Maifeier

Der Musik-Gottesdienst im Offenen St. Jakob stand ganz im Zeichen von Freiheit, Widerstand und Anarchie. Derweil der musikalische Spannungsboten von „Die Gedanken sind frei“ über „Bella Ciao“ bis zur „Internationale“ führte, las der selbstbewusste Pfarrer der selbstoptimierten Leistungsgesellschaft leidenschaftlich die Leviten, da jene offensichtlich und vordergründig völlig entspannt die permanente Auto-Ausbeutung propagiere und durchsetze. Ein klares (äusseres) Feindbild gehe bei diesem subversiven Mechanismus völlig abhanden und bei Auflehnung kehre sich die Energie destruktiv nach innen und generiere die zeitgenössische Depression, den Burn-Out.

Als Gegenentwurf wurde ein herrschaftsloser Zustand der Anarchie skizziert, sowieso eingeschränkter Konsum und mehr Mut zur Freizeit. Selbst bei der Kollekte betonte der Vortragende, dass es vermutlich besser sei einfach einem Bedürftigen auf der Strasse das Geld in die Hand zu drücken, als damit den Opferstock zu füttern. Die kleine Gemeinde war durchwegs beeindruckt von dieser Maifeier und der Hobbyschweizer trällerte zum Feierabend noch fröhlich den Refrain von Solidaritätslied…

Knallköpfe

Alle Frühjahr wieder feiert Zürich zünftig Zürich und lässt einen Pappmaché-Schneemann in die Luft fliegen. Diesmal aber feiert Zürich Zürich und lädt Zürich ein!

Sechserläuten 2015, Sechsilüüte, Zürcher Sechsilüüte, Sechserläuten Zürich 2015, Böögg

Weil 2015 kein anderer Kanton Gast sein wollte (nach Luzern sagte auch Liechtenstein ab) erklärte sich der die Stadt umfassende, umschliessende und dazu auch noch gleich benamste Kanton bereit kurzfristig einzuspringen. Was für ein Chlapf.

Obrigado

Sozialneid im real existierenden Kapitalismus Ronaldo Statue, Dicke Hose Ronaldo, Ronaldo Football, Ronaldo Denkmalist ähnlich konstruktiv wie Tanzen über Architektur.

Aber dennoch interessant: gemäss dem wunderbar leicht zu bedienenden BBC-Kalkulator müsste ich als Lohnsklave bei identischem Einkommen bereits seit 800 Jahren arbeiten, um in Summe das Jahressalär von Senhor Cristiano R. zu erzielen.
Umgekehrt braucht die fussballernde Hosenbeule für meinen Jahresverdienst nicht einmal eine volle Viertelstunde Training einzuplanen.

Auf der BBC-Seite lassen sich solche Absurditäten anhand weiterer kurzbehoster Besserverdiener drastisch schön darstellen.

Ohne das schmerzliche Thema Brot & Spiele am dieser Stelle tiefschürfender zu behandeln, lieber noch einen fotografischen Hinweis auf antike Sportbekleidung, als man mit den kurzen dicken Hosen sowieso noch dem klassischen Calcio frönte.

Calcio Storico, Real Football,

Oktagon

Erst gehen,

Sufisms, Derwisch,Mevlana

dann drehen.

Mevlana, Sufismus, Derwisch, Sema

Fotos machen ist während des Rituals der Mevlevi-Derwische nicht erlaubt; obige Bilder sind daher direkt von Mevlana.ch entliehen. Man erkennt aber gut das abgezirkelte Achteck auf dem Parkett. Ausserdem arbeiten die supertollen raufundrunterfahrbaren ehernen Kerzenleuchter unter Volllast. Im Dezember wird Mevlanas nächster Hochzeitstag gefeiert, dann wieder mit Weihnachtsbaum, Krippe und leibhaftigen Sufi-Musikern im Chor unterhalb der Orgel.

Knabenscheissen

Verkackt haben wieder mal die Jungs: Melina hat nach Stechen 2014 klar gewonnen und ist die juvenile Regentin des Sturmgewehrs 90 aka SIG 550. Die Schiessprügel sind übrigens ohrenbetäubend laut; interessant aber, dass trotzdem viele Schaulustige kommen, obwohl es deutlich mehr auf die Ohren als für die Augen geben tut.

Knabenschiessen 2014, Schiessanlage Albisguetli, Knabenschiessen Zürich

Sowieso geht man ja nicht wegen der Schiesserei auf das Festgelände, sondern wegen Zuckerwatte & grossen Kinderaugen. Die malträtierten Ohren wurden wie üblich durch die legendäre Ruth-Orgel von 1906 etwas besänftigt, quasi Klangoase. Diesmal spielte olle Ruth just „Berliner Luft“ — geht doch.

Orgelwagen Kanbenschiessen, Orgelwagen Fa Buser, Ruth36 Orgel

Und ja, der Hobbyschweizer war auch drin in der Orgel…

Tillen-Willi

Bewahrung und Erhalt von Traditionen ist eine ureigene helvetische Spezialität, welche heute in der marktkonformen Swissness gipfelt und dergestalt zum Geldwerten Vorteil gereicht. Besonders am Schweizer Nationalfeiertag, wenn auf der Rütliwiese oberhalb des Urner Sees der Bundesbrief verlesen wird und dabei der nebulöse Mythos von den drei Genossen aus Uri, Schwyz und Unterwalden, welche eben dort einen Eid geschworen haben sollen munter weiter tradiert wird, fällt auf, wie sehr die moderne Schweiz ihre dramaturgisch geschickt gepimpte Herkunft verklärt.

ruetliwiese, Ruetliwiese 2013, Ruetli, Ruetlischwur

In dem 1971 erschienenen Werk «Wilhelm Tell für die Schule» entlarvt Max Frisch den Gründungsmythos der Eidgenossenschaft gründlich mit einer kenntnisreichen Mischung aus Ironie, Humor und Phantasie. Frisch verzichtet auf jedwede Schönfärberei und ist mit seiner Version um einiges dichter an der historischen Wahrheit als das Helvetische Heldenepos. Er verschweigt nicht jene bis ins Detail auffällige Ähnlichkeit des kolportierte Apfelschusses mit gleich zwei Skandinavischen Vorbildern (Toko-Sage). Der Rütlischwur der drei lokalen Herren Stauffacher, Melchtal und Fürst ist bei Frisch eher ein Interessen-Bund von Grundeigentümern und keineswegs ein brüderlicher Freiheitsbund von einfachen Bauern und Hirten. Der «Trotz aus Unverständnis war mörderisch» bilanziert Frisch über die verstockten Bergler.

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(Foto: Sarah Groß, Fliegende Volksbühne Frankfurt)

Bis hinein ins 20. Jahrhundert galt noch der 7. November 1307 als Datum des vermeintlichen Rütlischwures, wobei solch gegenseitige Schutzabkommen zwischen verschiedenen Talschaften in jener Zeit sowieso oft und gerne geschworen wurden. Zur anstehenden Berner Kantons-Feier 1891 fand sich wie zufällig eine auf 1291 datierte Erklärung und mit dem Rütlirapport robbte der Nationalmythos dann allmählich weiter Richtung Monat August.

Urschweizer Verein Zürich, Urschweizer, 1. August 2014, Nationalfeier Schweiz, Bundesfeier Zürich

Im Zuge der epochalen Feiern von 1991, gefolgt vom ablehnenden Volksentscheid zur EU-Causa 1992 wurde der 1. August dann 1994 als arbeitsfreier Feiertag verfassungsmässig festgeschrieben. Die nationale Cervelat grilliert sich im Hochsommer jedenfalls viel angenehmer.

Oh Du Goldigs Sünneli

Sonnenwendfeiern sind wieder mega-in, rituelles katalysiert spirituelles. Ehedem als „Heidnisch“ verschrienes Kulturgut gilt zusehends als rehabilitiert und wird heutzutage in manchen Kirchen akzeptiert und sogar zelebriert. Metaphysischer Ek­lek­ti­zis­mus par excellence, Om meets Ky­rie elei­son beim Ringelpietz mit Anfassen.

Somnnenwendfeier, rituelles Singen

Am 21. Juni wird es um 12.51 MESZ dann auch astronomisch Sommer, diesmal ganz im Zeichen des Brazuca.

Bruder Jakob

Citykirche Zürich, Offener St. Jakob, Kirche Zürich

Der „Offene St. Jakob“ ist eine sogenannte Citykirche in Zürich. Anfang der 90er wurde die im Kreis Cheib gelegene Kirche aufgrund des rapiden Rückganges von Gemeindemitgliedern und Kirchgängern einem breiteren Publikum geöffnet und in der Folge durch bauliche Massnahmen besucherfreundlich umgestaltet. Starres Kirchengestühl wurde zugunsten einer variablen Bestuhlung ausgetauscht, ein betanzbares Eichenparkett verlegt und eine zeitgemässe Licht- und Audioanlage installiert. Heute steht das Haus täglich für jeden offen und kann zudem für diverse Veranstaltungen gemietet werden.

Kirche St. Jakob, St. Jakobkirche Zürich, Citykirche Zürich, St. Jakob

Traditionell werden in der Aussersihler Gemeinde Migranten fürsorgt, die salopp-juvenile Streetchurch lässt es regelmässig andächtig krachen und selbst Klangtherapie, Handauflegen und Yoga finden ihren Platz. Bis zur Anlegestelle wogte die Tango-Nacht im Kirchenschiff unlängst bis vier Uhr morgens…

Selbstverständlich wird aber auch dem kultischen Bedürfnis der reformistischen Gemeinde entsprochen: die sonntäglichen Zeremonien werden abwechselnd mit Musik, Tanz oder Gesprächsrunden aufgelockert. Bisweilen agiert der käufliche Hobbyschweizer als braver MC und keuscher Abwart. Sozialpolitisch steht die Kirchengemeinde auf der richtigen Seite und es nimmt kaum Wunder, wenn zum Abschluss der Sonntagspredigt zu der Demonstration Wem gehört Zürich? aufgerufen wird. Nicht zuletzt wird der Laden auch seinem Namenspatron gerecht und fungiert als Pilgerzentrum für die Muschelweggänger, gell Anton.

Jakobsweg, Wegweiser Jakobsweg

Heileland

Die heile Welt im Heidiland wird von den eigenbrötlerischen Bauern auf dem Land gepflegt. Allerdings sähe das Heidiland ohne milliardenschwere Subventionen nicht gar so alptraumhaft herzig aus; selbst das Wiesenmähen wird mancherorts staatlich entlöhnt, so dass sich Landwirtschaft obendrein als Hobby lohnt. Ähnlich der toskanischen Traumlandschaft erschliesst sich auch im voralpinen Lebensraum der unmittelbare Einfluss des Menschen erst bei einem genauen Blick, und zeigt sich alsdann als ziemlich grosser, aber ordentlicher Familiengarten.

Unter weitestgehendem Ausschluss von Konkurrenz in Form auswärtiger Frass- und Futterfeinde lässt sich die helvetische Bauernschaft ihre hochpreisigen Produkte kräftig subventionieren und kann zudem auf einen abgeschotteten Binnenmarkt zählen. Gerade unter jenen hoch bezuschussten Kulturpflegern gilt nun das Biotop Schweiz als ungemein gefährdet, wobei auf dem Land im Vergleich zu den Städten eher weniger unter Dichtestress gelitten werden dürfte.

Swisspa, Swissspa, Swissspa.ch,

Und so kommt es zu der paradoxen Situation, dass vor allem jene Kantone einem Isolationismus frönen, welche vom Kantonalen Finanzausgleich am meisten profitieren. Auf absurde Weise alimentieren die weltoffenen Kantone so die ländlich geprägten Nationalpopulisten in der Eidgenossenschaft — ein wahrlich besonders eindrücklicher dialektischer Umschlag helvetischer Art.

Jahresendfeuer

Der letzte Weltuntergang war ja ursprünglich für das Jahresende 2012 vorgesehen; doch nun stellt sich überraschend heraus, dass bei den damaligen Berechnungen der gemeine Zufall schlichtweg übersehen wurde, und nun überraschend die Endziffer 13 zur Zusatzzahl wurde…

• -> http://de.ria.ru/society/20131130/267388165.html

Last orders !

In Zürich wird das Oktoberfest bis in den November hinein gefeiert, während das Original schon vor 140 Jahren geschäftstüchtig in den meteorologisch eindeutig optimistischeren September verlegt wurde.

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Sowieso erstaunlich, dass trotz aller Ressentiments gegenüber den nördlichen Biertrinkern das bescheidene Plagiat inmitten der Stadt seit bald 20 Jahren ausgerichtet wird.

Pecunia non olet und Schweinebraten mit Gemütlichkeit im Landhausstil über alles! Heute ist auszapft, und das ist auch gut so…

Harvest Soon

In der tagesaktuellen Auszählung hat sich bereits vor Schliessung der beiderseits des Hochrheins gelegenen Wahllokale ergeben, dass just am 22. September pünktlich um 22:44 Uhr Mitteleuropäischer Nochsommerzeit es definitiv anfängt zu herbsten. Auf der Nordhalbkugel unseres Planeten werden die Blätter fallen und das Tageslicht rasch abnehmen. Möglicherweise wird manch einer dann allein im Dunklen „Glück auf, der Steiger kommt!“ pfeifen. Damit es nicht beim Pfeifen bleibt, hier die Textfassung, frei nach Wikipedia:

Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt.
|: Und er hat sein helles Licht bei der Nacht,
|: schon angezündt’

Schon angezündt’! Das gibt ein Schein,
|: und damit so fahren wir bei der Nacht,
|: ins Bergwerk ein

Ins Bergwerk ein, wo die Bergleut’ sein,
|: die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht,
|: aus Felsgestein

Der Eine gräbt das Silber, der and’re gräbt das Gold,
|: doch dem schwarzbraunen Mägdelein, bei der Nacht,
|: dem sein wir hold

Ade, nun ade! Lieb’ Schätzelein!
|: Und da drunten in dem tiefen finst’ren Schacht, bei der Nacht,
|: da denk’ ich dein

Und kehr ich heim, zum Schätzelein,
|: dann erschallet des Bergmanns Gruß bei der Nacht,
|: Glück auf, Glück auf!

Eine weitere überlieferte, vor allem im Ruhrgebiet verbreitete Strophe lautet

Die Bergmann’s Leut sein’s kreuzbrave Leut,
|: denn sie tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht
|: und saufen Schnaps

Wenn die vorherigen Strophen sitzend gesungen werden, stehen die anwesenden Bergleute bei der oben stehenden Strophe meistens auf. Zudem wird auf größeren Veranstaltungen nach Singen dieser Strophe angestoßen und ein alkoholisches Getränk getrunken.

Des Weiteren kursieren eine Reihe weiterer Strophen, die ähnlich aufgebaut sind, für verschiedenste Gruppen, wie z. B. Hüttenleute, Chemiker, aber auch Hausfrauen. Hierbei enden die Strophen allerdings auf „|: und saufen’s auch :|“.

Oans. Zwao. G´suffa.

*           *           *

PS: Eine ausführliche Exegese der Schwarzen Barbara vom blonden Heino folgt dann zeitnah anlässlich des nächsten Scheiding.

Schwingermarkt

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Beim alle drei Jahre stattfindenden Eidgenössischen Schwingerfest unterlag der von Lidl.ch geponserte Seeländer Stiernacken Chrigu Stucki dem Emmentaler Sempach Matthias im Schlussgang. Obwohl Ersterer ein gutes Drittel mehr Lebendgewicht als der neue Schwingerkönig auf die Waage brachte, setzte sich Technik gegen Kraft durch. Als ich das Riesenbaby auf der Appenzeller Schwägalpschwingete erstmals leibhaftig beäugte, dachte ich zunächst er sei der Grüezini von Lidl, weil er dort auf Pappe aufgezogen lebendgross immer am Eingang rumsteht.

Stucki Autogrammkarte, Stucki Christian, Schwingerkönig 2013

Die hiesigen Statthalter von Herrn Schwarz bewiesen ein gutes Händchen, indem sie den Hünen als Markenbotschafter unter Vertrag nahmen, auch wenn dessen Vereinnahmung durch den aggressiv auftretenden ausländischen Discounter zunächst in der heimatverbundenen Schwingerszene gar nicht besonders gut ankam.

Dafür hat die Migros als Hauptsponsor des Schweizer Nationalsports nun die Genugtuung, die Königswürde weiterhin im eigenen Detailhandel fachgerecht verwursten zu können.

Züripest

Sonntags früh — noch herrscht Ruhe vor dem Sturm. Der Boden ist noch ganz klebrig von der vergangenen Nacht; Spritz- und Kehrwagen der ERZ kämpfen tapfer gegen Müll und Gestank, damit sich das grosse Rad wieder weiterdrehen kann.

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Frauenmünster mit Chilbi

Während der drei Tagen des grössten Schweizer Volksfestes, dem von zweieinhalb Millionen Schaulustigen heimgesuchten Züri Fäscht, duftet es in der Innenstadt penetrant nach einer promillestarken Urinmischung. Für Zürcher Nasen ein Fauxpas sondergleichen! Postwendend wetteifern zahllose Deodorant- und Parfumträger aus der Agglomeration im Laufe der Festage um die olfaktorische Dominanz, was zu einer trotzigen Melange eines parfümierten Pissoirs gerät, bevor die Chose von neuem anfängt wieder kräftig und ziemlich eindeutig zu stinken. Et cetera. Man kann deutlich wittern, dass in Downtown Switzerland der KundeBauer König ist. Wildpinklerei ist zwar verpönt, aber bei einem ToiToi auf 3.300 Besucher ist schon mal Not am Mann. Grössenmässig ist das Fest sowieso längst aus dem Ruder gelaufen und durch die dreitägige Urinade wird nicht nur die Bausubstanz der Altstadt bedroht. Weil aber die Instandstellungen Geld und Zeit kosten, kann und darf das Fest wohl auch nur alle drei Jahre stattfinden…

Züri Fäscht 2013, Instandstellung Züri Fäscht, Schäden Züri Fescht

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Zu der diesjährigen Ausgabe des Festes hat sich die Reformierte Kirche Zürich entschlossen sich zu öffnen und im Kreuzgang des Frauenmünsters ein sogenanntes „Refreshing“ anzubieten, nämlich Wasser, Brot und Spiele. Für den mega-reformierten Hobbyschweizer ein ideales Einsatzterrain als über-konfessioneller, da konfessionsloser Helfer.

züri fäscht 2013, reformiertes fest 2013

Der Anspruch der veranstaltenden Reformisten die angeschlossenen Migrationskirchen mit ins Boot zu nehmen war gut und nett gemeint. In meiner Truppe waren Sri Lanka, Iran, Irak, Lettland, Kongo, Afghanistan, Tibet und Angola vertreten und keiner war sich wirklich grün. Auch zwischen den lukullischen Anbietern aus Brasilien, Italien, Finnland und Angola gab es Irritationen und kleine Reibereien. Missverständnisse liessen schnell die üblichen rassistischen Mechanismen Vorurteile zu Tage treten. Nur kamen sie nicht nur von den weissen Langnasen, sondern untereinander und gegeneinander wurde beschuldigt, misstraut und separiert, gestritten und geklaut. Babylon pur.

Frauenmünster, Frauenmuenster Zuerich, Zürich Chilbi 2013, Züri Fäscht 2013

Genossen habe ich aber den Beginn meiner Frühschichten, als der Festbetrieb noch ruhte und ich mir das Frauenmünster aufschloss, um mutterseelenallein mit der durch die Chagall-Fenster blendenden Morgensonne kurz zu meditieren. Hach.