Derby

Aus dem Spielbericht der Pendlerzeitung 20 Minuten:

Der Vortrag zum Thema «Fussball als Lebensschule» von Fifa-Präsident Sepp Blatter hat am Dienstagabend etliche Demonstranten auf den Plan gerufen. Sie riefen vor dem ETH-Hauptgebäude etwa «Scheiss Blatter – scheiss Mafiosi».

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Nebelpetarde in der Zürcher Uni

Die Polizei brachte sich am frühen Abend in Kampfausrüstung in Position. Um zirka 18 Uhr sah es zuerst so aus, als würde sich die Demonstration auflösen. Doch dann stürmten plötzlich mehrere Dutzend Demonstranten durch einen Seiteneingang in das Innern der ETH. Die Stadtpolizei Zürich bestätigt den Vorfall. Die Demonstranten versuchten in den Vortragssaal zu gelangen und zündeten ausserdem ein paar Rauchbomben. Der Lärm lockte zahlreiche Studenten aus den Hörsälen.

Die Demonstranten versuchten anschliessend, in den Vortragssaal vorzudringen, doch bewegten sich zuerst in die Falsche Richtung. Dies ermöglichte der Polizei sich in Stellung zu bringen und sämtlich Eingänge zu blockieren, so dass sich die rund 100 Personen nur in einem Teil des Gebäudes aufhalten konnten, bevor sie sich wieder zurückzogen.

Danach demonstrierten sie offenbar in der Innenstadt weiter. Wegen der Demonstration kam es am Dienstagabend auf den Zürcher Tramlinien 2, 3, 6, 7, 8, 9, 11, 13, 14 und 17 während rund zwei Stunden zu Verspätungen und Umleitungen.

Waffelexport

Über ein Drittel der Toggenburger Waffelspezialität Kägi werden weltweit exportiert, während das Marketing auf dem Binnenmarkt die Marke mit dem Begriff Glück unterdessen derart überfrachtet, dass bei manch Unglücklichen dies zu Mangelerscheinungen führen kann, deren gewaltige Folgen wiederum die Spusi verfolgt, um die unglücklichen Glückssucher gegebenenfalls selber zu exportieren.

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In der Schweiz ist Glück durch Panzerglas geschützt.

Nutellafluch

Von Nutellafluch sprach man, seit die in den Werbespots mitwirkenden Fussballspieler nach Ausstrahlung der Clips auffallend häufig entweder durch Verletzung oder einen signifikanten Leistungseinbruch ihre Karrieren in der bundesdeutschen Nationalelf vorzeitig beenden mussten.

Nun aber produziert der Hasselnusscremefabrikant schon seit 2011 keine Werbevideos mehr mit kickenden Nutella-Boys. Trotzdem ist es dem Hobbyschweizer nach der nutellatypischen Verletzung von Marco Reus tatsächlich gelungen, eine an den Haaren herbeigezogene Neuköllner Brotaufstrich-Verschwörung aufzudecken.

Aber lesen Sie selbst:

Nutellafluch

Die Namensähnlichkeit von Wilhelm und Marco ist kein Zufall!

Sprachwissenschaft

Is there no thinking without the use of language?

Als höriger On-U-Sound Mafioso faszinierte mich einstens Language & Mentality von African Head Charge — Studio Dub mit Einstein Akzent.

Hier das Radio-Essay im Original, welches Albert Einstein 1941 an die Britische Wissenschaftsgemeinde adressierte:

Perfection of means and confusion of goals seem — in my opinion — to characterize our age.

Entdämonisierung

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Bruno Weber sah mit Zottelhaar und Stirnband aus wie ein Alt-Hippie und war wohl auch einer. Auf seinem zwei Hektar grossen Grundstück bei Dietikon/ZH installierte er neben gigantischen Betonskulpturen auch ein Wohnturmhaus, stritt wegen nicht genehmigter, weil nicht zonenkonformer Bauten jahrzehntelang mit der örtlichen Gemeinde, welche ihm nach langem Ringen schlussendlich den kommunalen Kunstpreis verlieh, nachdem sie vorab jegliche Bebauung rückwirkend legalisierte. Seinen Skulpturenpark konnte er nicht fertigstellen; Weber starb 2011 und hinterliess noch allerhand Baupläne für etwaige Sponsoren. Sowieso ist das ganze Areal ein anschauliches Beispiel für work-in-progress, die Arbeit wird jedoch in absehbarer Zeit aufgrund des zwangsläufigen Renovierungsbedarfs eher erhaltend als kreativ sein.

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Die Phantasiewelt am und im Wald zieren zahllose Fabelwesen: Drachen, elephantöse Wasserfauna und allerlei Flügelgetier. Und Schlangen. Immer wieder Schlangen. Als Rutschbahn-artige Brücken, als begehbare steil geschwungene Treppen. Ein Paradies voller Dämonen. Zerrbild oder naturalistische Hingabe, Bruno Weber war ein ziemliches Unikum. Zudem besass er genügend Kondition und Beharrlichkeit, um den abenteuerlichen Kampf mit dem Amtsschimmel durchzustehen. Im Nachhinein erscheint der pflichtversessen Versuch Recht & Ordnung gegen eigenbrötlerischen Schaffensdrang durchzusetzen als bụ̈nzliger Schildbürgerstreich. Heute profitiert nicht zuletzt die Gemeinde von den vielen Besuchern der vollendeten Tatsachen.

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Im Bruno-Weber-Park erinnert einiges an Gaudi oder Hundertwasser. Trotz Patina wirkt die Anlage reichlich bunt. Für grosse und kleine Kinder ein Riesenspass, zumal etliche Skulpturen begehbar oder besteigbar sind. Webers Naturwelt zelebriert überschwänglich und variantenreich eine eklektizistische Ethno-Sym­bi­o­se, die durch dämonenhafte Darstellungen Dämonen vertreibt.