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Kategorie: Andere Spinner
Perrylium
Hobbyschweizer V
Rätselhaft
Nach dem livehaftigen Zapfenstreich nun der nächste musikalische Leckerbissen auf dem Marktplatz zu Heilbronn. Mit wahnwitzigen Ohrwürmern wie „Mit meiner Balalaika war ich der König auf Jamaika“ oder Gassenhauern von „Ich hab noch Sand in den Schuhen aus Hawaii“ über „Schuhe so schwer wie Stein“ bis zu „Auf der Straße der Sehnsucht“ erzählt unser Gesuchter vom erbarmungslosen Tingeltangel-Leben.

Wer ist der Huldiger der schwarzen Madonna?
Jubelfeier
Die Jahresendfeier von Swisspa International mäanderte zur rauschenden Partynacht. DJ Chang heizte der Belegschaft derart ein, dass die anfangs noch recht laue Stimmung allmählich auf gemischtes Sauna-Niveau stieg.
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Nach unzähligen Karaoke-Einlagen wurden alle MitarbeiterInnen des Jahres zum gemeinsamen Stelldichein auf die Bühne des Swisspa Convention Centers gebeten und freudig für ihre Auszeichnung bejubelt.
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Wir danken allen Geschäftsfreunden und werden im nahenden Schaltjahr all unseren treuen Kunden weiterhin Attraktives und Reelles anzubieten.
Artenschutz
Grossbanken müssen ihren Zinshunger laufend befriedigen und wachsen tendenziell unersättlich weiter. Eine kritische Masse ist erreicht, wenn deren Wertschöpfung buchhalterisch diejenige ihres Heimatlandes übersteigt und ein möglicher Kollaps der Bank den Staatshaushalt zu gefährden droht. Der Staat sieht sich in der Folge quasi genötigt, einen Bestandsschutz zu garantieren. Kapitalistische Selbstregulierung.
Die Championsleague der systemrelevanten Grossbanken firmiert nach einer G20-Absprache neuerdings als G-SIFIs (Global Systemically Important Financial Institutions). Die Politik setzt brav die Vorgaben der Finanzwirtschaft um — für das Spielresultat haftet die Gesellschaft. Der quantitative Umschlag hat bei den Zockerbuden absurde Qualität erzeugt. Brecht hat Recht.
Die bestehende Artenschutzliste umfasst 29 Spielstätten und allesamt befinden sich auf der Nordhalbkugel:
Bank of America* (USA)
Bank of China (China)
Bank of New York Mellon* (USA)
Banque Populaire (Frankreich)
Barclays* (Großbritannien)
BNP Paribas (Frankreich)
Citigroup* (USA)
Commerzbank (Deutschland)
Crédit Agricole (Frankreich)
Credit Suisse (Schweiz)
Deutsche Bank (Deutschland)
Dexia* (Belgien)
Goldman Sachs* (USA)
HSBC* (Großbritannien)
ING (Niederlande)
JP Morgan Chase* (USA)
Lloyds Banking Group* (Großbritannien)
Mitsubishi UFJ (Japan)
Mizuho (Japan)
Morgan Stanley* (USA)
Nordea (Schweden)
Royal Bank of Scotland* (Großbritannien)
Santander (Spanien)
Société Générale (Frankreich)
State Street (USA)
Sumitomo Mitsui (Japan)
UBS* (Schweiz)
Unicredit (Italien)
Wells Fargo* (USA)
Der Tabellenvorletzte schwächelt bereits bedrohlich und braucht 7.500.000.000 € Soforthilfe, bleibt dank der Artenschutzliste aber unabsteigbar.
Und wo schaffte eigentlich der neue UBS-CEO zuvor an?
Richtig.
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Bike Xmas
Sogar der Osterhase hübscht sich zur Finalissima an
Quintessenz
Spagyrisch, soso. Reine Ursuppenalchemie.
Die natürliche Apotheke vertreibt zudem himmlische Erzengel-Sprays, tolle farbentherapeutische Aura Soma-Öle und andere Bachblüten.
Ruhig mal online stöbern, es sind dort reine Liebes-Elixiere zu finden! Und dingens steht ja quasi vor der Türe…
Gutbürger
Bei der symbolischen Okkupation des Paradeplatzes waren von den Neunundneunzigprozentigen zeitweilig immerhin 1000 selbst entfremdete Warencharaktere in der Schweizer Metropole beteiligt.
Der Paradeplatz ist für Zürich das, was Wall Street für New York City ist: ein lokales Sinnbild für die globale Hochfinanz. Übers Wochenende liess man generös das bunte Treiben gewähren, selbst die Tramlinien wurden am Nahverkehrsknotenpunkt effizient umgeleitet. Rechtzeitig zum Schichtbeginn der Bankster am Montagmorgen aber wurde von der staatlichen Exekutive der Abzug der unzufriedenen aber friedlichen Besetzer durchgesetzt.
Der aktuell aufkeimende internationale Protest einer zunehmend von Verarmung bedrohten Mittelklasse wird verständlicherweise hauptsächlich vom politisch und finanziell frustrierten Bürgertum sowie dessen Ablegern getragen und kommuniziert. Falls nun zusätzlich auch noch das gemeine Proletariat aus der Unterschichtenfernsehdämmerung heraus ins Dasein bestimmende Bewusstsein finden sollte, könnte eventuell die Revolution tatsächlich live übertragen werden…
Hier in der Schweiz finden kommenden Sonntag ganz in Ruhe und völlig systemkonform die eidgenössischen Parlamentswahlen statt:
Piraten und Powerpointgegner — vereinigt Euch!
Gugus? Dada!
brulba dori daula dalla
sula lori wauga malla
lori damma fusmaluDasche mame came rilla
schursche saga moll vasvilla
suri pauge fuz maluDolli gamba bokamufti
sabel ize spogagufti
palazuma polja geimula dampe dori villa
alles virds schavi drestilla
offi lima dozapau
pozadau
ccccccHugo Ball (1886-1927)
[kəmˈpjuːtərˈlʌv]
«Computers make it easier to do a lot of things, but most of the things they make it easier to do don’t need to be done.»
Schaibu, schaibu!
Im Mai wurde der Schweizer Erstligaverein Xamax Neuchâtel von einem milliardenschweren Rohstoffhändler übernommen. Der tschetschenisch-stämmige Mogul feuerte fast die gesamte Belegschaft auf und neben dem Platz und kündigte sämtliche Sponsorenverträge. Sodann wurde etwas Tschetschenen-Ornament ins neugestaltete Vereinswappen eingepflegt und die Aufmunterung des Publikums erfolgt nun zusätzlich in Kyrillisch.
Überdies wollte der Oligarch den Geldwaschvollautomaten Fussballclub in Neuchâtel Xamax Vainach* umbenennen, was jedoch aus technischen Gründen (Einsendeschluss verpasst) noch versagt blieb.
*„Der Begriff Vainach (Unser Volk) für das tschetschenisch-inguschische Ursprungsvolk ist (…) patriotisch stark aufgeladen“
PS: Zum Saisonauftakt erlitten 5.000 Hobby-Tschetschenen bei immerhin freiem Eintritt eine 0-3 Heimniederlage.
• • •
[edit 25.07.2011]
Entlassung des gesamten Trainerstabes nach Auswärtsniederlage am zweiten Spieltag.
[edit 26.07.2011]
Tschetschenen-Zar verfügt die Absetzung des (von ihm selbst eingesetzten) Vereinspräsidenten.
[edit 20.08.2011]
Die bislang sieg- und torlose Tschetschenen-Filiale Xamax schiesst zwei Tore und holt drei Punkte in Zürich.
[edit 18.01.2012]
Xamax Flasche leer: Auschluss aus dem Ligabetrieb.
[edit 02.02.2012]
Ende Januar kommt der tschetschenische Clubbesitzer wegen «ungetreuer Geschäftsbesorgung» in U-Haft.
Schmitt Pál szerintem is pojáca!
Szervusz miteinand!

Pál Schmitt ist ein Hanswurst. Echt jetzt!
Nachdem das hier und jetzt geklärt ist, schlagen wir flugs einen grossen Bogen von den nationalbesoffenen Magyaren über das alte (Schweizer!) Geschlecht der Habsburger mitsamt ihren etwas seltsamen Riten hin zu einem pathologisch ebenfalls sehr interessanten hiesigen Hanswurst.
Bis auf die Hohlwelttheorie scheinen alle gängigen Verschwurbelungen mustergültig erfasst worden zu sein. En garde!
Arty-farty
Kunstmesse? I would prefer not to.
Eine Freikarte lockte mich aus meinem Bau ins Freie nach Basel – Art 42. Watn Auftrieb, wat für Menschen: geführte Kunstliebhaber, windschnittige Galeristen, Businesstypen, Aufmerksamkeit heischende Selbstdarsteller und ein paar wirkliche Unikate. Unüberhörbar international, babylonisch fast, doch immer pittoresk und ziemlich gediegen. Eine Ahnung von viel viel Geld liegt in der Luft.
The Art Newspaper titelt: «Sales forcast: fair». Fair enough. Untertitel: «Collectors appetite for more challenging work return — but most expensive items await buyers.» Aha, Kleinkunst kostet zwar weniger, aber die Verdauung der Sammler ist der gestiegenen Anspruchshaltung gewachsen. Boomfaktoren werden auf der Leistungsschau penibel notiert.
Selbst kaum Sammler und noch weniger Galerist liess ich die kleintierzüchtermässig aufgebaute Verkaufsschau links liegen und konzentrierte die Sinne auf die Begutachtung der Art Unlimited-Halle. Gegenwartskunst — gross und auffallend präsentiert. Im zweiten Stock ein Kinderhort, wo kunstaffine Eltern ihre spielsüchtigen Kids parkieren können. Letztere haben dort wirklich ihren Spass, nur eines weinte und schrie ausdauernd.
Zwei Stunden später dann mit Kind endlich runter und rein ins Marktgeschehen. Ein Schmunzeln — hm, da hat also jemand eine Erdkrume in seine Ausstellungsbox gepackt und das funktioniert?
Petrit Halilaj – Art Statement
Es funktioniert weil brachial und ganz und gar ungekünstelt. Nichts ist realer als die Wirklichkeit. Auch wenn Gras darüber wächst…
Dann eine Offenbarung: ein Triple-Mobilee aus runden Audiospotlights und Spiegeln. Holosonic-Guru Josef Pompei entwickelte die Lautsprecher, welche einen gebündelten Ultraschall aussenden. Der Soundtrack erinnerte zunächst an AMM, rasch wurde jedoch hörbar, dass da mehr drin sein muss. Multitracks, Multilayers und Aufnahmen vom Jodrell-Bank-Radioteleskop wurden mit Eigenkompositionen des Künsters gemischt und ergaben einen sphärischen Raumklang der die Hirnrinde angenehm reizte. Tolle Sache, anregende Hörerfahrung!
Erwartungsgemäss, könnte man meinen, da der Konzeptkünstler früher viel mit Derek Jarman und Throbbing Gristle gewerkelt hat.
Cerith Wyn Evans – C=O=N=S=T=E=L=L=A=T=I=O=N
(I call your image to mind)
Das Kind ist jedenfalls prima dabei eingeschlafen und das Lustwandeln konnte in ungeordneten Bahnen weiter gehen.
Das Messe-Publikum selbst übte zunehmend die grössere Faszination auf mich aus: was da alles rumläuft und wie! Schick, schräg, schön. Sicher gab es noch die eine oder andere ansprechende Arbeit, an Erdkrume und Klang-Mobile kam aber nix mehr ran.
But this one is for Joken:
Irgendwie bin ich dann doch eher zufällig über die Box von Erik van Lieshout gestolpert, obwohl die fünf Meter hoch und direkt am Eingang/Ausgang platziert war. Der Name des Ex-Sparringpartners war mir wieder einmal entfallen — einfaches Resultat zu vieler Kopftreffer…
In der Box lief ein Film, den ich aber bloss bis zur eindeutigen Identifizierung meines früheren Kontrahenten anschaute, schliesslich konnte das Kind ja plötzlich aufwachen oder in einem unbewachten Augenblicke gar entfleuchen. Von aussen war die Box eh schöner.
Zum Abschluss des Tagesausflugs in die illustre Kunstwelt gab es noch ein Stelldichein mit der Miss Art:
Vielleicht hat der unbekannte Sprayer nicht ganz unrecht, als er kundtat:
«Kunst ist ein Code der Gebildeten,
um sich über die Unterschicht amüsieren».
Amen.
Rätselwild
Artgerecht
Schauderlust

Die Tepco-Webcam liefert stündlich Bilder von der havarierten Anlage am Pazifik. Obige Morgenstimmung stammt von 22 Uhr MEZ, 6 Uhr Ortszeit.
Störfall Kettenreaktion Strahlenschutz Kernschmelze Strahlenkrankheit
Kulturgulag
Kampagnenkultur
Dreikönig
Jawohl ja, das Tripple ist geschafft:
Was im letzten Jahr noch schieres Glück war, wird allmählich zur Routine. Obwohl die harte Konkurrenz heuer personell deutlich verstärkt auftrat, war der Titelverteidiger nicht zu beeindrucken. Reichlich abgeklärt fingerte er aus dem vorletzten Brötchen den begehrten Plastikkönig.
Zwar König für nur einen Tag, doch dies gleich dreimal — Schlag auf Schlag auf Schlag!

























