Die zwei grössten Hosen treffen gleich im ersten Gang aufeinander. Das ist gewollt und üblich beim Schwingen — dadurch wird der Wettkampf quasi von Anfang an forciert!
Hopp Abderhalden, Forrer (Nöldi!), Fausch (!) und natürlich Pellet! Der Publikumsliebling unter den Schwingerfans wird aufgrund seiner attraktiven und risikofreudigen Kampfweise von den im Allgemeinen eher zurückhaltenden Zuschauern regelmässig mit Sprechchören angefeuert.
Zum Bildli-Tauschen hätt ich von den Spitzenpaarungen her gerade Lauper, Zbinden und Koch; für den Zbinden will ich aber zwei retour, weil mir der auf der Schwägalp (neben Pellet) recht imponiert hat…
Die Spannung steigt und der Gabentempel ist eröffnet. Das (temporär) grösste Stadion der Schweiz bietet fünfzigtausend Gefolgsleuten Platz, um am Sonntag den König zu ehren.
Die Tickets waren innert drei Stunden ausverkauft — Swisspa hatte kein Glück und muss nun leider draussen bleiben…
Die Generalprobe für das Eidgenössische fand auf der Schwägalp direkt unterhalb vom Säntis im Kanton Appenzell statt und dabei schiffte es ausgiebig. Der Festplatz wurde zu einer Matschlandschaft und nur die Schwinger fanden etwas Halt im Sägmehlring. Trotzdem wurde das Volksfest durchgezogen und die Bratwurst schmeckte wieder prima.
Der Siegerstier hiess diesmal Robin und war ein tonnenschwerer Prachtkerl. Wie üblich gab es für den Zweiten eine Milchkuh und für den Drittplatzierten ein Fohlen.
Unterhaltung wurde von wohlklingenden Jodlern aus dem Emmental geboten und die Alder Streichmusik aus dem Toggenburg spielte ebenfalls herzerwärmend auf. Schwingen boomt munter weiter und trotz Wind & Wetter waren 9.000 Regenjackenträger vor Ort um den Kolossen beim Hosenlupf zuzuschauen.
Für den Gesamteindruck noch ein zittriger Schwenk über Berg- und Festgelände:
Seit im letzten Monat in der Eidgenossenschaft das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen in Kraft trat, greift der Nikotinabhängige hierzulande zu ausgeklügelten Saugapparaturen.
Höchste Konzentration an der Saugapparatur
Die Lobby der Saugapparaturen hat nun Marketing-Maskottchen aufgestellt, mit denen sie mögliche Saugwillige auf Züris Strassen für ihre Ziele gewinnen will.
Manches macht der Schweizer lieber im Verborgenen: Löcher in den Käse schnitzen, laut lachen und Geld zählen. Anderes hingegen völlig überraschend füdliblutt in der Öffentlichkeit.
Das Wandern ist auch des Schweizers Lust und diese wird ganz salopp in Gottes freier Natur befriedigt.
PS: Begründung des (vorläufigen) Freispruchs hier. Deutsche Netzpräsenz der federlosen Wandervögel dort.
Anlässlich des Kreuzberger 1. Mai-Festes 1987 wurde der Bolle-Supermarkt am Görlitzer Bahnhof erst geplündert und anschliessend gebrandschatzt. Lange Jahre war der Platz ein bis auf die Grundmauern niedergebranntes Menetekel.
Pünktlich zum 8. Djumâda I-´Âkhirah 1431 und nach gefühlten 10 Jahren Bauzeit eröffnet auf der einstigen Ruinenbrache nun die Omar Moschee. Mit vier recht unscheinbaren Minaretten auf dem Dach aber einer begrünten (!) Kuppel.
Leitthema des Eröffnungsfestes war der Döner Kebap auf fünf rotierenden Freiluftspiessen vor dem Haus
fünffacher Dönerdrehspiess
die sich im Haus umgekehrt proportional in den gigantischen Kristallleuchtern quasi widerspiegelten.
Dönerhafte Riesenluster
Die BVG machte Sonderfahrten und oben am Himmel lachte gar ein halber Mond wie auf Bestellung.
Aufgrund der überraschend grossen Nachfrage wird die Schwingen-Serie fortgesetzt — heute mit dem Portrait einer Hose:
lässig abgelegte Schwingerhose, gebraucht
Schwingen wird im Schweizer Volksmund auch Hosenlupf genannt. Die Schwingerhosen aus strapazierfähigem Sackleinen werden vor dem Gang angelegt und mit einem Ledergürtel fest gegurtet.
Die Schwinger fassen sich zu Kampfbeginn gegenseitig mit einer Hand an den rückwärtigen Saum der Schwinghosen. Während des Kampfes wird versucht den Gegner durch Ziehen und Zerren an der Hose aus dem Gleichgewicht zu bringen, um einen entscheidenden Schwung anzusetzen. Ein Sieg durch bodigen ist nur dann gültig, wenn mindestens eine Hand des Siegers an Hose oder Gürtel des Gegners Griff hält!
Das 100. Zürcher Kantonalschwingfest in Wald/ZH wurde nun tatsächlich mein erstes! Der Wetterbericht erlaubte die Ausrichtung kurzfristig — tatsächlich gab es wegen Wetterunsicherheit eine telefonische Auskunft ab 5 Uhr in der Sonntagsfrüh und einen Ausweichtermin.
Erster Eindruck vom Festgelände von hinten
Geschwungen wurde auf dem örtlichen Sportplatz in fünf Sägemehlringen um den Hauptpreis Zucht-Stier Caruso:
Zuchtbulle Caruso in seiner Box hinterm Festzelt
Der Bulle Caruso wurde mit den anderen Lebendpreisen während des Schwingens auf den Platz geführt und dem Publikum vorgestellt. Bestimmt verlieh das Erscheinen von Caruso den Schwingern zusätzlichen Antrieb.
Caruso & Co. im oder am Ring
Im reichhaltigen Gabentempel waren diverse Schreinerarbeiten, Haushaltselektronik, Kuhglocken, Fahrräder, Sportschlitten aber auch iPhones ausgestellt. Für jeden der Schwinger gibt es am Ende einen Preis, selbst für den Letztplatzierten.
prüfende Blicke im Gabentempel
Ex-Teletubby und jetzt Bundesrat mit Zuständigkeit für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport Ueli Maurer war als Ehrengast geladen, schliesslich wohnt er direkt um die Ecke und steht mit seiner Partei sowieso für das eher Bodenständige. In seinem Grusswort offenbarte der Maurer Ueli ihm gäbe ja so eine Veranstaltung viel Kraft für seine Arbeit in der Bundesstadt Bern, weil er die benötigte Kraft gerade an solchen Orten zu solchen Anlässen tanken könne, aber nicht etwa von den hier tätigen Schwingern, sondern von uns ziemlich Gewöhnlichen. Ueli ein Vampir? Er sieht ja ein wenig so aus…
Das Wetter spielte prima mit und pünktlich zur Finalrunde gab es ein heftiges Gewitter, welches den Platz flugs von Neugierigen leerte und das Festzelt blitzartig mit den Flüchtenden flutete. Die Schwinger schwangen tropfnass munter weiter.
Der ultimative Schlussgang war dann kaum zu beobachten, weil Rasenplätze und Holztribüne zu nass zum abhocken und Stehplätze mit freier Sicht rasch vergeben waren. Immerhin bekam ich mit, wie der Toggenburger Abderhalden Urs gegen den Bündner Clopath Beat schnell in Rücklage geriet, verzweifelt versuchte eine Brücke zu halten, dem Druck aber schliesslich nicht mehr gewachsen war und gebodigt wurde. Aus, vorbei und Jubel beim Publikum weil quasi Überraschungssieger.
Zusätzlich zu den Lebendpreisen gab es für die besten Schwinger noch was auf den Kopf, nämlich einen plastifizierten Eichenlaubkranz. Auf den Zuruf „Krönen!“ wurden den vor Dirndelmädchen in ritterlich knieender Haltung verharrenden Schwingern diese Auszeichnung verpasst. Einen solchen Kranz bei Schwingerfesten zu erringen gilt als Erfolg und die Anzahl der gewonnen Kränze gemeinhin als Gradmesser für die Fertigkeiten des Schwingers.
Plaste und Elaste aus Schkopau?
Zusammen mit der vorzüglichen Bratwurst hinterliess meine Premierenschwinget einen währschaften Eindruck. Besonders effektvoll ist das dumpfe Geräusch beim Aufschlagen der massigen Körper auf dem Sägemehlteppich. Dazu ein Jodelchor, Fahnenschwinger, Alphornbläser, Blasmusikkapelle, Gewitterdurchzug — herrlich exotisch det janze!
Schwingen ist ein hohes eidgenössisches Kulturgut mit starkem Boomfaktor: die scheinbar heile Älplerwelt quasi als Sehnsucht stillendes Gegenstück zu fortschreitender Urbanisierung und Globalisierung.
Die urwüchsige körperliche Auseinandersetzung von weit über 100 Kilo schweren Kolossen in einer einfachen Sägemehl-Arena untermalt von einem zünftigen Folkloreprogramm besitzt Volksfestcharakter und erreicht werbeträchtigen Kultstatus. Der Toggenburger Schwingerkönig Abderhalden Jörg wurde vom Fernsehpublikum 2007 gar zum Schweizer des Jahres erkoren!
Sicherlich wird einem die Birne etwas weich durch die permanente Volksmutantendudelei auf den Festplätzen. Eine gewissenhafte Vorbereitung in einem harten Trainingslager auf Radio neo zwei empfiehlt sich.
Anlässlich vom diesjährigen Schwing- und Älplerfest wurde eine etwas rustikale Version der Panini-Bildchen-Seuche ausgelöst. Der Hobbyschweizer ist bereits angesteckt und hat hochgradiges Tauschfieber.
Auf Sammelkönig gibt es weitere Details. Tauschwillige bitte melden!
Hinter dem weltweit grössten Schützenfest steht natürlich die Lobby der Waffenfetischisten und das ausrichtende OK erklärt im Grusswort ganz putzig:
Das OK hat sich für das Feldschiessen Tafers aber auch etwas Neues und Besonderes einfallen lassen:
Wir haben einen Wandkalender für das Feldschiessen Tafers produziert!
Aha, einen Wandschmuck also.
Passend zu den üblichen Trophäen?
Hauptsächlich aktive Schützinnen (auch mit nationaler und internationaler Erfahrung) aus dem Sensebezirk sowie aus dem näheren Schiessumfeld Tafers haben für den Kalender mit einer Prise Erotik posiert.
Waidmanns Lust ist Waidmanns Heil!
Waidmanns Dank!
Mit voller Stolz können wir auf das entstandene Produkt schauen und sind der Überzeugung, dass dieser Kalender nicht nur den Schützen- und Schützinnen des Sensebezirks und der restlichen Schweiz viel Freude bringen wird, sondern auch für jeder Mann bzw. Frau, welche sich an ästhetische Bildern erfreuen können.
Warum haben die nicht gleich voller Stolz ein Kalenderblatt als ästhetischen Fangschuss plakatiert…
Weiland am Zürcher Hbf das geordnete Chaos umgeleiteter, ausgefallener und sonderfahrender Tramlinien tobte, sah man derweil klassische Strassenszenen mit zünftig trachtengewandeten Menschen:
Fürs Protokoll hiermit das vorläufig amtliche Endresultat:
Der den Winter symbolisierende Böögg hat knappe 13 Minuten dem Fegefeuer widerstanden — aberglaubend wird das sommerliche Grillwetter damit gut bis mittelprächtig.
Zürcher Vulkanier fackeln nicht lange aber heftig.
Wie unser kürzlich nach Fernost verlegter Komapatient in die Heimat schmögerte, ist das Komasaufen in Komadscha ein weiterhin wachsender wesentlicher Wirtschaftszweig. Für den Transport der tonnenschweren Bierdosen werden mittlerweile richtig grosse Trucks eingesetzt.
Biertaxi auf 6er-Achse
Bei schwierigem Geläuf werden die gigantischen Bierdosen kurzerhand verschifft.
Bierdose in Coolpack auf Mekong Alpha
Komasaufen ist der Freizeitspass schlechthin und wird mit mehreren tausend glückseligen Komatrinkern in grossen Hallenstadien zelebriert.
Hallenkomasaufen macht glücklich
Die beachtlichen Erfolge der komatösen Freizeitgestaltung sind bei manchen kleinen Komakindern nicht einfach zu übersehen.
komatöses Kleinkind (stundenkastriert)
Dass man vom Komabier ganz bestimmt einen singhalesischen Kater bekommt, zuvor aber mindestens zwier tropische Sterne sieht, wird gemäss Packungsbeilage ausdrücklich garantiert.
Sterne & Kater inklusive
Nachdem sich die Blauhemden (5,4 Alkoholgehalt) gegen die Rothemden (4,5 Blutalkohol) naturtrüb durchsetzten, im Finale gegen die Gelbhemden (14,5 Bieranteil) aber hefig unterlagen, steht nun dem totalen Triumph der grossen gemeinen Hopfenrebe in Stadt, Land und Fluss nichts mehr im Wege – da hilft auch kein Lichtschwert nicht.