Kategorie: Andere Spinner
Resozialisierung
Yom Huledet Sameach
Vor 110 Jahren wurde der Sänger Joseph Schmidt geboren. Bald nach seiner Übersiedlung in die Reichshauptstadt Berlin erlebte er dank Rundfunk und Schellack einen rasanten Aufstieg. Die Machtergreifung 1933 führte jedoch zu einem abrupten Ende seiner Karriere in Deutschland, gefolgt von zahlreichen Etappen der Vertreibung und Flucht.
Bis vor Kurzem hatte ich keine Ahnung, dass der berühmt-vergessene Tenor ein Nachbar ist. Gleich nebenan auf dem Jüdischen Friedhof haben Schweizer Freunde ihm die letzte Stätte bereitet, nachdem er auf der Flucht vor dem Grossdeutschen Räuber- und Mördersystem völlig ermattet nicht mehr weiter konnte. Gerade mal 38 Jahre jung ist Schmidt geworden — sein Stern aber strahlt weiter!
Jahresendfeuer

Der letzte Weltuntergang war ja ursprünglich für das Jahresende 2012 vorgesehen; doch nun stellt sich überraschend heraus, dass bei den damaligen Berechnungen der gemeine Zufall schlichtweg übersehen wurde, und nun überraschend die Endziffer 13 zur Zusatzzahl wurde…
• -> http://de.ria.ru/society/20131130/267388165.html
Südstern
Wo wird lauschend angegriffen, wo wird täglich spioniert?
Wo ist Presse, wo ist Rummel, wo wird immer diskutiert?
Der König ist tot, es lebe der König
Mutmasslich wird es eine recht dröge Regentschaft — der pragmatische Youngster macht seine Gegner meist nass und führt dazu in der Rangliste bereits seit vier Jahren und momentan mit vergleichsweise haushohem Vorsprung. Welcome to Zurich!
Big Little Brother
Felix Austria
Die Grosse Koalition ist heuer stilbildend:
Im Musterland Schweiz koalieren bis auf die Grünen alle (!) anderen Parlamentsfraktionen permanent miteinander. Man bemüht dazu die sogenannte Zauberformel, anhand welcher die drei stärksten Parteien je zwei und die schwächste einen Bundesrat (Bundesminister) stellen darf. Aus deren Mitte wird dabei jährlich der Bundespräsident alternierend bestimmt. Seit über 50 Jahren bürgt dieses Prozedere für Stabilität und wird zur Zufriedenheit fast aller Beteiligten so durchgeführt. Die Regierung stellt sich möglichst breit auf und vertraut in der Folge auf die den Eidgenossen zugeschriebene Kompromissfähigkeit. Diese wird jedoch erst durch ausgiebige Debatten im Nationalrat, Ständerat und Bundesrat fleissig geübt, bevor abschliessend ein Volksentscheid über den dann verwässerten erzielten Kompromiss urteilt.
Lachhaft
Mesmerismus
Der „animalische“ (tierische) Magnetismus bildet den theoretischen Überbau für eine okkulte Heilmethode aus dem 18. Jahrhundert, welche von einem bloss vermuteten, jedenfalls nicht-stofflichen Fluidum ausgehend etwaig blockierte Lebenströme mittels Handauflegen zu reaktivieren versucht. Panta rhei, dachte sich der Grieche. Chi, sagt der Chinese und meint das Gleiche.
Tierischer Magnetismus gefällig?
Alternative Heilmethoden sind selbst in der nachgöttlichen Neuzeit eine gefragte und gut bezahlte Tätigkeit von Heilern, Sehern und Handauflegern. Ob Osteopathie, TCM, Homöopathie oder einfache Gesprächstherapie, es ist für alle Geschmäcker und Lebenslagen (vor)gesorgt. Die ganzheitliche Behandlung des ehedem doktrinär streng dreigeteilten Individuums scheint zeitgemäss, vor allem aber zu wirken.
In einer mitteilungsbedürftigen Gesellschaft ist jedweder kommunikativer Stress bzw. Stau ein beinahe schon trendiger Befund. Seelenstriptease ist gängig und gilt als moderne und durchaus aufgeschlossene Selbstkasteiung. Seit das Nackigmachen in den therapeutischen Beichtstühlen seine Anzüglichkeit verloren hat, scheint alles Spruchreife verhandelbar. Wenn aber alles benennbar ist, bedeutet dies noch lange nicht, dass jedwede Ent-Äusserung verständlich ist. Systembedingt produzieren Overhead und Redundanz jedoch fortlaufend neue Verwirrung.
My baby baby, balla balla
My baby baby, balla balla
My baby baby, balla balla
My baby baby, balla balla
Ooh balla balla.
Jenes zeitgenössiches Mitteilungsbedürfnis hat einen recht trivialen, zivilisatorischen Grund: die andauernde Entmenschlichung in einer durchtechnisierten Realität nebst all der kommunikativen Störgeräusche, in der die zunehmende Reizüberflutung kaum bewältigt, geschweige denn geordnet werden kann. Das permanent beschleunigte Dasein ist einfach zu rasant für unsere altbackenen Sinne, wird kaum erfahren und erlebt, weil es in dieser Rastlosigkeit schlicht an Zeit für Details fehlt. Digitale Hilfsmittel, ursprünglich als kommunikative Krücken entwickelt, erscheinen so als undifferenzierte Antennen, die nur noch mehr unverdauliche Information zuführen.
Klumpprinzip: im Ex-Magnet-Haus verspricht heute ein psychotherapeutischer Psychosomatiker psychiatrische Heilung
Wo einst Naturreligionen und Monotheismen den traditionellen Weg zum Seelenheil aufzeigten, versperren heute zahllose Hinweise, welche den Weg oder gar das Ziel zeigen wollen, die Sicht aufs Wesentliche, nämlich das Diesseitige, das hier und jetzt. Zudem kommen therapeutische Angebote oft einseitig pekunär orientiert daher. In der Seelenheilkunde werden laufend neue Krankheitsbilder beschrieben und zeitnah therapeutisches Expertenwissen feil geboten.
Die Menschmaschine soll mit Hilfe kostenpflichtiger Wartungsinstanzen bis hin zum der Persönlichkeitsoptimierung dienenden und in geradezu inflationärer Weise allgegenwärtigen Coaching möglichst reibungslos und effizient funktionieren, um ganz profan den Mehrwert zu mehren.
Alles fliesst — möglichst profitabel — von unten nach oben.
Sommerrätsel
Who is who
Die Finalstimmung war zwiespältig. Die supranationale Meisterschaft eines internationalen Wettbewerbs zwischen Vetretern nur eines Landes auszuspielen, hat, hm, eigentlich gar keinen Geschmack. Real Madrid gegen Bayern oder Dortmund gegen Barcelona klingt doch viel eher nach einem Leckerbissen als hausgemachter Eintopf. Obwohl der Gewinner bereits vorher feststand, war das Finale scheinbar gar nicht so schlecht; gesehen habe ich schlussendlich aber bloss Fragmente. Der freiwillige Verzicht auf häusliches TV ist erziehungstheoretisch vielleicht sowieso fragwürdig und Internet ist ja schön und gut, aber nicht bei der deutsch-deutschen Heimkehr ins fussballerische Mutterland. Da fehlt einfach was, Publikum zum Beispiel. Die Live-Atmo, das Menschelnde, der Geruch von Schweiss, Angst und wasweissich. Ja, was wusste ich schon…
Also ging ich fast pünktlich los zu der angesagten Sportbar am Idaplatz, wo einen als erstes die gleich am Eingang platzierte Hulk Hogan-Figur in voller Kampfmontur und Lebensgrösse lauernd beäugt. Dann endlich das typische Fluidum von stramm überfüllter Kneipe, nämlich eine ihr Verfallsdatum längst überschritten habende sauerstoffarme Luft mit deutlich wahrnehmbaren Nikotin-, Deodorant- und Alkoholanteilen. Der Wahl-Zürcher Rosenzüchter und Pay-TV-Kommentator Reif haut dann irgendwann die dem wohl momentan herrschenden nasskalten Klima entsprechende Metapfer „Im Mehltau der Taktik“ raus, was eine der zahlreichen weiblichen Zaungäste zu einer etwas überflüssigen Bemerkung veranlasst. Überhaupt hält die blonde Deutsche fast nie die Klappe und hat anscheinend hochgradiges Küppli-Fieber und ist für den BVB. Da sind mir die zwei artig gelbe Trikots tragenden Dortmund-Fans direkt vor mir viel lieber; beide hoch konzentriert aufs Wesentliche, nämlich das Spiel. Der eine hat sogar extra ein niedliches Kreuz aus Kreppband über seinen schwarzgelben Götze 10-Rücken geklebt. Die zwei deutschen Gastarbeiter links neben mir unterhalten sich etwas zu laut über ihre ach so tollen Jobs bei UBS und anderen Geldwäschereien und scheinen gar nicht zu begreifen, dass heute Abend „wichtig-ist-auf-dem-Platz“ gespielt wird. Als kurz nach der Halbzeitpause die Teutonien regierende Kanzlerin eingeblendet wird und ein erheblicher Teil meiner verblendenter Landsleute in blinder Heimatliebe tatsächlich in „Angie-Angie“-Sprechchöre verfällt, ist mir der Spass vergangen und genommen und ich weiche freiwillig vor derart Deutschtümmelei im Ausland.
Bei der ziellosen Überlegung, ob ich denn überhaupt noch etwas von der gerade stattfindenden Live-Übertragung von „Made-in-Germany“ erdulden mag, stosse ich in der Langstrasse auf eine ausgelassene Gruppe sich intensiv unterhaltender taubstummer Jugendlicher, deren Anblick mir irgendwie sympathisch erscheint. Die hinter dem animierenden Treiben liegende Eckkneipe bietet einladend eine Grossleinwand, airkonditionierte Luft und deutsches Qualitätsfernsehen ohne Reif. Beim Eintreten registriere ich erstaunt, dass ich während meiner Ziellosigkeit das Führungstor der Roten verpasst habe, bin aber rechtzeitig zum Elfmeter für die Gelben wieder richtig drin im Spiel. Ich bin mir relativ sicher, dass der Grüne von den Roten den gelben Penalty halten wird. Als dann wider Erwarten der Ball eindeutig im Netz zappelt und der ganze Laden aus voller landsmännischer Freude tobt, bemerke ich, dass hier gar keine Taubstummenparty stattfindet, sondern es sich bei der Eckkneipe um ein fest in Secondo-Hand befindliches türkisches Internetcafe handelt! Gündogan, oweh, können die Roten nicht mal den Özil Mesut hoam bringen? Ich jedenfalls nichts wie raus, das Spiel geht unentschieden weiter.
Da kommt mir die Mars-Bar in den Sinn, eine Hardcore-Fussballkneipe, die gerne von relativ entspannten FCZ-Anhängern frequentiert wird und wo ich vorurteilsbewusst keinerlei trikottragende Teutonen oder scheinassimilierte Türken erwarte. Kaum bin ich drin, klärt ein Gelber vor einem einschussbereiten Roten gefühlte 3,8 Zentimeter vor dem linken Torpfosten. Einfach unglaublich, der Ball war doch schon drin! Wahnsinn, wie der Gelbe das Runde da noch weg haut. Reeeeschpekt. Zeitgleich mit dem brillanten Tackling ertönt neben mir ein emotional total durchgeknallter Gelbseher, dessen Gesichtsfarbe rasch ins Rote wechselt. Der hochdeutsche Berserker brüllt mittlerweile inbrünstig und mit einer nach dringend stationärer Behandlung schreiender Lautstärke eigentlich unaussprechbare Verwünschungen gegen die rote Nummer 33 samt dessen überhaupt nicht mit tuender Mutter. Mannomann. Ich fühlte mich an die späten 90er erinnert, als ich in einer Kreuzberger Institution namens Weisse Taube ein Spiel Gelb gegen Rot verfolgte, welches meine damals noch akute Fussballfaszination aufgrund der an jenem Abend im bierseligen Kneipenpublikum erlebten Agressivität erheblich und nachhaltig linderte. Überhaupt ist die fehlende Bereitschaft zur abgeklärten Abstraktion, eine durch zahlose Seven-Army-Gewaltmärsche scheinbar verloren gegangene gesunde Distanz zu der hemmungslosen Event-Sucht das wirklich Abschreckende im modernen Fussball-Spektakel.
Noch bevor sich der irrsinnig gewordene Typ wieder ein kriegte, war ich wieder an der frischen Luft.
Das an den vielstrangigen Geleisen, welche alle zum naheliegenden Zürcher HB führen, gelegene Piccolo Giardino war dann mein kleines persönliches Finale. Keinerlei Hektiker am Start, Alkoholpegel der Gäste im Schweizer Normalbereich und gute Bildqualität im kühlen Freien. Detail am Rande: keine Frontalbeschallung, sondern der Sound wird mittels kleiner Transistorradios auf FM 104kommasonstwas in tischgerechten Häppchen sanft serviert. Schöne Sache das. Das Wichtige ist wieder auf dem Platz und der ganze Rest im Äther. Kurz darauf sieht man die Kräfte der Gelben langsam schwinden. Rot drückt, schiesst oft und trifft zu guter Letzt ziemlich schön. Lautlos bereite ich kurz die Arme in die eiskalte Vollmondnacht und wandle anschliessend stocknüchtern aber seltsam erheitert zurück auf meinen heimatlichen Berg. Zudem war die Gewissheit, dass man sich nicht mir nichts, dir nichts einfach einen Verein aussuchen kann, weil einen der Verein nämlich schon selber aussucht, wieder viel viel deutlicher zu spüren. Unterwegs schnappe ich noch die üblichen TV-Bilder von weinenden Verlieren und überschwänglichen Siegern auf. Einige der Sieger haben ihre jeweiligen Nationalfahnen um die Hüften geschlungen — einem der übermütigen Roten hängt ein weisses T-Shirt aus der Sporthose, auf dem ein schlichtes Herz nebst den Worten Papa und Mama prangen. Dieses Schlussbild steigerte meine Erheiterung ins fast schon Groteske und ich war mit dem Abend zur Gänze versöhnt.
Zugzwang
Schach ist Sport ist Spiel ist Geschäft. Nach den russischen Diamanten in Zürich und dem aserbaidschanischen Erdöl in London sponsert als nächstes ein hoch diversifizier Russischer Allrounder das Spiel mit den Königen.
Auf den 64 Schachfeldern messen sich im Kanton Zug gleich elf der Top-20 Grossmeister auf Kosten eines Herrn Vekselberg, einem gelernten russischen Oligarchen mit Wohnsitz im, ja klar — steuerbegünstigten Zug. In der aktuellen Forbes-Liste nimmt der geschäftige Dr. Victor mit schlappen 12 Milliarden Dollar den den, na? — 64. Rang ein. So kommt eines zum anderen: die Schachspieler versteuern günstig ihr Preisgeld und mit dem Zug von Zürich nach Cham geht es hin und zurück in exakt 64 Minuten.
Como siempre
Nächstenhiebe
Als ich unlängst mit Jim Knopf & Co. längst bestandene Abenteuer wiederholte, traf ich auch Frau Mahlzahn wieder, jene furchteinflössende Lehrerin der Drachenschule im Kummerland, welche ihren Schülern unablässig mit «Hieben» und «Karzer» droht. Für heutige Kinder müssen diese Lehrmethoden wie finsterstes Mittelalter erscheinen, dabei erschien Michael Endes Buch erst vor 50 Jahren und in der Echtzeit war die Redaktion der Schülerzeitung an meiner Schule damals tatsächlich in einer ehemaligen Arrestzelle untergebracht. Schulische Züchtigung war bereits geächtet und verboten, doch ganz dunkel vermag ich mich zu erinnern, dass es da tatsächlich den einen oder anderen Vorfall gab, der entrüstete Eltern an der Schule intervenieren liess, während andere wiederum lieber dem betreffenden Lehrer quasi „freie Hand“ lassen wollten.
Die im Gegensatz hierzu oft im Verborgenen ausgeübte körperliche Gewalt im Elternhaus ist allerdings unheimlicher. Noch unheimlicher wird es, wenn man über das harmlose klingende „babywise„ stolpert und allerlei Seltsames über fundamental-christliche Erziehung erfährt, bei der Kinder gewaltsam zu gottesfürchtigen Wesen herangezogen werden. Auch im Grossen Kanton nebenan ist solch weltanschaulich motivierte Züchtigung momentan ein Thema.
«Wer sein Kind lieb hat, der hält es stets unter der Rute, daß er hernach Freude an ihm erlebe. Beuge ihm den Hals, weil es noch jung ist; bleue ihm den Rücken, weil es noch klein ist, auf daß es nicht halsstarrig und dir ungehorsam werde.» (SIR 30, 1+12)
Der richtige Umgang mit Kindern ist immer (wieder) eine Herausforderung, an der man viel öfter als einem selbst lieb ist grandios scheitert. Aber für manche Eltern wäre ein Hund dann doch angebrachter als ein Kind. Obwohl, womöglich bisse der dann kleine Kinder…
Das abschliessendes Urteil sei heute dem Schweizer Kinderarzt und Autor Remo Largo überlassen:
«Die Vorstellung, dass das Kind schlecht auf die Welt kommt und die Eltern ihm alles Schlechte austreiben und es zum Guten erziehen müssen, ist so alt wie die jüdisch-christliche Religion. Dahinter steckt die Angst, vom Kind überwältigt zu werden und die Kontrolle zu verlieren. So muss man einem Säugling das Schreien oder einem Kleinkind das Trotzen austreiben, damit diese Verhaltensweisen nicht immer schlimmer werden. Dahinter steckt auch das Bemühen, den Willen des Kindes zu brechen. Das Credo der antiautoritären Erziehung „Das Kind kommt gut auf die Welt“ ist genauso falsch. Die Kinder kommen weder gut noch schlecht auf die Welt. Wie sie werden, hängt vor allem von der Geborgenheit und Zuwendung ab, die sie erhalten, und von den Vorbildern, die sie im Verlaufe der Kindheit erleben.»
Werbung macht frei
Als der Hobbyschweizer unlängst an einem ausserhäusigen Rechner ohne Werbefilter auf diesem Blog unterwegs war, sah er erstaunt Reklame, welche vom Hoster wordpress.com aufgeschalten wird. Unter anderem buhlte eine fadenscheinige Partnervermittlung um juveniles Zielpublikum — autsch. Dass wordpress.com den Gratis-Auftritt mit Werbung querfinanziert, war dem Hobbyschweizer im Ozean des Kleingedruckten wohl entgangen. Bislang ging er naiverweise von einer tatsächlich werbefreien Umgebung aus, zumal einem eingeloggten Blogbetreiber keinerlei Werbung präsentiert, sondern diese lediglich der lesenden Kundschaft zugemutet wird.
(An dieser Stelle sei rasch die Frage in die Runde geworfen, ob sich überhaupt jemand von Werbung hier gestört fühlt(e)? Vielleicht bin ich ja mimosenhaft einfach nur etwas überempfindlich und paranoid und übersehe womöglich dabei völlig, dass die meisten User schlauerweise ohnehin längst erfolgreich Werbefilter einsetzen.)
Nun bietet wordpress.com gegen ein jährlich zu entrichtendes Lösegeld an, von sinnbefreiter Werbung verschont zu bleiben. Schön, aber dreist. WordPress als Blogsystem ist und bleibt freie Software, sogenannte puplic domain. Der kommerzielle Bloghoster wordpress.com hat zwar einen ähnlichen Namen, doch sonst nichts mit puplic domain gemein. Leider ist dies dem Hobbyschweizer erst jetzt aufgefallen; etwas verstimmt hegt er nun Umzugsgedanken, weil auf Fremdwerbung ist geschissen — le contenu c´est moi!
(bei installiertem Ad-Blocker genügt ein rechts-Klick bzw. ctrl-Klick auf die obige Animation und schon kann im erscheinenden Kontextmenue der Störenfried elegant ausgefiltert werden)
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- Adblock Plus (Firefox, Chrome, Opera, Android)
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Allerdings hat der auf Werbeeinahmen basierte Internet-Dienstleister Google die Ad-Blocker bereits auf dem Kieker. So ist die Android-Version kürzlich aus dem hauseigenen App-Store verbannt worden, frei nach der Devise: von Apple lernen heisst siegen lernen.
Und sowieso: die Parzellierung des einst ungestümen und wilden World Wide Web in digitale Kleingartenvereine wird von der App-Industrie aus lukrativen Gründen gefördert, wobei sich der gemeine User allzu bereitwillig online in den Sozialen Diensten handzahm halten lässt. Auf dem Kuketz-Blog wird die Abwehr von Werbetrackern für die an der Thematik Interessierten blitzsauber aufgedröselt weiter vertieft.
Schönheitszahlen
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Holy Shit
Vatikan boinks dubwise:
Unentschieden
Unter den interessierten Augen von Gary Kasparov erreichten alle Spieler des Zürcher Einladungsturnieres zur Halbzeit zufrieden den Remishafen.
Kasparov und Sosenko, Gelfand staunt
Sechs Unentschieden in sechs Spielen klingt zunächst langweilig, doch auf diesem Niveau neutralisiert man sich halt öfter als dem Spektakel lieb ist. Die Partien der dritten Runde waren dennoch keineswegs steril oder anämisch, was zum Grossteil an der aggressiven Eröffnungswahl beider Schwarzspieler lag. Zudem spürte man eine sich zunehmend aufladende Atmosphäre, nachdem sich der das Schach jahrzehntelang dominierende und ehedem unumstrittene Weltranglistenerste im Turniersaal zeigte.
Die zuletzt beendete Partie dauerte immerhin satte sechs Stunden und war dank der ungleichen Materialverteilung spannend und unterhaltsam und deren Ausgang bis zum Schluss ungewiss.
Caruana,Fabiano (2757) — Kramnik,Vladimir (2810)
Zuerich Chess Challenge, Round 3
(A62 Benoni, Fianchetto V)
1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.g3 c5 4.d5 exd5 5.cxd5 d6 6.Nc3 g6 7.Bg2 Bg7 8.Nf3 O-O 9.O-O Re8 10.Bf4 a6 11.a4 h6 12.Re1 Bf5 13.Qc1 g5 14.Bd2 Nbd7 15.h4 g4 16.Nh2 Kh7 17.Nf1 Ne5 18.Bf4 Bg6 19.Ne3 h5 20.a5 Qc7 21.Ra4 Kg8 22.Qd2 Nfd7 23.Ra2 b5 24.axb6 Qxb6 25.Be4 Bxe4 26.Nxe4 Ng6 27.Nxd6 Nxf4 28.Nec4 Nh3+ 29.Kf1 Qb8 30.Nxe8 Qxe8 31.Qc2 Ne5 32.Nd6 Qd7 33.Nf5 Bf8 34.Ne3 c4 35.Qf5 Qxf5 36.Nxf5 Bb4 37.Rd1 a5 38.Raa1 f6 39.Rac1 Bc5 40.Nd4 Kf7 41.Kg2 Rb8 42.Rc2 Rb4 43.d6 Rb6 44.Nf5 Bxf2 45.d7 Nxd7 46.Rxd7+ Ke6 47.Rh7 Kxf5 48.Rxh5+ Kg6 49.Rxa5 Rb4 50.Ra6 Bd4 51.Rc6 Bxb2 52.R6xc4 Rxc4 53.Rxc4 Kh5 1/2
Im Publikum überwiegt eindeutig das graue Haupthaar


















