Entrüstung

Im herzigen Stimmungslokal Schweiz lockt Mitte Februar 2011 schon wieder ein Blockbuster an die Wahlurne: die Waffenschutz-Initiative fordert die Heimabgabe von Armeewaffen zu beenden, die Einführung eines zentralen Waffenregisters sowie für Waffenträger einen Bedarfs- und Fähigkeitsnachweis. Überflüssige Schusswaffen sollen aus dem Verkehr gezogen und die zahlreich zu Hause gelagerten militärischen Schiessprügel fortan in den lokalen Zeughäusern gelagert werden.

Waffenlobbyisten und andere Schiessbudenfiguren argumentieren, dass nur ein Staat, welcher seine Bürger fürchte, diese zu entwaffnen strebe. Ein wirklich entwaffnendes Argument: freies Schussfeld für freie Bürger.

Sockenschussgefahr: Co-Präsident der vereinten Initiativgegner

In jedem dritten Schweizer Haushalt befindet sich eine Feuerwaffe. Nach den USA und Jemen liegt die Schweiz in Bezug auf die Waffendichte auf Platz drei. Bei Suiziden mit Schusswaffen sind die Eidgenossen Europameister: mit einem Anteil von 34% treffen sie bei fast 10% Vorsprung auf Vize Finnland mehr als dreimal häufiger ins Schwarze als der europäische Durchschnitt.

Ebenso wie bei den vorherigen Angst-Kampagnen der SVP («Schweizer wählen SVP» ist der urchig-völkische Slogan für die Parlamentswahlen im Herbst) schafft auch bei dieser, das rechte Nationalverständnis empfindlich berührenden Kampagne, die teutonisch geführte Werberkameradschaft die visuell drastischste Zuspitzung der Zielvorgabe:

qualmender Fremdländer + rauchender Colt = kalter Schweiss

Schreibe einen Kommentar