Die Image-Kampagne im Zürcher Kreis 4 setzt auf Verbotskultur
Kategorie: Schweizer Spinner
Dr. med. Abzock
Der Abzocker vom Novartis beichtet dem staunenden Publikum rechtzeitig zum Ende der Abstimmungskampagne seine 72 Mio-Abfindung:
Schon ulkig, dass eben jener Manager, an dessen über die Jahre erhaltenen exorbitanten Boni-Zahlungen sich erst die ganze Abzocker-Debatte in der Schweiz entzündet hatte, nun kurz vor Abstimmungs-Schluss das mutmasslich entscheidende Eigentor schiesst.
Zeitschinder
Die Credit Suisse gab bei ihrer Bilanzpressekonferenz bekannt, die diesjährigen Bonus-Zahlungen bis kurz vor Ostern versteckt zu halten:
Da freut sich die wirtschaftsliberale Denkfabrik Economiesuisse, die so weiterhin recht ungestört mit Shock & Awe-Szenarien ängstigen darf.
Ablasshandel
Neuerdings sind in Zürich ganz in der Nähe einschlägig bekannter Orte umgerüstete Parkuhren mit rotem Regenschirm-Symbol platziert.
Gibt es hier womöglich Eintrittskarten für die Heilsarmee?
Kaum. Auch keine Regenschirme. Die Stadt Zürich will unbedingt den anschwellenden Sexarbeitsmarkt regulieren. Bordsteinschwalben müssen neben obligatorischer Arbeitsbewilligung und Krankenversicherung nun für die Zeit zwischen 19h und 5h zudem eine Stehplatzkarte vorweisen.
Auf dem Zürcher Strassenstrich wird zunehmend osteuropäisch verkehrt
Da capo
Anscheinend ist alles wieder gut und die Party kann weitergehen. Hurra!
Heja, Frälsningsarmén!
Auslandseinsatz: Schweiz schickt die Heilsarmee nach Schweden!
Edit 17.12.12: Aber wird sie dort überhaupt ankommen?
Schöneuter
Die Schweiz ist führend: ob Faustball, Orientierungslauf oder Braunvieh. So gab es jüngst einen totalen Triumph auf der Bruna 2012, dem Braunviehzucht-Weltkongress in St. Gallen. Obschon in Abteilung 12 BS vermeintlich ein Tier aus dem Allgäu (D) mit österreichischer Ohrmarkennummer den ersten Preisrang belegte, stammt selbst dieses Rindvieh ursprünglich aus Schweizer Zucht!

Einen stimmungsvollen Video-Bericht von der Bruna gibt es hier und da.
Bezeichnend sind die Preis-Kategorien — neben Miss Schöneuter noch die Miss Lebensleistung, die Miss Protein und natürlich eine Miss Genetik.
Übrigens wird für Viehschauen generell gerne in eine stylistische Trickkiste gegriffen, wobei selbst das Versiegeln der Zitzen als durchaus noch im Rahmen des Erlaubten gilt…
PS: Schön geräuchte Euter dort.
Bankgeheimnis
Räblischwur
Was dem Halloween der Kürbis, ist für den kantonalen Zürcher die Räbe. Ritzen und Schnitzen, bisschen Rübe ab, Kerze rein und ab ins Dunkle.
Fast ausschliesslich für die beliebten Kinderumzüge werden die Räben tonnenweise im Umland angebaut. Mit gerade hundertjähriger Tradition boomt der damit noch recht moderne Brauch stimmungsvoll und antiglobal in seiner lokalen Nische. Die Detailhändler Migros und Coop verbannten unlängst die allermeisten Halloween-Artikel wieder aus ihrem Sortiment und offerieren lieber authentische Räben zum Selberschnitzen. Heile Welt wärmt.
Versprecher
Neulich auf einem Zürcher Spielplatz erzählte ein kleines Mädchen ihrer Mutter vom Kindergartentag. Dabei erwähnte das Kind, dass die Kindergärtnerin „Ufgabe“ gestellt hätte. Sofort verbesserte die Mutter sehr bestimmt, es hiesse nicht „Ufgabe“ sondern „Ufgobe“; bei ihnen daheim würde schliesslich Baseldütsch gesprochen und nicht Züritüütsch!
Aufgrund solch mundartlicher Feinheit und deren unbedingter Wichtigkeit war der Hobbyschweizer schlichtweg baff und neugierig, machte doch die Mutter ansonsten nicht gerade den Eindruck einer volkstümmelnden Landpomeranze. Nach intensiven Nachforschungen verfing sich dann eine aufschlussreiche Alemannische Sprachkarte im Netz.
Und der Hobbyschweizer hat jetzt gelernt, dass Basel (Stadt) eine Niederalemannische Insel in der Schweiz ist und die stolzen Insulaner sich nie (und schon gar nicht von Zürchern!) ein a für ein o vormachen lassen, sondern ihren Dialekt gut pflegen – gestern, heute und morgen.
Heilsbells
Rettet die Heilsarmee die Schweiz?
Selbst für diesen Versuch gäbe es für die Schweiz vermutlich wenig mehr als die gewohnten Zero Points. In einer Volksdemokratie ist man jedoch ergebnisoffen und auf der Seite des Schweizer Fernsehens tummeln sich weitere 178 (!) Bewerbungsvideos. Es gibt dort allerhand bemerkenswert stumpfes Liedgut. Unerschrocken kandidiert Serbien in der Schweiz, die Eurovision-Gewinnerin von 1956, Lys Assia, ist nicht tot zu kriegen und Hotel Mama hat immer ein Leckerli für schunkelige Schwergewichte. Politisch korrekt ist Jack Stoiker, der findet die Anderen einfach nur blöde.
Darmartig
Darm-Alarm zu Ende. Cervelat lebt. Danke Globalisierung Buckelrind!
BSE-frei gibt es mit EU-Segen wieder Wurstdärme satt für die Schweiz.
Aussprache
Manövergebiet
Nachbar Albert liebt schneidige Panzermanöver im Vorgarten. Unter den stieren Augen von Gartenzwergen & Co. übt sein funkgesteuerter Spielzeugtank sehnsüchtig Blitzkrieg. Ein eingebauter Soundchip suggeriert Dieselatmosphäre, Maschinengewehrfeuer und eine heftige Panzerhaubitze. Der kleine Junge im Nebengarten reagiert bereits leicht verstört sobald der Panzer gefechtsbereit in Stellung geht und ergriff nach einem überraschend vorgetragenen Frontalangriff schreiend die Flucht.

Vor ein paar Tagen präsentierte Albert im Garten stolz seinen neuen Prototyp: ein noch zu tunendes Panzer-Chassis in Go-Kart-Grösse steht bereit zum Aufrüsten; Albert verspricht die Manövertauglichkeit innert 18 Monaten — ich bin jetzt schon gespannt auf die digitale Akustik…
Delikat Essen XLV
Seinen diesjährigen Ruhetag wirklich verdient hat sich der Happy Beck im Zürcher Rotlichtviertel. Vom Volksmund wird die Institution auch liebevoll Mörderbeck genannt, weil eine wegen dreifachen Mordes verurteilte Milieugrösse nach erfolgter Umschulung im Knast eben dort konditerte.
Rauschmessung
Die ersten Kontrolleure waren bereits unterwegs, um im Val de Travers die frisch eingerichtete geschützte geografische Herkunftsbezeichnung für fälschungssicheren Schweizer Absinth an Ort und Stelle zu überprüfen.
Bis anhin keinerlei Beanstandungen
Der wesentliche Unterschied zwischen GGA und AOC und anderen Gütesiegel wird dort stocknüchtern erklärt.
Sporno Spracken
Analog zur Uhrenbranche gelingt den bauernschlauen Eidgenossen mit einer gut abgekupferten und vorwiegend durch eintönige, aber hörige Landeier kommerziell sehr erfolgreichen Massenbespassung das Original zu übertreffen. Während die teutonische Ausführung heimatlos geworden einer Art Endlösung zugeführt wurde, ist die hiesige Gute-Laune-Bewegung ein traditioneller Bestandteil der konsumorientierten Erlebnisgesellschaft und offenbart bei der Sponsoren-Auswahl richtig guten Geschmack:
Auto und Wurst gehypt von Sextoys alimentieren die Züri Fleischbeschau
Wobei mir beim Nachrechnen schon auffällt, dass der Autohändler nach eigener Anschauung tatsächlich den grössten Gebrauchtwagenmarkt im Umland führt und zumindest die legendäre Rostbratwurst Wiedikerli vom Keller Metzg frisch grilliert eine ausgesprochen gute Figur abgibt und dabei richtig gut schmeckt! Dass auf der Keller-Homepage die aktuellen Schlachtviehpreise verlautbart werden, hat zudem einfach Stil…
In Sachen Sexshop kann ich keine Zeugenaussage tätigen und lediglich vermerken, dass Wollerau (jwd) im steuerbegünstigten Kanton Schwyz liegt und ein Herr Federer genau dort eine Niederlassungsbewilligung hat.
Partytime
Delikat Essen XLIII
Urteilsverkündung in der Birmensdorferstrasse, Zürich 4
Blød kickt gut
Eben noch schwärmten die Alt-Hippies mit einer psychedelischen Antwort für Timothy Leary völlig losgelöst ums Zentralgestirn herum, dideldum.
…let the sunshine, let the sunshine in, the sun shine in…
War bei dem Trip zu viel Sonne im Spiel oder liegt es an den zur Pause injizierten Vitaminen, wenn die Kickerei plötzlich eigenartig ausartet. Die Hellenen verwandeln sich in Däninnen, Gomez trägt einen Pferdeschwanz und der Réthy Belá wirkt geradezu grotesk ins Töpperwien´sche verzerrt!
Statt Sommer of Love also nur Tutti Futschi?!
Und Bozsik?
Bozsik, immer wieder Bozsik! Der rechte Mittelläufer der Ungarn am Ball. Er hat den Ball – verloren diesmal, gegen Schäfer. Schäfer nach innen geflankt. Kopfball – abgewehrt. Aus dem Hintergrund…
Die spinnen, die Magyaren.


















