Currywurstgeschmack!?
Da kommt aber Zweifel auf.
Nutellafluch
Von Nutellafluch sprach man, seit die in den Werbespots mitwirkenden Fussballspieler nach Ausstrahlung der Clips auffallend häufig entweder durch Verletzung oder einen signifikanten Leistungseinbruch ihre Karrieren in der bundesdeutschen Nationalelf vorzeitig beenden mussten.
Nun aber produziert der Hasselnusscremefabrikant schon seit 2011 keine Werbevideos mehr mit kickenden Nutella-Boys. Trotzdem ist es dem Hobbyschweizer nach der nutellatypischen Verletzung von Marco Reus tatsächlich gelungen, eine an den Haaren herbeigezogene Neuköllner Brotaufstrich-Verschwörung aufzudecken.
Die Namensähnlichkeit von Wilhelm und Marco ist kein Zufall!
Bruder Jakob
Der „Offene St. Jakob“ ist eine sogenannte Citykirche in Zürich. Anfang der 90er wurde die im Kreis Cheib gelegene Kirche aufgrund des rapiden Rückganges von Gemeindemitgliedern und Kirchgängern einem breiteren Publikum geöffnet und in der Folge durch bauliche Massnahmen besucherfreundlich umgestaltet. Starres Kirchengestühl wurde zugunsten einer variablen Bestuhlung ausgetauscht, ein betanzbares Eichenparkett verlegt und eine zeitgemässe Licht- und Audioanlage installiert. Heute steht das Haus täglich für jeden offen und kann zudem für diverse Veranstaltungen gemietet werden.
Traditionell werden in der Aussersihler Gemeinde Migranten fürsorgt, die salopp-juvenile Streetchurch lässt es regelmässig andächtig krachen und selbst Klangtherapie, Handauflegen und Yoga finden ihren Platz. Bis zur Anlegestelle wogte die Tango-Nacht im Kirchenschiff unlängst bis vier Uhr morgens…
Selbstverständlich wird aber auch dem kultischen Bedürfnis der reformistischen Gemeinde entsprochen: die sonntäglichen Zeremonien werden abwechselnd mit Musik, Tanz oder Gesprächsrunden aufgelockert. Bisweilen agiert der käufliche Hobbyschweizer als braver MC und keuscher Abwart. Sozialpolitisch steht die Kirchengemeinde auf der richtigen Seite und es nimmt kaum Wunder, wenn zum Abschluss der Sonntagspredigt zu der Demonstration „Wem gehört Zürich?„ aufgerufen wird. Nicht zuletzt wird der Laden auch seinem Namenspatron gerecht und fungiert als Pilgerzentrum für die Muschelweggänger, gell Anton.
Delikat Essen LIX
Vaterstolz #6
Töggelichaste
Am nämlichen Abend an jenem Madrid in Lissabon gegen sich selbst Fussball spielte, veranstalteten die Zürcher Tischfussballer ihren Abschlussball im GZ Heuried. Nicht wenige Teilnehmer trugen sichtlich stolz das Trikot ihres (Tischfussball-) Vereins. Die ungezwungene Atmosphäre wurde akustisch mit Musikkonserven von Lemmy Kilmister & Co. untermalt und zusätzlich von Grillschwaden sowie diversen anderen Inhalaten olfaktorisch akzentuiert.
Doch die Lässigkeit schien nur vorgetäuscht — auch hier musste das Runde möglichst passend ins Eckige. Auch hier lauerte das Drama von Auf- oder Abstieg. Auch hier ging es um Sieg oder Niederlage, letztlich also um Pokale und Medaillen.
Bald werden an dieser Stelle noch mehr aufschlussreiche Details über das Schweizer Kastenwesen enthüllt; dann aber geht es schlicht um den Inhalt des berühmt-berüchtigten Chuchichäschtlis.
Hofgesang
„Wo man singet, laß dich ruhig nieder,
Ohne Furcht, was man im Lande glaubt;
Wo man singet, wird kein Mensch beraubt;
Bösewichter haben keine Lieder.“
(aus: Die Gesänge)
Hofchor auf dem Wolfram (von Eschenbach!) Platz
Inzwischen bereits zum fünften Mal findet der Zürcher Hofgesang statt. Zahlreiche und sehr unterschiedliche Chöre treten umsonst & draussen auf, um Anwohner und Passanten mit ihrer Sangeskunst zu erfreuen.
Der Initiator (und Stadt-Ökologe) Andreas Diethelm fabuliert munter:
HOF gesang ist ein klingendes Multipack,
eine Initiative zur Förderung der Nachbarschaft, der Stadtentwicklung und des Chorgesangs.
Urban Farming: Wir bestellen den Boden, auf dem gute Nachbarschaft wachsen und gedeihen kann.
Chorförderung: Wir preisen die Vielfalt des regionalen Chorschaffens, führen Chöre, einsame Sänger/innen und die Stadtbewohner/innen zusammen.
Safari: Wir erkunden und verzaubern die Rückseite der Stadt.
Dialog: Wir laden alle Akteure Mieter/innen, Vermieter/innen, Liegenschaftsverwaltungen und Verbände ein, die Höfe nachbarschaftstauglich zu gestalten.
Innen- und Hinterhöfe, die Räume zwischen den Behausungen nehmen 1/4 des gesamten Stadtraums ein.
In den vergangenen 50 Jahren vollzog sich schleichend die Zweckentfremdung vom Werkplatz zum Parkplatz. Damit sind heute Dreiviertel der Stadtbevölkerung des Bodens beraubt, auf dem man dem Nachbarn, der Nachbarin begegnen könnte.
In Zürich, Bern, Schaffhausen und Landshut haben seit 2006 mehr als 7000 Sänger/innen aller Sparten, Stile, Traditionen und Generationen, mehr als 300 Höfe erklingen lassen – für eine artgerechte Haltung der Stadtmenschen.
Dummy
Capo Fanclub
Der Secondo-Anteil der Schweizer Fussball-Nati entspricht
ziemlich genau der Ausländerquote auf Schweizer Baustellen.
Grand Prix de la Chanson
Heute nach der Taste ganz oben links benamst und Fluchtreflex auslösend — naturalmente. Heute Wurst — früher Assia, Gall, Shaw, Lavi, Ebstein, Lardi. Früher orchestrale Begleitung — live! — heute Windmaschinen und Geräteturnen nebst Pyro und SFX. Früher landessprachliche Autonomie, heute globalisierter Mainstream. Ohne die entlarvenden Kommentare vom subtil moderierenden Urban „Fucking hell, oh shit, die wollen uns umbringen“ Peter wäre der geföhnte Hype selbst als Modenschau schier unerträglich.
Aber Wurst — einmal auch der he-he-lle Schein!
Bluff
Stahlberger (CH)
Selbst nach Jahren der Gewöhnung kratzt das Schweizerdeutsche Idiom manchmal noch tüchtig in meinen Gehörgängen, doch die intonierte Poesie des Ostschweizer Quintetts Stahlberger ist reinstes Balsam. Der staubtrockene Humor, welcher bei den den ganz gewöhnlichen Alltag porträtierenden Liedtexten durchscheint, ist in seiner dadaesken Schlichtheit richtig dosiert wohltuend. Die Stahlberger sind inzwischen eine richtige Familie geworden und können musikalisch vom sich in der Discokugel widerspiegelnden Stehblues über zartbesaitete Balladen bis hin zum tocotronischen Klanggewitter wirklich alles liefern.
Liebe Stahlberger,
nachdem ich erst ziemlich niedergeschlagen war, kein Ticket für das eigentliche Bogen-F-Konzert zu ergattern, glückte mit dieses Unterfangen dann beim annoncierten Zürcher Zusatzkonzert.
Hurra!
Doch vor lauter Aufregung entglitt mir auf der Velofahrt zum Viaduktbogen das selbst ausgedruckte Ticket aus der Jackentasche. In Ermangelung eines angeborenen Schweizer Dialekts versprach ich mir von etwaigen teutonischen Überredungskünsten am Einlass genau gar nichts.
Vor die Alternative gestellt mich entweder von der Hardbrücke aufs Geleise zu werfen, oder einfach geschwind nach Hause zu sausen, um ein neues Ticket auszudrucken, erschien mir letzteres doch zielgerichteter. Und siehe — auf dem Tiefflug heimwärts fand sich auf halber Strecke das verlorene Ticket wohlgefalten auf dem Fahrweg.
Bingo!
Durch diesen glückhaften Umstand gelangte ich recht gut aufgewärmt gerade noch rechtzeitig zur Eröffnung der Stahlberger´schen Familiensause.
Und die war fetzig! Mega! Heimelig! Laut!
Ich hoffe es hat euch nicht zu sehr gestört, dass ich trotz des fehlenden Idioms manchen mir nahestehenden Liedtext lauthals mitgebrummt habe. Es musste halt einfach raus.
Delikat Essen LVIII
Dreizehn Kerle auf dem Totensarg
Hojaho – Hejaho!
Soffen drei Tage, denn der Schnaps war stark
Hojaho – Hejaho!
Als dann leer war das Faß mit dem Schnaps –
hatten sie alle einen Klaps!
Jaaaa!
Als dann leer war das Faß mit dem Schnaps –
hatten sie alle einen Klaps!
Mannometer (sic!) vor der Pilsbar Schmiede in Konstanz
Heartbeats
Unity is love — so smile.
Cause every time
We fight
We loose.
One cross´ the border and becomes a refugee
Searching for a piece of mind —
Nothing.
written by ERNESTUS, MARK / VON OSWALD, MORITZ / SAVAGE
listen on YOUTUBE -> THERE
Lurchi lebt
Hansa Zürich
Nachdem das einst auch Zürich überflutende erdgeschichtliche Randmeer vor Millionen Jahren sich endlich aus der Gegend um Zürch zurückzog, konnte man schon bald nach der Stadtgründung im verbliebenen Seebeckenausfluss prima Sauf-Feste feiern.
Zu beschaulicher Grösse gewachsen bemühte der bescheidene Seekurort Zürich alsdann gerne die einwanderte Italianità, um die geschäftige, aber doch arg spröde Deutschschweizer Metropole mit ein wenig maritimen Flair zu aromatisieren. Inzwischen genügt diese Duftmarke nicht mehr und Zürich will Meer und eine richtig flotte Hafenstadt werden. Dazu wurde aus Rostock ein brach stehender Hochsee-Hafenkran importiert, um hierorts zumindest temporär etwas Verwirrung zu stiften.
Natürlich gab es lange Debatten, Abstimmungen, Einsprüche und Rekurse zu diesem Projekt. Selbst eine noch anhängige Volksabstimmung zur künftigen städtischen Raumplanung wurde auf den Wege gebracht, nur um zu vermeiden, dass in Zukunft weitere 90-Tonnen schwere Ideen ins Stadtbild einfliessen. Bis dahin wird aber die Verwandlung der Limmat-Gestade unmittelbar vor dem Zunfthaus zum Rüden von einer Live-Schaltung rund um die Uhr weltweit dokumentiert.
Apropos: schon ein Meeresanstieg um schlappe 500 Meter würde reichen, und der olle Kran stünde nimmer im Trockenen.
Voll Panne
Das Panini-Fieber grasiert momentan heftig und führt zum rapiden Schwund des Sackgeldes. Natürlich blüht auch der Tauschhandel; Edel-Reservist Shaqiri ist dank Heimvorteils drei beliebig andere Kicker wert. Darüber hinaus spielen die Kids in der Zwergensiedlung so eine Art Schlagspiel, um rasch und günstig an noch mehr Bildchen zu kommen.
Zuerst legt jeder Duellant eines seiner Panini-Bildchen verdeckt auf den Boden, dann wird um den Erstschlag geknobelt und anschliessend mit der flachen Hand auf die beiden Bildchen geschlagen. Falls sich eines oder beide durch Schlagwirkung bzw. den kurzfristigen Unterdruck auf die Portraitseite drehen, sind diese gewonnen. Ansonsten wird solange weiter gedroschen, bis die Bildchen ihren rechtmässigen Besitzer finden. Freilich leiden die Bildchen unter dieser Behandlung etwas, aber kleben tut eh kaum einer…
Resozialisierung
Früelig
Am 20. März 2014 neigt sich um 17:57 MEZ die kosmische Waagschale wieder einmal zugunsten der übersprudelnden Lichtquanten.
Will dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
und kommt nicht in die Stadt.Nur die weit aus den kalten
Gassen zu zweien gehn
und sich bei den Händen halten –
dürfen ihn einmal sehn.
(Rainer Maria Rilke)
Delikat Essen LVII
Scheiss Millionäre
Präsidiert der Knacki dann als Pate den FCB?






















