Bergstrahlung

Am 23. September 2023 überquert die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn am Himmel um 08:50 Uhr MESZ den Himmelsäquator von Nord nach Süd. An diesem Tag beträgt die Dauer des lichten Tages sowie der Nacht auf der Nord- und Südhalbkugel theoretisch jeweils genau 12 Stunden. Dieses Ereignis wird als Tagundnachtgleiche oder als astronomischen Herbstanfang auf der Nordhalbkugel bzw. Frühlingsanfang auf der Südhalbkugel bezeichnet. Weil aber die Atmosphäre das Sonnenlicht an den Himmel lenkt, auch wenn die Sonne knapp unter dem Horizont steht, ist der Tag bei Herbstbeginn tatsächlich 12 Stunden und 12 Minuten lang. Am 26. September ist dann wirklich Herbst, zumindest was die längeren Nächte angeht. Mehr zu Jahreszeiten dort.

Keine Kosmologische Konstanz

Von der Krise in der Kosmologie hört man vermehrt allerorten. So machte Sabine Hossenfelder bereits seit Längerem darauf aufmerksam, dass es eine geradezu unwissenschaftliche Versessenheit wäre, mit Symmetrie und mathematischer Schönheit im Universum zu rechnen. Die theoretische Physik beispielsweise würde Teilchen bzw. Abläufe und Schemata quasi «erfinden», damit die Theorie wiederum zu den Teilchen et vica versa passt. In der experimentellen Teilchenphysik würden Dinge studiert, von denen man gar nicht wisse, ob es sie überhaupt gäbe. L’Art pour l’art quasi. String-Theorie und Multiversum nur Hilfsausdruck für Hilflosigkeit. Seit geraumer Zeit sei nichts mehr handfest gemessen oder bewiesen worden, was nun des Rätsels Lösung – die Relativitätstheorie stimmig mit der Quantenphysik zu vereinen — näher gekommen sei.

Lambda Grossmeister

Im Gegenteil: alle Messungen zeigen, dass das beschleunigt expandierende Universum sowie Alter und Zustand der diversen Typen von Galaxien und Sternhaufen experimentell nicht zu erklären sind. Dunkle Energie und Dunkle Materie würden zwar in die Gleichung mit eingerechnet und doch geht diese einfach nicht auf. Die Berechnung der Hubble-Konstante liefert dabei ganz unterschiedliche und verwirrende Resultate. Neue und bessere Teleskope, verfeinerte Messungen und mehr Empirie chaotisieren eher als dass sie ordnen. Populärwissenschaftlich bringt es Harald Lesch verständlich auf den Punkt, nämlich dass es momentan schlicht kein Lösung gibt und satte 95 Prozent der Materie des Universums weiterhin sprichwörtlich unbekannt im Dunklen liegen. Womöglich wird die Ausgangslage (Bing Bang) falsch interpretiert, womöglich gelten die physikalischen Gesetze doch nicht überall gleich, womöglich ist unser Blick in Zeit und Raum verzerrt.

Der Endkampf zwischen Materialismus und Mystizismus jedenfalls scheint weiter unentschieden.

Nachtrag: siehe auch Sternzeit DLF hier und dort.

Next Impact

Am Freitag den 13. April 2029 werden sich die Erdbahn und die Flugbahn von Asteroid Apophis kreuzen – bei einem Abstand von ca. 10% der Monddistanz, also knapp 37.000 km wird der auf 330 bis 370 Meter geschätzte steinerne Brocken bei guten Bedingungen sogar für das Auge sichtbar sein. Was dann noch knapp vorbei gehen sollte, könnte beim folgenden Date in 2068 zum Streifschuss, wenn nicht Volltreffer werden.

Die Prophezeiung der Nachtigall

Neuesten Bahnberechnungen zufolge ist momentan eine jährliche Verschiebung von 170 Metern Richtung Heimatplanet erkennbar, was der fortwährenden Annäherung des kosmische Besuchers an die Sonne geschuldet ist. Sollte diese Abweichung weiter anhalten, wird der Superbolide aka Gott des Chaos zumindest durch die die Erde umzäunende Satelliten-Hecke fräsen. Allerdings wird das noch zuvor anstehende Rendezvous 2029 einen bislang nicht gesicherten Effekt auf die künftige Reise des Erdbahnkreuzers haben. Vielleicht fungiert ja die jüngst aufgefundene Metall-Stele in den Bergen Utahs als Peil- oder Störsender. Entfernt.

Im Worst-Case-Szenario stünde jedenfalls die prophetische Brigade im gut getarnten Nachtigall-Imbiss zur fatalistischen Schicksalsdeutung allzeit bereit. (edit 2020-12-01) Oder eine Ersatz-Stele.