Prollsport

Auf der Suche nach dem original Schweizer Proletariat wurde beim Besuch eines geheimen Trainingslagers die helvetische Verelendung augenfällig. Selbst aktive Fussballer können sich — zumal als letzter Mann marginalisiert — hierzulande keinen Barbierbesuch leisten!

Problematik beim Bart des Proleten

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Auf dem offiziellen Mannschaftsphoto im Saisonheftli stellt sich der arme Mann trotz seines haarigen Handicaps selbstbewusst in den Vordergrund. Dabei war doch vorhersehbar, dass bei solch akuter Behinderung eines Torhüters Surprise Zürich in der Konkurrenz keine besonders tolle Überraschung gelingen würde.

Prolet vor Moschee

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In ausländischen Freizeit-Ligen scheint zumindest der Friseurbesuch für das fussballernde Proletariat noch einigermassen erschwinglich zu sein, wie das folgende Beispiel eines vorbildlichen Balljungen zeigt:

Gutbürger

Bei der symbolischen Okkupation des Paradeplatzes waren von den Neunundneunzigprozentigen zeitweilig immerhin 1000 selbst entfremdete Warencharaktere in der Schweizer Metropole beteiligt.

Der Paradeplatz ist für Zürich das, was Wall Street für New York City ist: ein lokales Sinnbild für die globale Hochfinanz. Übers Wochenende liess man generös das bunte Treiben gewähren, selbst die Tramlinien wurden am Nahverkehrsknotenpunkt effizient umgeleitet. Rechtzeitig zum Schichtbeginn der Bankster am Montagmorgen aber wurde von der staatlichen Exekutive der Abzug der unzufriedenen aber friedlichen Besetzer durchgesetzt.

Der aktuell aufkeimende internationale Protest einer zunehmend von Verarmung bedrohten Mittelklasse wird verständlicherweise hauptsächlich vom politisch und finanziell frustrierten Bürgertum sowie dessen Ablegern getragen und kommuniziert. Falls nun zusätzlich auch noch das gemeine Proletariat aus der Unterschichtenfernsehdämmerung heraus ins Dasein bestimmende Bewusstsein finden sollte, könnte eventuell die Revolution tatsächlich live übertragen werden…

Hier in der Schweiz finden kommenden Sonntag ganz in Ruhe und völlig systemkonform die eidgenössischen Parlamentswahlen statt:

Piraten und Powerpointgegner — vereinigt Euch!

Schäbigschick

Nachdem im Zürcher Fussball-Derby der in der Weltklasse-Stadt angesagte lässig-schicke und vintagemässig voll auf Understatement gebügelte Dresscode nicht ganz so eingehalten wurde, wird es künftig vermutlich ein paar Geisterspiele im zugigen Letzigrund geben.

Dem ganzen Schlamassel vorangegangen war ein pupertärer Fahnenklau und der daraufhin überschäumende Testosteronpegel gab dem Fest schliesslich den Rest. Tatsächlich sind Hools & Fools im international zweitklassigen Schweizer Fussball noch immer erstklassig.

Beim vom Hobbyschweizer am selbigen Nachmittag en passant beäugten Viertligaspieles (2:7) sah dagegen selbst die Stadionwurst anregend familienfreundlich aus. Und Schwingfeste sind sowieso der reinste Kindergeburtstag mit lauter SVPlern netten Würsten.

Verschnupft

Investigativer Journalismus fischt auch im trüben Wasser und so liess das Schweizer Fernsehen jüngst eine Kläranlage der Stadt Zürich auf etwaige Drogen-Rückstände untersuchen.

Vielleicht erkennt ja das Staats-TV in der nächsten Folge nach dem ravenden Zusammenhang mit dem Koksboom einen generellen zum Finanzplatz…

Zureich

Bandenwerbung für Auswärtige:

Zugegeben: oben wurde ein überflüssig scheinendes „Z“ nebst Umlaut weg retuschiert und so machts ja auch Sinn.

Nach den heimeligen Claims „Little Big City“ und „Downtown Switzerland“ erklärt Zürich Tourismus Stadt und Kanton nun schlicht zur Weltklasse.

Geltungsbedürfnis + heimische Silberdistel = Swissnessklasse.

Autismus

Die Mundartler haben im Kanton Zürich ein Machtwort gesprochen und Hochdeutsch „grundsätzlich“ aus dem KindergartenChindsgi verbannt.

Somit wird In den staatlichen Kindergärten der Unterricht künftig exklusiv auf Züritüütsch erfolgen und die radebrechenden Deutschschweizer werden ihr Sprachvermögen weiterhin am Fernsehapparat mehren.

Helvetia zero points.