Was will uns der Onkel (bitte auf Bild klicken!) über Lautsprecher sagen?
Zusatzzahlen: Wie ging es aus?
Schlagwort: Fussball
Teambuilding
Kollateralschaden
Erfolgsfans
In der eigentlich eher missgünstig gestimmten Schweiz sorgt der Lena-Faktor der megamultikulturellen Teutonen-Titanen für temporäre Überläufer. Zumindest laut Boulevard:

Auch die populistische Hupfdohle Angela kann die positive Tschörmanie nicht verhindern. Aber die Spanier. Und deren ausgelassenenes Hupkonzert hier um den Block ist zum Fürchten und kleinkinderfeindlich…
Trotzdem wird Uruguay Handball-Weltmeister.
Heldmeister
Zickezacke
Flasche Leer
Zwergenaufstand
Sprachwitzig
versucht das Schweizer Boulevard-Blatt Blick am Abend auf der Titelseite zu sein:
Falls die Helveten am Indischen Ozean wundersamer Weise die Armada versenken, gewährt die Handelskette Migros für den Folgetag 10% Rabatt auf alles.
Momentan stehen die Wettquoten bei 13,5 zu 1, also um satte 68% schlechter wie die bei einem Down-Under-Triumph gegen die Grosskantonalen Multikultikicker gewesenen (8 zu 1).
13,5 zu 1 plus 10% minus ist gleich ganz schön viel Tiernahrung, nur so zum Beispiel. Und da sind die 68% Differenz zu Down Under noch gar nicht eingerechnet…
Hopp Schwiiz!
Innereien
In der Halbzeitpause des Feldzuges der Restgermanen gegen die Altherrenriege aus Australien war ich kurz zufällig Gast bei einem grossdeutschen Sender und wurde durch eine ziemlich gewagte Metapher der Moderatorin belohnt irritiert.
Reichsparteitag und Miroslavs Innenleben, hm, ein Gschmäckle hatte es schon, aber ich wollte meinen Ohren nicht recht trauen. Vielleicht steckten einfach zuviele summende Uweseelers im Hörkanal, zumal meine Frage an die Mitgucker „Was hat die gerade gesagt? Hat die wirklich dingens gesagt?“ nicht schlüssig beantwortet wurde, sondern mit der Gegenfrage gekontert wurde, was denn so ein Reichsparteitag überhaupt sei.
Sind doch herzige Menschen diese Schweizer.
Flugs wieder zu den Tröten im Schweizer Fernsehen umgeschaltet (ja — die waren dort wirklich viel lauter zu hören!), allein schon weil deren Kommentator nicht eingedeutscht war…
Sehr geehrter Herr Hofmann,
vielen Dank für Ihre E-Mail an das ZDF und Ihr Interesse an unserer Übertragung des WM-Spiels Deutschland – Australien.
Wir können Ihre Kritik an der Äußerung Katrin Müller-Hohensteins durchaus nachvollziehen und verstehen. Durch die Zusammenarbeit mit unserer Moderatorin möchten wir Ihnen darüber hinaus aber auch versichern, dass sie niemals die Absicht hat, die Gefühle unserer Zuschauer zu verletzen.
Auf der anderen Seite basiert die hohe Beliebtheit von Katrin Müller-Hohenstein als Moderatorin beim Fußball gerade eben auf ihrer Spontaneität und ihrer Schlagfertigkeit.Deshalb möchten wir Sie bitten, der besonderen Situation in einer Live-Sendung Verständnis entgegenzubringen, die jeden Moderator in ganz außergewöhnlicher Art und Weise fordert. Wir meinen, dass man da nicht jedes einzelne Wort auf die Goldwaage legen sollte. Selbstverständlich haben wir Katrin Müller-Hohenstein und die Sportredaktion über Ihren berechtigten Hinweis aber bereits informiert.
Wir hoffen, dass Sie uns auch in Zukunft als Zuschauer gewogen bleiben.
Mit freundlichen Grüßen
Rita Böcklen
ZDF, Zuschauerredaktion
Schiedsrichterbeleidigung
geht im Deutschen Fussball gelegentlich ziemlich in die Hose oder sogar darunter.
Beim Zurückbeleidigen zückt indessen der Schweizer Schiedsrichter schon mal den gestreckten Mittelfinger, wie Signore Busacca vorbildlich demonstriert:
Blatterschuss
FIFA-Boss Blatter, selbst aus dem Wallis stammend aber im steuerschonenden Zürich residierend, lästert auf einer im südafrikanischen Cape Town Stadium angebrachten Schautafel mal so richtig ab über die selbsternannte Little Big City.


Traditionell wird der Walliser an sich in der Rest-Schweiz für nicht ganz voll genommen. Eine hohe Dosis Vuvuzela ist bei diesem Allgemeinzustand eine absolute Kontraindikation!
Zürcher Stadtderby
Der amtierende Schweizer Fussballmeister FC Zürich hält sich hartnäckig am Tabellenende der Schweizer Nationalliga, trotz Straftrainings auf dem Trainingsgelände vor der Bruchbude im Letzigrund. Vielleicht sollten die Jungs besser unter dem einsturzgefährdeten Stadiondach trainieren.

Zum Derby gegen den Grasshopper Club Zürich brachte ich mich selbst als Glücksbringer mit, hatte ich schliesslich als fremdfreudiger Stadionbesucher in der laufenden Saison eine bislang makellose Bilanz (gegen den Letzten und Vorletzten) aufzuweisen. Stadtderby heisst Volksverein gegen Bonzenverein, verspricht ein annähernd volles Haus was wiederum erhöhte Sicherheitskontrollen und beengten Zutritt nach Wartezeit bedeutet.

Die klaustrophobische Eintrittskontrolle hinter mir (klar wurde ich ob meines gefährlichen Aussehens abgetastet – der sieht ja wie ein alkoholfreier Balkonraucher aus, der hat bestimmt Pyrotechnik dabei…) kamen heftige Atembeschwerden: die Mannschaften betraten gerade den Rasen, da fackelten die Zürcher aus der Südkurve nicht lange und brannten ihr irgendwie rein geschmuggeltes kunterbuntes Feuerwerk ab — dichter rotgelbweissblaubrauner Rauch, welcher sich unter dem Tribünendach nicht ganz so leicht verflüchtigte. Zugegeben, der Volksverein ist halt auch ein Chaotenverein.

Kaum hatte sich der beissende Qualm verzogen, schossen die Grasshoppers bereits das erste Tor. Eine Minute später gab es Penalty für den FCZ, lässig in die Mitte gelupft, Torwart in der Ecke – 1:1. Mitte der ersten Halbzeit dann das vollauf verdiente 1:2 — die Grasshopper hüpften mannschaftlich einfach besser auf dem Rasen herum. Glück für den gastgebenden FCZ mit nur einem Tor Rückstand in die Pause zu gehen; dass hier der Tabellendritte gegen den Drittletzten spielte war leider allzu offensichtlich.
Der FCZ-Trainer hörte wohl meine Halbzeitanalyse und nahm nach der Pause den schwachen 10er vom Feld und brachte die Nummer 8. Die belebte das Spiel zusehends, der FCZ kämpfte fortan und das Spiel war ausgeglichen — auch dank des Ausgleichs zum 2:2. Mit diesem Resultat hatten sich die Grasshoppers vermutlich angefreundet, aber nicht die Spieler des FCZ, von denen einer in der letzten Minute den glücklichen Siegestreffer mit einem Hinterkopfball erzielte.
Wow! Jubel. Trubel. Heiserkeit. Zumindest in der Südkurve und bei mir: drei Spiele, drei Siege, der FC Zürich sollte mich als Maskottchen aufstellen.

Zurigo due, Bellinzona nulla
Die am Ende zu zehnt auf dem Platz verbliebenen Tessiner schossen ein einziges Mal auf das gegenerische Tor ohne es zu treffen, der FC Zürich aber traf zweimal. Nach dem zuletzt erlebten Zittersieg gegen den allerletzten der höchsten Schweizer Fussballliga, gab es diesmal einen reinen Arbeitssieg gegen den Vorletzten. Der Hobbyschweizer weilte diesmal direkt neben der dauerstimmungsmachenden Südkurve im Baustellenstadion, auch weil in der Kurve die Sichtbehinderung der kürzlich eingebauten Hilfsstützen durch den Fächereffekt nicht ganz so gravierend ist. Paradox fast, dass die zahlungskräftige Klientel auf der Haupttribüne mit all den Logen am wenigsten sieht. Das gerade einmal zwei Jahre alte Stadiondach im Letzigrund hielt — dank der vielen minarettartigen Extrasäulen — nicht nur den Regenschauer ab. Der Dachschaden ist natürlich eine Riesenblamage, welche die zur Wiedereröffnung angereisten Gästefans zum Tragen von Bauhelmen animierte.

Ganz interessant zwei amtierenden Weltmeistern bei ihrer leichten Tätigkeit zuzusehen – jawohl, die Schweiz ist dank der vielen Secondos U17-Weltmeister und der FCZ hat gleich zwei der in Nigeria siegreichen Talente in seinen Reihen. Die Nummer 3 Ricardo Rodriguez hinterliess einen frühreifen Eindruck, Tribünennachbar Adi meinte „Ein klares Versprechen für die Zukunft!“
Angenehm auch die quasi UEFA-Cup mässig anmutende Atmosphäre dank der bilingualen Ansagen der Stadionsprecherin. Im Gästeblock waren immerhin 17 Fans vom AC Bellinzona auszumachen, die restlichen 7.883 hatten aber ihren Spass.

Delikat Essen X

Plakat in der Hohlstrasse gegenüber der berühmt-berüchtigten Sonne in Zürich.
Ein ebenfalls sehr leckeres Motiv aus der Badener Strasse, Zürich:

Kunstrasen

Delikat Essen IX

Lieferwagen gesehen in der Schreinerstrassse in Zürich.
Fremdfreuen
Gefreut habe ich mich über die Ankündigung, dass der Mannschaftsbus des FC Zürich die Sieger vom Tessin quasi direkt vor unsere Haustüre im Kreis 4 an den Helvetiaplatz chauffieren werde. Gefreut haben sich sicher auch die zahlreichen Nachtclubs im angrenzenden Rotlichtbezirk rings um die Langstrasse. Aber gefreut haben sich auch viele andere in der Stadt, weil dem FCZ eine gewisse politisch korrekte Glaubwürdigkeit anhaftet und es seit einiger Zeit – bis hin zur linksbürgerlichen Bohème der Stadt – ziemlich schick ist dem für hiesige Verhältnisse durchaus ansehnlichen Offensivfussball des FCZ zugeneigt zu sein.
Der eigentlich schärfste und zudem innerstädtische Konkurrent mit dem viel herzigeren Vereinsnamen Grasshoppers-Club Zürich wird seit eh und je mehr von der bürgerlichen Schicht unterstützt – der FCZ hingegen gilt als angesagter Arbeiterverein. Dabei ist die dienstleistungsorientierte helvetische Metropole Zürich keineswegs eine Fussballstadt, da liegen Basel, Bern und selbst Sion in der Zuschauergunst viel weiter vorne. FCZ und Grasshoppers müssen sich zudem seit der Euro 08 mit dem Letzigrund ein nicht gerade zuschauerfreundliches und etwas zugiges Leichtathletikstadion teilen. Die auffällige Gewaltbereitschaft der Ultras bei Spielen der Zürcher Clubs untereinander oder bei Aufeinandertreffen mit dem bei beiden Fanfraktionen gleichermassen verhassten FC Basel, sorgte jüngst sogar für eine Wortmeldung vom heuchlerischen Verkehrsrowdy Blatter Sepp.
In Resteuropa wird der Hooliganismus zunehmend in die unterklassigen Ligen und damit nur scheinbar erfolgreich, aber zumindest aus den öffentlichkeitswirksamen Schlagzeilen verdrängt. Die äusserst aggressive Gewalt der Schweizer Fussballszene ist hingegen weiterhin erstklassig und prominent vertreten.
Während des Wartens auf das Eintreffen des FCZ-Cars durfte ich mit einer mir von einem freundlichen Fan dargereichte typischen Südkurvenfahne („Wo du bisch sind mir“) etwas unbeholfen hin- und herwedeln. Es war eine ziemlich kleine Fahne mit sehr kurzer Fahnenstange aus Leichtplaste, aber mir wurde schnell bewusst, dass es eine so entschärfte potentielle Waffe ja auch durch die Einlasskontrollen in die Stadien schaffen muss.
Blau und Weiss war der vorherrschende farbliche Gesamteindruck und selbst die Bierdosen passten sich dem Farbschema an: ausser eidgenössichem Feldschlösschen fielen mir vor allem die vielen türkischen Efes-Bierdosen auf, Hauptsache blauweiss!
Die sommerlichen Temperaturen lockten noch etliche Nachtschwärmer um diese späte Stunde heraus, so dass über zweitausend Menschen die Ankunft ihrer Helden freudig erwarteten. Indessen verkürzte der von einer ambulanten Diskothek auf dem benachbarten Kanzleiareal gespendete Hip-Hop nach Old School-Art hörenswert die Wartezeit.
Nachdem der FCZ-Car nach einer von bengalischem Feuer illuminierten Ehrenrunde um den Helvetiaplatz seine Fahrgäste endlich auf den Balkon des Volkshauses entliess, konnte ich mich inmitten des Dunst- und Duftcocktails von Schweiss, Bier, Tabak und reichlich Pyroschwaden prima mitfreuen. Das Ganze wurde naturgemäss kernig untermalt von von Jungmännern dominierten Sprechchören, wobei ich hier nicht wirklich alle Feinheiten heraushörte und einen gehörigen Nachhilfebedarf in Sachen Textsicherheit und -verständnis feststellen musste.
Nächtliches Fremdfreuen macht schon Laune, da fällt fast nicht weiter auf, dass es ausgerechnet der rivalisierende Grasshoppers-Club war, der erst mit seinem Sieg gegen Basel am selben Spieltag dem FCZ zum vorzeitigen Happy End verhalf…
Gleich in meiner ersten Saison im Ausland glücklicher Vater, stolzer Daddel-Champ und sich fremdfreuender Schwiizer Meischter zu werden, das toppt selbst irgendein Double nicht.
Meisterhaft
Nur einen Tag nachdem die monatelange Daddelei mit einem klaren Auswärtssieg im Fussball-Managerspiel gegen meine (alten) Arbeitskollegen in Berlin gekrönt wurde

kommt gleich um die Ecke am Helvetiaplatz der FCZ-Car angefahren zum Partymachen…

Zum Turicum! Wenn das kein Grund zum Fremdfreuen ist.
Getafe
ist halt öfter mal inklusive luccatonischem Kurzvorschlussdusel. Von wegen Skalpieren (Headline 2008 auf bundesliga.com:«Rangnick will den Bayerrn-Skalp») und so. Doch dem schwäbelnden fussballerischen Taschenrechner hätte ich es eh nicht gegönnt sich mit der Glatze von Ulrich Hoeness zu schmücken.
Vom immer noch Tabellenführer im Grossen Kanton kriegt man hier eher wenig mit – FC Basel gegen FC Zürich heisst der hiesige Circus Maximus (gerechtes 1-1 in der Liga vor 3 Wochen, beide wurden kurz darauf im Pokalviertelfinale gegeneinander gelost, da freuen sich die Hools auf beiden Seiten, schliesslich laufen noch die Gerichtsprozesse vom Härtetest 2007).

Also machte ich mich beizeiten auf die Suche nach einer Örtlichkeit, in der man dem Hype grossdeutschen Rasenzaubers live erliegen kann. Leider fiel dieses zeitig angekündigte „Freitag guck ich ersten gegen zweiten, muss ja meine Tabellensituation beim Managerspiel auf Comunio festigen“ wegen Tochterproblematik kurzfristig dann doch aus.
Aber schliesslich gibt es ja DSL: was ich dann Freitagabend auf einschlägig bekannten Internetseiten sehen durfte war schon allerhand: ein dem Spiel im Sprechtempo vollauf gerecht werdender mexikanischer Kommentar auf Premierebild. Toll, 168 Länder gucken live New Economy Hoppenheim since 1899 gegen uralten eingesessenen bajuwarischen Geldadel, selbst auf bwin konnte man als IP-Schweizer noch ein Thumbnailvideo mit Össi-Kommentar zuschalten.
Nun also müllert dieser Ibeschiss munter weiter und die absurde mittlerweile schon 15-fache comunistische Übertreibung meines ursprünglichen Hoffenheimer Perspektivspielers ist mir nun etwas weniger ungeheuer. Weil die in Blauweiss meiner getrübten Wahrnehmung nach die durchaus Gefälligeren waren. Dass dem Toni der Ball kurz vor Schluss noch siegbringend vor die Füsse fällt, hätte ich aufgrund einer Wickelorgie fast verpasst und nahm es im kakophonischen Duett mit meiner grossen Nachwuchshoffnung tapfer hin: fc-bäh!
PS: Lost & Found: Blog vom Pizza sein Dolmetscher








