Servette — Douze Points!

Nach selbst für das Niveau von Operettenligen ziemlich peinlichen und chaotischen Saisonverlauf hat die Schweizer Super League tatsächlich vorläufig ein Ende gefunden, obwohl Sions störrischer Präsident weiter gegen alle und jeden prozessiert.

Rein rechnerisch wäre das zur Rückrunde ausgeschlossene Xamax allein mit den in der Vorrunde erzielten Punkten nicht einmal nach kaukasischer Arithmetik abgestiegen! Clever veräusserte der FC Zürich zur Saisonhälfte fast alle Leistungsträger, als der direkter Abstieg dank des Konkurses von Neuchâtels ausgeschlossen war. Der weiter abgewirtschaftete Stadtrivale Grashopper Club entging der Blamage Barrage nur wegen der 36-Punkte-Strafe gegen Sion, das jedoch gegen Aarau die Relegation vermeiden wird, um weiterhin als Schwarzes Schaf mittun zu können.

Aufsteiger Super Servette schaffte nicht nur im letzten Moment den nicht für möglich gehaltenen Lizenzerhalt, sondern sogar überraschenderweise die Qualifikation für die Qualifikation zur Europa-League!

«Alors nous pourrons continuer à écrire de nouvelles pages de la grande histoire du Servette FC, en visitant l’Albanie, la Macédoine, le Biélorussie ou même l’Azerbaïdjan.»

Was wie ESC klingt, ist granatfarbener Fan-Humor pur.

Allez Servette!

Ruf! mich! an!

Nach 31 Tagen qualvoller heimischer Netz-Abstinenz wurde gerade noch rechtzeitig zum ESC 2012 ein mutwillig gekapptes Telefonkabel entdeckt und fachkundig ersetzt.

Der vermutlich ähnlich erlittener Höllenqualen entsprungene Albanische Beitrag tönt mir voll aus der Seele und bekommt mein reaktiviertes Televoting. Vielleicht ruf ich auch zweimal an und gebe aus schierer Opposition den bereits ausgeschiedenen euroneurotischen Protestsängern aus Mazedonien Montenegro eine Stimme — „I enjoy bicyclism!“

Blindgänger

  • 1. Geschoss, dessen Sprengladung infolge eines Versagens des Zünders nicht detonierte
    2. (salopp) Versager
  • Synonyme: Bombe, Flasche, Krücke, Versager

Ein besonderer Blindgänger ist der Ex-Schweizer, dann Dänische und jetzt Luxemburgische Telekommunikator Sunrise, dessen nervtötender Warte-Jingle (intonierte Nächstenliebe eines christlichen US-Musikers) allmählich eine Angstneurose mit schröcklichen Gewaltphantasien auslöst. Seit dem Wohnungswechsel tutet weder Festnetz noch tuts das Web, nur ein labiler Surfstick (der innert fünf Minuten dreimal aussteigt) hält die Verbindung zur digitalen Parallelwelt halbwegs aufrecht.

Immerhin ist es nach drei Wochen Warteschleiferei gelungen zum Level 2 Support vorzustossen, von dem das leibhaftige Erscheinen eines Technikers verkündet wurde. Vor drei Tagen. Für morgen oder „Leider kann ich mich da nicht ganz festlegen“ übermorgen. Im Level 2 Experten Team sind scheinbar die verbliebenen Checker in der outgesourcten Servicewüste Sunrise. Zumindest fühlt man sich dort annähernd ernst genommen und wird nicht einfach von einem Callcenter in Berlin (!) zur nächsten dubiosen Inkompetenz weiter vermittelt. Das Experten-Team muss nun eine Fremdfirma beauftragen und das kostet halt Profit. Darum sind mehrere Entscheidungsinstanzen dazwischen geschaltet und der arme Kunde lebt halt solange enthaltsam — „all you need is a sunrise“…

sunrise debakel, sunrise kommunikationsdesater, sunrise schweiz

Nach „Kein Problem. Nach Ihrem Umzug funktioniert alles wie gewohnt.“ über „Wird leider erst in acht Tagen aufgeschalten“ zu „In zwei Tagen. Vielleicht.“ fühlt man sich regelrecht genasführt und langsam ziemlich weich gekocht. Wahrscheinlich hat das Methode, weil man — sollte es dem Laden irgendwann tatsächlich gelingen das Netzkabel richtig herum einzustecken — dann für ewig mega dankbar ist, ob der wundersamen Dienstleistung in solch schwierigen Zeiten von Profitmaximierung und Shareholdervalue.
Übrigens sehr geschickt von der Firma Heuschrecke, sich selbst bei Ortswechsel eine einjährige Kündigungsfrist vorzubehalten.

You get what you pay for hör ich es in meinen Ohren klingeln. Jaja. The loser´s standing small tönt es weiter und ist dennoch besser als das zynisch klingende arg geschönte Marketinggedöns.

Suburbia

Am Rand der kleinen grossen Stadt ist die Welt noch in Ordnung ländlicher als auch schon. Mit dem Fangglas musste schon mancher Monsternachtfalter aus der Mädchenabteilung unblutig entsorgt werden. Des weiteren wurde eine Blindschleiche aus dem Weg geräumt und friedfertige Kaulquappen aus Kinderhänden befreit. Zwei Katzen aus der Nachbarschaft erhielten die Rote Karte nebst vorläufiger Spielsperre. Ausser den Viechern kommt auch das meiste Wetter gerne überfallartig. Zuvor sah man aus der Beobachtungsstation was auf einen zukommt, jetzt pirschen sich die Wolken über den achthunderteinundsiebzig Meter hohen Hausberg flugs an die Siedlung heran.

Die Luft atmet sich angenehm würzig mit einer erdigen feucht-frischen Note — kein Vergleich zu der abgestandenen Feinstaubkonzentration in der Innenstadt. Weder im Wilden Süden noch in der grossen Mauerstadt hat der Hobbyschweizer je so sauerstoffhaltig gehaust. Mutmasslich aber handelt es sich hierbei um einen kleinen vorsätzlichen Selbstbetrug, weil die Sauerstoffaufnahmefähigkeit aufgrund fortgeschrittener Zellalterung qualitativ eher abgenommen haben muss. Dafür gibt es beim bergan strampeln mit dem Velo den Lungenfunktionstest gratis obendrein; wie beim Konditionstest sind die Ergebnisse leider doch ziemlich realistisch.

Im Vergleich mit der anonymen Wohnmaschine gestaltet sich in der Vorstadt die Öffentlichkeitsarbeit völlig anders. Quasi Grüezipflicht auf jedem Schritt. Die Randlage erlaubt jedoch auch randständiges Handeln: so kam ein jenischer Scherenschleifer vorbei, freundlich und entspannt, trotz meiner Absage. Ein leibhaftiger Scherenschleifer hat mich seit der frühen Kindheit nicht mehr kontaktiert! Ein wenig später läutete ein stummer Roma an der Haustüre, welcher sein schriftliches Bettelgesuch in einer Art laminierter Visitenkarte überreichte. Der dritte im munter selbstkonstruierten Bunde war ein schwer radebrechender Paketbote, welcher an der zugegeben komplizierten Zustellung scheiterte, das Paket kurzerhand wieder mit sich nahm und dafür mich sprachlos zurückliess.

Kommen morgen die Mormonen? Überzeugen bald die Zeugen oder rückt gleich die Heilsarmee an? Wann drücken die Drückerkolonnen die Klingel?

Where’s a policeman when you need one to blame the colour TV?

Homo Novus

Kein Abschied ohne Schmerz, Schlüsselerlebnis Schlüsselübergabe.

Max Frisch im Lochergut, Max frisch, Lochergut, Zürich

Anstelle der Aussicht aus der 800-köpfigen Wohnmaschine über die kleine grosse Stadt mit dem himmelweiten Horizont geht nun der Blick auf die sozialdemokratischen Kleingartenparzellen in einer familienfreundlichen Rasenmähersiedlung inklusive des gar 900-köpfigen Monstrums namens Plenum, welches mit eidgenössisch disziplinierter Chropfleerete (Kropf leeren tut gut bei dicken Hals!) über die bauliche Zukunft einer alternden Genossenschaft mit Hilfe von gestellten Fresspäckli gegen den allmählich fallenden Blutzuckerspiegel am immer später werdenden Abend dennoch eine Beschlussfassung nahe handelsüblicher SED-Quoten erreicht.

Im Zweifel für den Zweifel und immer Volldampf voraus!

Gegensteuer

Eine kleine feine Schweizer Privatbank übernahm nur allzu bereitwillig ab 2008 das aufgrund einer in den USA erhobenen Anklage gegen die UBS brachliegende US-Privatkundengeschäft. Und dies — notabene — ohne selbst eine Niederlassung in den USA zu betreiben, was bei einer Strafverfolgung nicht ganz unnützlich sein kann. Als die Amis dies mitkriegten und Ermittlungen gegen die Bank anstrengten, drohten sie alsbald mit harten Handelssanktionen, einer Art Sippenhaft bis hin zum Auschluss Schweizer Banken vom wichtigen US-Handelsplatz.

spinnennetz, kreuzspinne, spinne, netz

In der Folge wurde die älteste (!) Schweizer Privatbank eilig abgewickelt: das prekäre US-Geschäft wurde schleunigst in eine Bad Bank überführt und der gute Rest unter Zuhilfenahme einer Neugründung einfach an die hiesige Raiffeisenbank abgetreten.

Im Zuge der Affäre trat dann im Frühjahr 2012 der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Neuen Zürcher Zeitung zurück; war er doch in Personalunion zugleich geschäftsführender Miteigentümer («Wer Steuern zahlt, ist dumm.») der vordem kleinen feinen Privatbank…

*     *     *

Die NZZ jedoch bildet weiterhin die publizistische Speerspitze des Paradeplatzes und bietet als dessen unbeugsames Kampfblatt ihrem Redaktor Beat Gygi die Plattform für einen mehr als polemischen Kommentar zum anhaltenden Steuerstreit mit dem Grossen Kanton:

Dass eine einigermassen liberale Regelung für den Umgang mit «altem» deutschem Vermögen in der Schweiz derart schwierig ist, hängt stark damit zusammen, dass in Deutschland eine andere Art von Demokratie und ein anderes Verständnis vom Staat dominieren als in der Schweiz. Das ursprüngliche Steuerabkommen wurde primär mit Vertretern einer Regierung ausgehandelt, die die politische Mitte und angrenzende linke Segmente vertritt. Mit diesen Politikern war ein Kompromissvorschlag möglich, der der Privatsphäre der Bürger und ihrem Schutz vor allzu dreistem staatlichem Zugriff einigermassen Rechnung trägt.

Einigermassen liberal, aha — neo-liberal wäre gewiss genehmer. Dreist? Naja. Die Steuergesetzgebung der beiden Streithähne ist schon allein darum verschieden, weil die Staatsaufgaben anders verstanden werden. Dort Sozialstaat mit Ganztagsbetreuung, hier Eigenverantwortung und traditionelles Familienbild. Mit wechselnden Regierungen ändern sich zudem die politischen Zielvorgaben viel geschwinder, ganz im Gegensatz zur Allparteien-Regierung der Eidgenosschenschaft, wo unentwegt gemauschelt wird.

Der deutsche Scheinföderalismus, der den 16 Bundesländern keine echte Steuer- und Ausgabenverantwortung zugesteht, sondern eher als Lizenz zum Mitmischen im oberflächlichen Umverteilungskampf zu sehen ist, führt aber dazu, dass die Länderkammer, der Bundesrat, plötzlich eine zentrale Rolle spielt. Die Linke, die die Mehrheit in dieser Kammer hat, nutzt die Gelegenheit nun offenbar, sich durch ein Nein zum Steuerabkommen für den Wahlkampf ideologisch zu profilieren. Aus deutscher Sicht kann dies teuer werden, das sozialistische Nein kann bedeuten, dass Deutschland erhoffte 10 Mrd. € plus «Jahresraten» nicht zukommen.

Scheinförderalismus? Oha, die Bundesrepublik ist aber nun mal förderal strukturiert. Nicht ganz so kantönlikleingeistig comme ici, aber immerhin, es gibt auch drüben zwei Kammern und das ist durchaus gewollt. Einen absurden Steuerwettbewerb mit der hierzulande üblichen Krassheit, welche die Zersiedlung der Landschaft und die Entstehung von Millionärs-Ghettos befördert, gibt es dort trotz bestehenden Nord-Süd-Gefälles tatsächlich nicht. Und die SPD ist jetzt plötzlich sozialistisch? Potzblitz, da tönt ja jemand mächtig säuerlich, vielleicht weil der Ablassbrief nicht wunschgemäss ausgestellt wird?

Dabei springt ins Auge, dass ein rational kaum fassbarer Kampfbegriff wie «Gerechtigkeitslücke» als Hauptargument zur Ablehnung dienen kann. Gerechtigkeit scheint aus dieser Sicht eine Staatsaufgabe zu sein, und offenbar soll diese in Form von Gleichmacherei ziemlich totalitär durchgesetzt werden.

Kampfbegriff? Gut, in Zeiten der Globalisierung herrscht Wirtschaftskrieg an allen Fronten. Die Wortschöpfung Gerechtigkeitslücke aber ist doch metaphorisch gut gelungen und sehr eindrücklich. Mag die schwer rationale Schweizer Zunge kein Wort schöpfen? Gerechtigkeitslücke strikes!

Und überhaupt: Gerechtigkeit ist keine Staatsaufgabe? Gottgegeben vielleicht? Oder wird sie von Banken kreditiert?  Womöglich als reine Selbstgerechtigkeit à-les-riche? Soziale Gerechtigkeit scheint hier ein Fremdwort zu sein. Totalitäre Gleichmacherei? Oh my god, the commies are coming! Wenn in einem Land fiskalische Gesetze für alle Staatsbürger gelten sollen, so kann man keine Ausnahmeregelung gestatten, nur weil besonders Gierige ihr Scherflein mit Hilfe von sich dem Verdacht der Beihilfe aussetzenden halbseidenen Vermögensberatern sanft in Steueroasen betten und die Oase selbst im Grunde als Raubritterburg fungiert und profitiert. Krawallerie!

Die schillernde Rolle der offiziellen Schweiz hat solche Taktiken allerdings begünstigt. Der Bundesrat, etwa Eveline Widmer-Schlumpf, hat in jüngerer Zeit den USA und europäischen Verhandlungspartnern praktisch signalisiert, die Schweiz habe eine etwas flexible Linie und werde immer ein Schrittchen nachgeben, wenn der Druck wachse.

Mönsch Beat. Schlumpfs Vorgänger und Bankenlobbyist wurde bereits vor über vier Jahren aus der Regierung gewählt; er hat eine Haussuchung just hinter und ein Strafverfahren noch vor sich, doch auf seine Nachfolgerin wird wegen der von ihr aufgegleisten Weissgeldstrategie und aus schierer Rachsucht noch immer feste eingeprügelt. Derweil die USA die finanzpolitischen Daumenschrauben bis hin zur Schmerzgrenze anzogen, verhandelt der Grosse Kanton immerhin tapfer weiter.
Die NZZ dagegen gibt sich gemeinsam mit der SVP als radikal fundamentalistischer Hort, wo «…die Werte der freien, unabhängigen, neutralen Schweiz, die sich nicht schämt, gegenüber dem Ausland stets den Fünfer und das Weggli zu verlangen» bedingungslos verteidigt werden.

Warum nur löst sich die Eidgenossenschaft nicht endlich aus den Händen der helvetischen Banken-Maffia, die ihr Ansehen zusehends ramponiert? Der Banken-Lobby ist es über die Jahre hinweg gelungen, das Land quasi zur Geisel zu nehmen und das Bankgeschäft gleichwohl als ein dem Gemeinwesen dienendes und daher absolut schützenswertes nationales Symbol darzustellen.

Und dabei entrichten die einheimischen Banken teilweise nicht einmal Steuern! Fürwahr parasitäre paradiesische Zustände.

Röstigrabung

Die national konservative Weltwoche hat mobil gemacht – diesmal aber nicht per se gegen Gutmenschen und Linke, sondern generell gegen die einheimischen Welschen. «Die Griechen der Schweiz» seien die frankophonen Mitschweizer — Parasiten, Trinker und Sexbesessen, suggeriert der Weltwoche-Titel. Blochers Propagandablatt schafft es, analog zu der germanischen SVP-Werbeagentur, sich immer wieder feist ins mediale Rampenlicht hinein zu keilen.

Vor Jahren war es die Bündner Minderheit (Jäger, Räuber, Rätoromanen), die bereits den schwarzen Peter von der deutschschweizer Postille zugeschoben bekam. Immer wieder und besonders zuvorkommend behandelt wurden die Zuwanderer aus Teutonien und Kosova, zwischendrin waren das nationale Unglück dann die Kunstschaffenden usw. usf.

Auf Facebook nehmen viele Welsche die Attacke gelassen mit Humor, offensichtlich werden die kleinkarierten Deutschschweizer einfach nicht richtig ernst genommen.

Welsche Kantone sorgen via Finanzausgleich auch dafür, dass die Bergbauern in der Zentralschweiz weiterhin hochsubventioniert Alibilandwirtschaft betreiben können. Dafür überstimmen die ländlich geprägten Innerschweizer Kantone die zahlenmässig unterlegenen Westschweizer Kantone bei nationalen Abstimmungen. Passt doch!

Ist nach Minarettverbot und den Zweitfrauen nun alles reines Kismet?
Der ehemalige Libysche Revolutionsführer und kontinentalafrikanische König der Könige, hatte —  als guter Freund und Kenner der Schweiz — schon vor Jahren eine Dreiteilung der Eidgenossenschaft zugunsten der Nachbarländer gefordert.

Nur — wer will die bünzligen Kantönligeister schon aufnehmen?
Vielleicht ja die demokratische Volksrepublik Liechtenstein.

Bruder Ueli

Mit einem eigenwilligen Glockenstuhl hat sich der Schweizer Bundesrat für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Schwingen in seinem Amtsbüro im Berner Bundeshaus eingerichtet.

Zusammen mit der neben dem Sofa grasenden Spielzeugkuh sorgen die an der rustikalen Konstruktion angebrachten elf Treicheln (anhören!) für exakt jene Dosis Heimatgefühl, die ein bodenstämmiger eidgenössischer Militärführer täglich braucht, um mit der gebotenen Ruhe ein allfälliges Ziel anvisieren (ansehen!) zu können.

CH-Worte 03-11

Die scheinheilige Konkordanz benötigt dringend «Meh Dräck», um der schleichenden Aldisierung mehr Paroli bieten zu können.

Wenig Schaden fügt das Rauchverbot dem beliebten Sterbetourismus zu, welcher mancherorts gar zum ultimativen Rettungspaket mutiert.

Ein herziges Minarettverbot gepaart mit rigoroser Ausschaffung dürfte keinerlei Euro-Rabatt zeitigen.

Dick und Doof

In der schwergewichtigen Eidgenossenschaft könnte eine Fettsteuer bald zu einem Thema werden:

BMI-Terror — wird Käse-Fondue bald strafversteuert?

Satte 53% waren für das Minarett-Verbot, 53% für eine striktere Ausschaffung, 53% wollen ihre häuslichen Schusswaffen weiterhin zuhause einsetzen können.

Statistisch korrelieren die Zahlen prima, weil Bäuche bekanntlich sowieso erst im wertkonservativen Alter von 50plus drastisch verfetten…

Weissgeldstrategie

Auf CH-Banken geparktes Schwarzgeld rein zu waschen, dauert schon etwas. Einigen teutonischen Anlegern zu lange, und so versuchen sie ihr eingeschafftes Vermögen wieder auszuschaffen, bevor es Zwanzig 13 schlägt oder herber Griechischer Wein den Kurs weiter verwässert.

Die Schweizer Bankster zahlen aber mittlerweile nur noch bescheidene Bar-Beträge aus, weil sie fürchten, den mit dem Grossen Kanton ausgemauschelten Ablasshandel aus der eigenen Schatulle alimentieren zu müssen.

Guy Fawkes Maske zum Ausschneiden

Leutselig getraut sich der nach der milliardenteuren Londoner Zocker-Nullnummer vorerst interimistisch eingesetzte UBS-Chef Ermotti halbwegs Eier zu zeigen, anstatt wie gewohnt weiter herumzueiern:

«Die Schweiz ist reich geworden durch Schwarzgeld. Wenn wir überall einen Schwarzen Peter verteilen würden, wo unversteuertes Geld drin ist, wäre die ganze Bahnhofstrasse voll von Schwarzen Petern.»

Von einem der ihren blossgestellt zu werden, ist fast schon ketzerisch und getroffen jault das hiesige Finanzestablishment auf. Alle Hoffnung gilt nun der baldigen Ankunft des Messias am Paradeplatz. Insiderwissen wird der schiffsflüchtige Ex-Oberbankster von der Deutschen Bundesgang für die 2 Mio. Handgeld (plus Salär, plus Aktienpaket, plus Bonus) schon genügend mitbringen, um den Strategiewechsel profitabel zu deichseln.

Aus Schwarz wird Weiss, Hauptsache die Kohle bleibt hier.