grossen Vorsprungs in den letzten fünf Spielen gar vier Niederlagen erlauben, bevor nach einigen vergebenen Matchbällen aus dem zunehmenden Nervenspiel drei Spieltage vor Saisonschluss dank fremder Hilfe durch Sion beim ersten Verfolger St. Gallen endlich das hochverdiente Happy End zur Realität wurde.

Das helvetische Fussballmärchen wird vermutlich keine allzu lange Fortsetzung finden, da naturgemäss Begehrlichkeiten von und an Spielern gepaart mit finanziellem Druck einem relativ kleinen Verein schnell an seine Grenzen und quasi als Opfer des eigenen Erfolges in die Bredouille bringen. Doch dürfte eine der weltweit grössten Sensationen im Klubfussball die Herzen aller Puristen & Liebhaber zumindest kurzzeitig etwas freudiger schlagen lassen.

Manger les riches

«Die offizielle 1. Mai-Demonstration 2026 durch die Zürcher Innenstadt mit der Schlusskundgebung auf dem Sechseläutenplatz verlief ohne grössere Probleme.

Ab 9.30 Uhr besammelten sich mehrere tausend Personen beim Helvetiaplatz zum bewilligten 1. Mai-Umzug. Kurz nach 10.30 Uhr setzte sich der Demonstrationszug auf folgender Route in Richtung Innenstadt in Bewegung:

Helvetiaplatz – Ankerstrasse – Kanonengasse – Militärstrasse – Kasernenstrasse – Gessnerbrücke – Usteribrücke – Usteristrasse – Löwenstrasse – Bahnhofplatz – Bahnhofstrasse – Uraniastrasse – Rudolf-Brun-Brücke – Limmatquai – Bellevueplatz – Sechseläutenplatz.

Die Umzugsspitze traf um 12.15 Uhr auf dem Sechseläutenplatz ein. An der Demonstration nahmen auch mehrere hundert zum Teil vermummte Personen teil, die der linksautonomen Szene zuzuordnen sind. Aus diesen Kreisen wurden mehrfach Böller und Rauchpetarden gezündet. Entlang der Umzugsroute kam es zu diversen Sprayereien.»

Live Funkbild

Don’t Look Up

Das Astronomy Picture of the Century ist fix für den 13. April 2029 versprochen, wenn die RAMSES-Mission von ESA und JAXA den Asteroiden Apophis zusammen mit der Erde prominent im Hintergrund und Fokus der Bordkamera hat und mit der entsprechenden Tiefenschärfe im richtigen Moment während des nahen Vorbeiflugs der Auslöser betätigt wird. Mond war gestern.

Es wird einiges an Umsicht nötig sein, da sich exakt zu jenem Zeitpunkt zudem ein Chinesischer und ein US-Amerikanischer Satellit zum Stelldichein angekündigt haben. Eine Massenkarambolage gilt es dabei unbedingt zu vermeiden, um den Erdbahnkreuzer nicht versehentlich aus seiner glücklicherweise sich als eher harmlos erwiesenen Bahn zu kegeln. Auf fast allen Missionen sollen kleine CubeSats freigesetzt werden, welche bei einer Kantenlänge von gerade mal 10 Zentimetern relativ sanft auf dem Besucher landen können, ohne dessen Bahnkorrektur auszulösen.

Benötigt ab Mitte April 2029 vermutlich keine Montage mehr  | NASA

Nach der Entdeckung sowie den ersten Beobachtungen von Asteroid Apophis gab es eine zwar geringe Wahrscheinlichkeit von nicht ganz 3 Prozent, dass der über 300 Meter grosse Brocken ein Volltreffer werden könnte, doch sorgte dies bereits für eine Einstufung in der höchsten Risikoklasse der planetarischen Verteidigung. Mittlerweile kann ein Einschlag auf der Erde für die nächsten 100 Jahre statistisch ausgeschlossen werden. Allerdings könnte es die der Erde zugewandte Mondseite treffen, da die Bahn des aufgespürten Wiedergängers jeweils zwischen Erde und Mond hindurchführt.

Ein Meteor bis zu einem Zentimeter erzeugt eine gewöhnliche Sternschnuppe, bei grösseren Eindringlingen bis zu einem Meter wäre ein beeindruckender Feuerball bzw. Bolide zu sehen. Alles grösser als ein Meter heisst dann Asteroid und diese sind mehr oder weniger regelmässig um die Sonne rotierende Restbestände aus der Zeit der Entstehung des Planetensystems. Bei zehn Metern und mehr kommen wir dann schon in den Bereich von Chelyabinsk. Einer Grösse von 50 Meter entspräche etwa dem Einschlag im Barringer Krater in Arizona mit einer Meile Durchmesser oder dem Tunguska Ereignis, als 2000 Quadratkilometer Sibirischer Wald flach gelegt wurden. Bei Körpern wie Apophis und grösser sind gemäss ESA-Jargon dann sogenannte überregionale Schäden zu erwarten. Im Vergleich zum berüchtigten Dinokiller sind das freilich alles nur kleine Kieselsteine.

Bislang wurden 1,2 Millionen Asteroiden im Sonnensystem detektiert wovon 36’000 als Erdnahe Objekte gelten. Davon wiederum haben es ca. 5% auf die Risikoliste der ESA geschafft und geniessen damit besondere Aufmerksamkeit und Beobachtung. Momentan liegt ein gewisser Bennu mit einem jedoch negativen Impactscore (= Einschlag wird nicht erwartet) in Führung

Allerdings kam der überraschende Knaller von Tscheljabinsk 2013 direkt aus Richtung Sonne und konnte sich so vor frühzeitiger Entdeckung durch sämtliche Frühwarnsysteme clever tarnen.

Anti matters

Damit die im CERN bei Genf erzeugten Antiprotonen besser beforscht werden können, sollen sie von der magnetischen Umgebung des Teilchenbeschleunigers isoliert werden. In Düsseldorf (D) gibt es bereits eine geeignete und gut abgeschirmte Laboreinrichtung in Sachen Antimaterie. Nun hat man eine schrankgrosse Vakuum-Falle entwickelt und diese nahe dem absoluten Nullpunkt gekühlt, damit die Antimaterie dort drin wie unbeweglich verharrt und quasi als Stückgut auf einem Truck transportiert werden kann.

Als erster Transporttest wird die stromversorgte Falle am 24. März 2026 möglichst vorsichtig auf dem CERN-Gelände eine Runde drehen, bevor die 800km lange Fahrt ins Rheinland gewagt werden kann. Die Vorsicht ist in erster Linie nicht der Sorge einer explosiven Zerstrahlung der ca. 100 Antiprotonen geschuldet, da jene Teilchenmenge hierfür um einige Grössenordnung zu gering ist. Nicht einmal ein «Plopp» soll bei einem Misserfolg zu spüren sein. Doch ist das Erzeugen, Fangen und Abscheiden der Antimaterie durch den Teilchenbeschleuniger äussert langwierig und im kommenden Sommer wird die Anlage aufgrund einer turnusmässigen Revision für zwei Jahre stillgelegt. Von daher könnte es schon noch etwas dauern, bevor ein Überholen der schockgefrosteten Antimaterie auf einer europäischen Autobahn möglich erscheint.

entropie ist schön

entropie ist schön
das gegenteil ist schön

wachstum ist schön
veränderung ist schön
dasein ist schön
ordnung ist schön

das gegenteil ist schön

materie ist schön
energie ist schön
botanik ist schön
sanskrit ist schön

das gegenteil ist schön

verzieht ist schön
irrtum ist schön
bedeutung ist schön
wahrheit ist schön

das gegenteil ist schön
entropie ist schön

Eugen Gomringer (1925-2025)

Aufstand von Rechts

Eine linke widerständige Bewegung kommt vom theoretischen Ansatz her seit den 1960ern immer aus Bildungsmilieus und eine rechte aus einfacheren, nichtakademischen Milieus. Die Linke orientiert sich an Zukunftsutopien, die Rechte an Vergangenheitsmythen. Ersteres ist komplexer. Im Moment herrscht Drang nach weniger Komplexität und Sehsucht nach „alter Männlichkeit“, also gibt es Raum für rechts.

Trump ist aber kein Rechter, das sollte nun langsam klar sein! Der ist nur am eigenen Ruhm und Nutzen orientiert und wendet sich opportunistisch wo immer nötig. Im Moment gibt er den Rechten Zucker, da sie ihn unterstützen, da sie es waren, die zu seinen Gunsten das Kapitol gestürmt haben. Aber im Kern weiss er nicht wirklich, was er tut. Er ist eine Ausgeburt des Spektakels und hat weder Ideologie ausser „Deals“, noch kann er Theorien wirklich verstehen – sie interessieren ihn nicht, wenn er mehr als 10 Minuten reflektieren müsste. Er lebt nicht in der düsteren „Walhalla-Welt“ von Bannon und Co.

Ist es wirklich immer noch so schwierig, das Persönlichkeitsbild eines pathologischen Narzissten zu verstehen? Viele derzeitigen Anführer der Rechtspopulisten zeigen im Übrigen auffällige narzisstische und antisoziale Züge, aus solchen auffälligen Figuren kann man keine „Aufstandstheorien“ ableiten, denn sie sind ihr eigenes Universum und daneben interessiert sie nicht viel. Das „Spektakel“ produziert im Übermass Narzissten und einige schwemmt es nach oben.

Wenn wir belastbare Ansätze zur Festigung und Weiterentwicklung der Demokratien formulieren wollen, müssen wir pragmatisch gemeinsam das Beste aus den bisherigen Ideen herausfiltern, und darum aus den „Bubbles“ und unreflektierten Rollen herauskommen. Von den „Gebildeten“ kann man dafür mehr verlangen, denn sie haben in der Regel mehr Möglichkeiten zur Offenheit. Wenn linke Bewegungen das vermehrt anstreben, ist das halbe Problem schon gelöst, denn die Rechte handelt aus Positionen von Kränkung und niedrigerem Selbstwert heraus und Theorien sind nur ein Abwehrkonstrukt bzw. Aufwertungsphantasie.

Regina Probst, Kommentar in Republik

Vermächtnis

Erwähnt wurde das Zitat bei einem Videocall und das überraschte schon etwas. Die korrekte Einordnung fehlte bzw. gelang nicht zur bloss im Nachhinein erhellten Gänze und erst jetzt wurde verblüfft erkannt, dass das Thema quasi gesetzt war und ziemlich weit oben auf der Agenda stand. Wieso sonst wurde der auf die Rückseite eines Kalenderblattes notierte Text so prominent auf dem Schreibtisch hinterlassen?