Tofik Bachramow, aserbaidschanische Sportlegende
Zickezacke
Luxusproblematik
Die bauernschlaue Schweizer Volkspartei, zuständig für Schafe, Raben und Minarettverbote, hat schon wieder eine neue Idee parat: VIP-Vignetten für die Überholspur auf dreispurigen Autobahnen in der Schweiz.
Tolle Sache das — bei insgesamt gerade mal 80 Kilometer Dreispurigkeit in unmittelbarer Nähe sowieso staugeplagter Ballungsräume führt dies zu mehr und grösseren Staus in der Mittel- und Unterklasse. Dafür hat die die Champagnerleague ihren Spass — coolio!
Der Versuch ist jedoch einfach zu plump, um als gescheite Klientelpolitik durchzugehen. Das macht der FDP-deutsche Hoteliersverband dann doch besser, zumal im armen Deutschland die oberen 10 Prozent bloss 61% des Gesamtvermögens besitzen, allein das oberste Prozent sogar nur 23% Anteil sein Eigen nennt. Schlimme Verhältnisse!
Beim Vorturner USA beläuft sich die Vermögensverteilung immerhin auf 75% für die oberen 10 und fast 40% für das oberste Prozent. In der Schweiz kennt man solche Zahlen erst gar nicht, weil pssst — Bankgeheimniss.
Zu offensichtlich ist die munter fortschreitende Berlusconisierung der Gesellschaftspolitik: die Eliten machen unverfroren Interessenpolitik. Die Gewinnsucht der Gierigen wird gehegt und gepflegt, Verluste werden ganz frech sozialisiert und Gewinne hübsch privatisiert. Mehr Gewinn für Wenige entwertet automatisch Werte, gewonnenes Spielgeld wird zu Venture Kapital und die Heuschreckenzucht bis hin zur Plage tapfer von allen finanziert.
Die SVP deutet nur an was längst Sache ist: die Mittelspur besteht aus notorischen Fahrbahnfetischisten und moralinsauren Tempopedanten denen für das Fahren auf der Überholspur die Traute und der Turbokapitalismus abgeht. Hinzu kommen die unwillkommenen fremdländischen LKW samt deren riskante Überholmanöver. Für eventuell freigesetzte Mitfahrer bleibt ja immer noch die entschleunigte Standspur.
Doch auf der Überholspur braust die Elite schön im höhergelegten SUV dem Abendrot entgegen und das ist ein so herziges Bild, da haben schliesslich alle was davon…
Delikat Essen XX
Reklamation
Flasche Leer
Zwergenaufstand
Sprachwitzig
versucht das Schweizer Boulevard-Blatt Blick am Abend auf der Titelseite zu sein:
Falls die Helveten am Indischen Ozean wundersamer Weise die Armada versenken, gewährt die Handelskette Migros für den Folgetag 10% Rabatt auf alles.
Momentan stehen die Wettquoten bei 13,5 zu 1, also um satte 68% schlechter wie die bei einem Down-Under-Triumph gegen die Grosskantonalen Multikultikicker gewesenen (8 zu 1).
13,5 zu 1 plus 10% minus ist gleich ganz schön viel Tiernahrung, nur so zum Beispiel. Und da sind die 68% Differenz zu Down Under noch gar nicht eingerechnet…
Hopp Schwiiz!
Innereien
In der Halbzeitpause des Feldzuges der Restgermanen gegen die Altherrenriege aus Australien war ich kurz zufällig Gast bei einem grossdeutschen Sender und wurde durch eine ziemlich gewagte Metapher der Moderatorin belohnt irritiert.
Reichsparteitag und Miroslavs Innenleben, hm, ein Gschmäckle hatte es schon, aber ich wollte meinen Ohren nicht recht trauen. Vielleicht steckten einfach zuviele summende Uweseelers im Hörkanal, zumal meine Frage an die Mitgucker „Was hat die gerade gesagt? Hat die wirklich dingens gesagt?“ nicht schlüssig beantwortet wurde, sondern mit der Gegenfrage gekontert wurde, was denn so ein Reichsparteitag überhaupt sei.
Sind doch herzige Menschen diese Schweizer.
Flugs wieder zu den Tröten im Schweizer Fernsehen umgeschaltet (ja — die waren dort wirklich viel lauter zu hören!), allein schon weil deren Kommentator nicht eingedeutscht war…
Sehr geehrter Herr Hofmann,
vielen Dank für Ihre E-Mail an das ZDF und Ihr Interesse an unserer Übertragung des WM-Spiels Deutschland – Australien.
Wir können Ihre Kritik an der Äußerung Katrin Müller-Hohensteins durchaus nachvollziehen und verstehen. Durch die Zusammenarbeit mit unserer Moderatorin möchten wir Ihnen darüber hinaus aber auch versichern, dass sie niemals die Absicht hat, die Gefühle unserer Zuschauer zu verletzen.
Auf der anderen Seite basiert die hohe Beliebtheit von Katrin Müller-Hohenstein als Moderatorin beim Fußball gerade eben auf ihrer Spontaneität und ihrer Schlagfertigkeit.Deshalb möchten wir Sie bitten, der besonderen Situation in einer Live-Sendung Verständnis entgegenzubringen, die jeden Moderator in ganz außergewöhnlicher Art und Weise fordert. Wir meinen, dass man da nicht jedes einzelne Wort auf die Goldwaage legen sollte. Selbstverständlich haben wir Katrin Müller-Hohenstein und die Sportredaktion über Ihren berechtigten Hinweis aber bereits informiert.
Wir hoffen, dass Sie uns auch in Zukunft als Zuschauer gewogen bleiben.
Mit freundlichen Grüßen
Rita Böcklen
ZDF, Zuschauerredaktion
Volle Löhnung
War ein schönes Rätsel 😉
Aktenzeichen SOC ungelöst
Dringend erbeten werden sachdienliche Hinweise betreffend des untenstehenden Logo-Rätsels.
Wer hat dieses Logo wo gesehen?
Was bedeutet dieses Logo?
Hier steht jedenfalls nicht die Lösung.
Inhaluzinationen
Seit im letzten Monat in der Eidgenossenschaft das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen in Kraft trat, greift der Nikotinabhängige hierzulande zu ausgeklügelten Saugapparaturen.

Die Lobby der Saugapparaturen hat nun Marketing-Maskottchen aufgestellt, mit denen sie mögliche Saugwillige auf Züris Strassen für ihre Ziele gewinnen will.


Nacktwundern
Manches macht der Schweizer lieber im Verborgenen: Löcher in den Käse schnitzen, laut lachen und Geld zählen. Anderes hingegen völlig überraschend füdliblutt in der Öffentlichkeit.
Das Wandern ist auch des Schweizers Lust und diese wird ganz salopp in Gottes freier Natur befriedigt.
PS: Begründung des (vorläufigen) Freispruchs hier. Deutsche Netzpräsenz der federlosen Wandervögel dort.
Integrationsrechnen
Um den ungehobelten teutonischen Invasoren eidgenössische UnterwürfigkeitHöflichkeit beizubringen, hängt man in Zürich jetzt solche Plakate:
Mir macht der augenzwinkernde blondbärtige Onkel irgendwie Angst — ob die Rechnung auf beiden Seiten tatsächlich aufgeht?
Switzerland zero two points • La Suisse zéro deux points.
Bitte, wenn es keine Umstände macht, könnte hier vielleicht noch der eine oder andere Brüller versteckt sein.
Ampelmännchen
Bolle wird Moschee
Anlässlich des Kreuzberger 1. Mai-Festes 1987 wurde der Bolle-Supermarkt am Görlitzer Bahnhof erst geplündert und anschliessend gebrandschatzt. Lange Jahre war der Platz ein bis auf die Grundmauern niedergebranntes Menetekel.
Pünktlich zum 8. Djumâda I-´Âkhirah 1431 und nach gefühlten 10 Jahren Bauzeit eröffnet auf der einstigen Ruinenbrache nun die Omar Moschee. Mit vier recht unscheinbaren Minaretten auf dem Dach aber einer begrünten (!) Kuppel.
Leitthema des Eröffnungsfestes war der Döner Kebap auf fünf rotierenden Freiluftspiessen vor dem Haus

die sich im Haus umgekehrt proportional in den gigantischen Kristallleuchtern quasi widerspiegelten.

Die BVG machte Sonderfahrten und oben am Himmel lachte gar ein halber Mond wie auf Bestellung.
Minarettgebot
Aschemonster
Sterbehilfe
und ihre Ursachen, Wirkungen und Folgen — heute erklärt von Revolutionsführer G aus L:
Die Schweiz ist ein Staatswesen, das außerhalb der Weltgemeinschaft steht. Sie ist an keine EU-Regeln gebunden. Es ist gut, dass sie 2002 der UNO beigetreten ist. Aber die ganze Zeit vorher war sie das nicht. Warum? Sie wollte über dem internationalen Gesetz stehen. Und das hat die Schweiz zu einer Mafia gemacht.
In der Schweiz wird Geldwäsche in großem Stil betrieben. Wer eine Bank ausraubt, legt das Geld nachher in der Schweiz an. Wer vor der Steuer flieht, geht in die Schweiz. Wer sein Geld auf geheimen Konten deponiert, geht in die Schweiz. Und eine große Zahl von Besitzern solcher Geheimkonten sind unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen.
Die Schweiz ist das einzige Land, das Sterbehilfe erlaubt. Warum tut das nur die Schweiz?
Eine Reihe von Leuten ist unter diesem Vorwand gezielt aus dem Weg geräumt worden. Die Schweiz behauptet, die Betreffenden hätten den Wunsch geäußert, sich das Leben zu nehmen. Dabei ging es in Wahrheit darum, an ihr Geld heranzukommen. Mehr als 7000 Menschen sind auf diese Weise gestorben. Ich rufe deshalb dazu auf, das Staatswesen der Schweiz aufzulösen. Der französische Teil sollte an Frankreich gehen, der italienische an Italien und der deutsche an Deutschland.
Tolle Idee, bloss — wer kümmert sich nun um die armen Räto-Romanen?
Und warum nicht der deutsche Teil an Italien, der französische an Deutschland und der italienische an Frankreich. Oder der deutsche an Frankreich der italienische und französische an Deutschland und Räto-Romanien an Südtirol. Oder umgekehrt.
Am besten aber tritt Deutschland irgendeinem Teil bei und annektiert das Tessin und führt die Lire wieder ein und kauft sich mit schwarzem CDU-Geld schleunigst die Kykladen.

















