Autor: swisspa
Hobbyschweizer V
Griechische Mythologie
Zahlenkombination
Die winterliche Fron beginnt heuer am 22. Dezember um 6.30 Uhr MEZ.
Falls nicht etwas besonders Gravierendes dazwischen kommt, saust Orbiter Terra 1 eine gute Viertelmilliarde Kilometer (230.659.200 km) weit durchs Weltall, bevor der nächste Zwischenhalt am Frühlingspunkt 2012 innert 89 Tagen (88d 23h 44m) erreicht wird.
Faktencheck:
- 108.000 km/h Umlaufgeschwindigkeit vom Orbiter Erde um die Sonne
- 961.200 km/h Umlaufgeschwindigkeit des Sonnensystems innerhalb unserer Heimatgalaxis Milchstrasse
- 432.000 km/h beträgt der Kollisionskurs von Milchstrasse und Nachbarin Andromeda — Verschmelzung in ca. 3 Milliarden Jahren
- 2.250.000 km/h beträgt die Fluchtgeschwindigkeit der Milchstrasse in Richtung Centaurus (Grosser Attraktor, Shapley-Superhaufen)
Rätselhaft
Nach dem livehaftigen Zapfenstreich nun der nächste musikalische Leckerbissen auf dem Marktplatz zu Heilbronn. Mit wahnwitzigen Ohrwürmern wie „Mit meiner Balalaika war ich der König auf Jamaika“ oder Gassenhauern von „Ich hab noch Sand in den Schuhen aus Hawaii“ über „Schuhe so schwer wie Stein“ bis zu „Auf der Straße der Sehnsucht“ erzählt unser Gesuchter vom erbarmungslosen Tingeltangel-Leben.

Wer ist der Huldiger der schwarzen Madonna?
Jubelfeier
Die Jahresendfeier von Swisspa International mäanderte zur rauschenden Partynacht. DJ Chang heizte der Belegschaft derart ein, dass die anfangs noch recht laue Stimmung allmählich auf gemischtes Sauna-Niveau stieg.
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Nach unzähligen Karaoke-Einlagen wurden alle MitarbeiterInnen des Jahres zum gemeinsamen Stelldichein auf die Bühne des Swisspa Convention Centers gebeten und freudig für ihre Auszeichnung bejubelt.
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Wir danken allen Geschäftsfreunden und werden im nahenden Schaltjahr all unseren treuen Kunden weiterhin Attraktives und Reelles anzubieten.
Motorisierung
Heiligs Blechle anno 1963:
https://youtu.be/A-EyTOohO6c
Děkuju, Zdeněk Miler (1921-2011)
und Miloš Vacek für die Musik!
Artenschutz
Grossbanken müssen ihren Zinshunger laufend befriedigen und wachsen tendenziell unersättlich weiter. Eine kritische Masse ist erreicht, wenn deren Wertschöpfung buchhalterisch diejenige ihres Heimatlandes übersteigt und ein möglicher Kollaps der Bank den Staatshaushalt zu gefährden droht. Der Staat sieht sich in der Folge quasi genötigt, einen Bestandsschutz zu garantieren. Kapitalistische Selbstregulierung.
Die Championsleague der systemrelevanten Grossbanken firmiert nach einer G20-Absprache neuerdings als G-SIFIs (Global Systemically Important Financial Institutions). Die Politik setzt brav die Vorgaben der Finanzwirtschaft um — für das Spielresultat haftet die Gesellschaft. Der quantitative Umschlag hat bei den Zockerbuden absurde Qualität erzeugt. Brecht hat Recht.
Die bestehende Artenschutzliste umfasst 29 Spielstätten und allesamt befinden sich auf der Nordhalbkugel:
Bank of America* (USA)
Bank of China (China)
Bank of New York Mellon* (USA)
Banque Populaire (Frankreich)
Barclays* (Großbritannien)
BNP Paribas (Frankreich)
Citigroup* (USA)
Commerzbank (Deutschland)
Crédit Agricole (Frankreich)
Credit Suisse (Schweiz)
Deutsche Bank (Deutschland)
Dexia* (Belgien)
Goldman Sachs* (USA)
HSBC* (Großbritannien)
ING (Niederlande)
JP Morgan Chase* (USA)
Lloyds Banking Group* (Großbritannien)
Mitsubishi UFJ (Japan)
Mizuho (Japan)
Morgan Stanley* (USA)
Nordea (Schweden)
Royal Bank of Scotland* (Großbritannien)
Santander (Spanien)
Société Générale (Frankreich)
State Street (USA)
Sumitomo Mitsui (Japan)
UBS* (Schweiz)
Unicredit (Italien)
Wells Fargo* (USA)
Der Tabellenvorletzte schwächelt bereits bedrohlich und braucht 7.500.000.000 € Soforthilfe, bleibt dank der Artenschutzliste aber unabsteigbar.
Und wo schaffte eigentlich der neue UBS-CEO zuvor an?
Richtig.
[youtube=http://youtu.be/J3HuseRdix4&rel=0]
Delikat Essen XLI
Teutonenschrot beim Detailhändler – Heil dir Helvetia Migros!
Querwerbung
Auf dem Youtube Vimeo-Kanal der filmenden Kunstukulele Dagie Brundert läuft ein ungeschminkter Cowboy-Film voller Originaltöne – ja nicht verpassen!
Bike Xmas
Sogar der Osterhase hübscht sich zur Finalissima an
Dick und Doof
In der schwergewichtigen Eidgenossenschaft könnte eine Fettsteuer bald zu einem Thema werden:
BMI-Terror — wird Käse-Fondue bald strafversteuert?
Satte 53% waren für das Minarett-Verbot, 53% für eine striktere Ausschaffung, 53% wollen ihre häuslichen Schusswaffen weiterhin zuhause einsetzen können.
Statistisch korrelieren die Zahlen prima, weil Bäuche bekanntlich sowieso erst im wertkonservativen Alter von 50plus drastisch verfetten…
Quintessenz
Spagyrisch, soso. Reine Ursuppenalchemie.
Die natürliche Apotheke vertreibt zudem himmlische Erzengel-Sprays, tolle farbentherapeutische Aura Soma-Öle und andere Bachblüten.
Ruhig mal online stöbern, es sind dort reine Liebes-Elixiere zu finden! Und dingens steht ja quasi vor der Türe…
Menschmaschine
Kebabträume
Mitte der 60er-Jahre kam Bergman zu uns in den Kindergarten. Bergman brachte, neben seiner Schwester Tamara, eine Prise Exotik mit, denn in der Gegend wohnten — abgesehen von den Rucksackdeutschen — keine Ausländer. Bergmans Familie wohnte nicht in der direkten Nachbarschaft: sie fand Logis im Dachgeschoss einer Tischlerei, der Arbeitsstelle von Bergmans Vater.
Bergmans Vater half meinem Vater beim Innenausbau unseres Hauses, um den gewachsenen Platzansprüchen Raum zu geben. Seine fremde Erscheinung, orientalisch akzentuiert mit einem dicken schwarzen Schnurrbart, imponierte uns Kindern. Er kam gerne zu uns und arbeitete gut mit meinem Vater zusammen — fast wurden sie richtige Freunde.
An Tamaras Geburtstag gab es frischen Bienenstich von der Bäckerei; vielleicht getraute sich Bergmans Mutter einfach nicht, uns unbekannte Baklava aufzutischen, vielleicht wollte sie keinen Anfängerfehler in den ersten Assimilationsversuchen begehen. Jedenfalls gab es Bienenstich vom Bäcker bislang nicht einmal bei uns zu Hause! Der bei Tamara war besonders fein und blieb bis heute im Gedächtnis haften.
Als Bergmans Eltern später zurück in die Türkei gingen, stand dort das erarbeitete Mietshaus parat. Bergman und seine Geschwister blieben hier, und ihre Eltern kamen dann auf Besuch nach Deutschland, um die Enkelkinder zu sehen.
Mittlerweile ist die Türk-Kültür fester Bestandteil der elterlichen Nachbarschaft — die Häuser der Rucksackdeutschen werden zusehends von türkischen Familien aufgekauft. Die Nachbarskinder klingeln bei meinen Eltern oft an der Haustüre, um Selbstgebackenes vorbei zu bringen. Baklava, Börek und Lahmaçun sind keine Fremdworte mehr und Ibrahim Tatlises löst längst keinen Hörsturz mehr aus.
Und heute bin ich selber ein Türke von morgen.
Deutschland, Deutschland, alles ist vorbei!
Neufundland
No-Go for Labrador
Weissgeldstrategie
Auf CH-Banken geparktes Schwarzgeld rein zu waschen, dauert schon etwas. Einigen teutonischen Anlegern zu lange, und so versuchen sie ihr eingeschafftes Vermögen wieder auszuschaffen, bevor es Zwanzig 13 schlägt oder herber Griechischer Wein den Kurs weiter verwässert.
Die Schweizer Bankster zahlen aber mittlerweile nur noch bescheidene Bar-Beträge aus, weil sie fürchten, den mit dem Grossen Kanton ausgemauschelten Ablasshandel aus der eigenen Schatulle alimentieren zu müssen.
Leutselig getraut sich der nach der milliardenteuren Londoner Zocker-Nullnummer vorerst interimistisch eingesetzte UBS-Chef Ermotti halbwegs Eier zu zeigen, anstatt wie gewohnt weiter herumzueiern:
«Die Schweiz ist reich geworden durch Schwarzgeld. Wenn wir überall einen Schwarzen Peter verteilen würden, wo unversteuertes Geld drin ist, wäre die ganze Bahnhofstrasse voll von Schwarzen Petern.»
Von einem der ihren blossgestellt zu werden, ist fast schon ketzerisch und getroffen jault das hiesige Finanzestablishment auf. Alle Hoffnung gilt nun der baldigen Ankunft des Messias am Paradeplatz. Insiderwissen wird der schiffsflüchtige Ex-Oberbankster von der Deutschen Bundesgang für die 2 Mio. Handgeld (plus Salär, plus Aktienpaket, plus Bonus) schon genügend mitbringen, um den Strategiewechsel profitabel zu deichseln.
Aus Schwarz wird Weiss, Hauptsache die Kohle bleibt hier.

















