Sporno Spracken

Analog zur Uhrenbranche gelingt den bauernschlauen Eidgenossen mit einer gut abgekupferten und vorwiegend durch eintönige, aber hörige Landeier kommerziell sehr erfolgreichen Massenbespassung das Original zu übertreffen. Während die teutonische Ausführung heimatlos geworden einer Art Endlösung zugeführt wurde, ist die hiesige Gute-Laune-Bewegung ein traditioneller Bestandteil der konsumorientierten Erlebnisgesellschaft und offenbart bei der Sponsoren-Auswahl richtig guten Geschmack:

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Auto und Wurst gehypt von Sextoys alimentieren die Züri Fleischbeschau

Wobei mir beim Nachrechnen schon auffällt, dass der Autohändler nach eigener Anschauung tatsächlich den grössten Gebrauchtwagenmarkt im Umland führt und zumindest die legendäre Rostbratwurst Wiedikerli vom Keller Metzg frisch grilliert eine ausgesprochen gute Figur abgibt und dabei richtig gut schmeckt! Dass auf der Keller-Homepage die aktuellen Schlachtviehpreise verlautbart werden, hat zudem einfach Stil…

In Sachen Sexshop kann ich keine Zeugenaussage tätigen und lediglich vermerken, dass Wollerau (jwd) im steuerbegünstigten Kanton Schwyz liegt und ein Herr Federer genau dort eine Niederlassungsbewilligung hat.

Blød kickt gut

Eben noch schwärmten die Alt-Hippies mit einer psychedelischen Antwort für Timothy Leary völlig losgelöst ums Zentralgestirn herum, dideldum.

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…let the sunshine, let the sunshine in, the sun shine in…

War bei dem Trip zu viel Sonne im Spiel oder liegt es an den zur Pause injizierten Vitaminen, wenn die Kickerei plötzlich eigenartig ausartet. Die Hellenen verwandeln sich in Däninnen, Gomez trägt einen Pferdeschwanz und der Réthy Belá wirkt geradezu grotesk ins Töpperwien´sche verzerrt!

Statt Sommer of Love also nur Tutti Futschi?!

Und Bozsik?

Bozsik, immer wieder Bozsik! Der rechte Mittelläufer der Ungarn am Ball. Er hat den Ball – verloren diesmal, gegen Schäfer. Schäfer nach innen geflankt. Kopfball – abgewehrt. Aus dem Hintergrund…

Die spinnen, die Magyaren.

Blindgänger

  • 1. Geschoss, dessen Sprengladung infolge eines Versagens des Zünders nicht detonierte
    2. (salopp) Versager
  • Synonyme: Bombe, Flasche, Krücke, Versager

Ein besonderer Blindgänger ist der Ex-Schweizer, dann Dänische und jetzt Luxemburgische Telekommunikator Sunrise, dessen nervtötender Warte-Jingle (intonierte Nächstenliebe eines christlichen US-Musikers) allmählich eine Angstneurose mit schröcklichen Gewaltphantasien auslöst. Seit dem Wohnungswechsel tutet weder Festnetz noch tuts das Web, nur ein labiler Surfstick (der innert fünf Minuten dreimal aussteigt) hält die Verbindung zur digitalen Parallelwelt halbwegs aufrecht.

Immerhin ist es nach drei Wochen Warteschleiferei gelungen zum Level 2 Support vorzustossen, von dem das leibhaftige Erscheinen eines Technikers verkündet wurde. Vor drei Tagen. Für morgen oder „Leider kann ich mich da nicht ganz festlegen“ übermorgen. Im Level 2 Experten Team sind scheinbar die verbliebenen Checker in der outgesourcten Servicewüste Sunrise. Zumindest fühlt man sich dort annähernd ernst genommen und wird nicht einfach von einem Callcenter in Berlin (!) zur nächsten dubiosen Inkompetenz weiter vermittelt. Das Experten-Team muss nun eine Fremdfirma beauftragen und das kostet halt Profit. Darum sind mehrere Entscheidungsinstanzen dazwischen geschaltet und der arme Kunde lebt halt solange enthaltsam — „all you need is a sunrise“…

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Nach „Kein Problem. Nach Ihrem Umzug funktioniert alles wie gewohnt.“ über „Wird leider erst in acht Tagen aufgeschalten“ zu „In zwei Tagen. Vielleicht.“ fühlt man sich regelrecht genasführt und langsam ziemlich weich gekocht. Wahrscheinlich hat das Methode, weil man — sollte es dem Laden irgendwann tatsächlich gelingen das Netzkabel richtig herum einzustecken — dann für ewig mega dankbar ist, ob der wundersamen Dienstleistung in solch schwierigen Zeiten von Profitmaximierung und Shareholdervalue.
Übrigens sehr geschickt von der Firma Heuschrecke, sich selbst bei Ortswechsel eine einjährige Kündigungsfrist vorzubehalten.

You get what you pay for hör ich es in meinen Ohren klingeln. Jaja. The loser´s standing small tönt es weiter und ist dennoch besser als das zynisch klingende arg geschönte Marketinggedöns.

Käsebürger

Der weltmeisterliche Gryère von der beschaulichen Fromagerie de La Brévine wurde jüngst vom fett- und salzreduzierten Vermeer, einem Käse aus den Niederlanden entthront.

Den Erfolg des multinationalen Milliardenkonzerns sicherten auch die über 400 Publikumsstimmen, während zuvor bei dem im Zweijahresrhythmus durchgeführten Wettbewerb lediglich eine Fachjury die weltbesten Käsesorten sensorisch beurteilte.

Früheinkehrer

Die Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des fünfzigsten Zapfenstreichs der Wanderfreunde Laufender Durst fanden ihren krönenden Abschluss in der Hohenloher Trinkheilanstalt Zureinkehr. Die Fremdenzimmer waren gastlich, das Wetter wonnig und die Herbstluft würzig.

Keine Umkehr ohne Einkehr
Jungvolk auf altväterlichen Spuren
Fünf ist Trümpf!
Dürstende Wandersleute beim Zapfenstreich

Die Wanderkameradschaft freut sich schon jetzt auf das nächste Wiedersehen beim Jubiläumsfest Zweitausendeinundzwanzig!

Schwingungsleere

Zum Abschluss des diesjährigen Lehrgangs wurde als saisonaler Höhepunkt die Bachtel-Schwinget im Zürcher Oberland begutachtet. Kaiserwetter und der Jodelclub Scheidegg krönten den nett gelegenen kleinen Schwingplatz, von dem aus ein hübscher Balkonblick über den Zürichsee in die alpine Bergwelt ins Auge fiel.

Sowieso werden künftig nur noch ausgewiesene Bergfeste anvisiert, sofern einem der Himmel nicht gänzlich auf den Kopf fällt.

Ein laut Ansager „tausend Kilometer östlich von Moskau“ beheimateter junger Schwingerfreund sorgte für internationales Flair und gewann unter herzlichem Applaus immerhin seinen letzten Gang. Beim Intermezzo Steinstossen wurde mit dem 43 Kilo schweren Bachtelstein gestossen, bloss war der gar nicht aus Käse. Die nach einem leichtsinnigen Hebeversuch gerade im Entstehen gefühlte akute Zerrung am Hüftbeuger verhinderte vorzeitig die Aufnahme des Wettkampfes durch den etwas überheblichen Hobbysstosser.