Day 1-3 according to Projektil
Schlagwort: Kunststück
bauhaus 100
neues von wittmann/zeitblom. diesmal zu 100 jahre bauhaus:
adaptiver apaprat – nice catch via screenshot
gegenwart zukunft postmoderne. zeitreise in sachen kunst & technik. menschmaschine & wohnmaschine. transzendente spiritualität unbedingt. gesichtsklangplastik. raumzeit. selbstheilung durch kunst. innere oktaven. immersive audiocollage. stereofonie total. binaural & leibhaftig in B (D).
Noëlistique
Hörtipp von Themepark Berlin
The Original One
@wonderworld
I only want the original one
Auf dem Wasser liegen und friedlich in den Himmel schauen.
I only want the original one
Friedlich in den Himmel schauen. Sein. Sonst nichts.
In this wide world, this nowhere to hide world
In this white cold over-sterilized worldSein. Sonst nichts.
Ohne alle weitere Bestimmung und Erfüllung.I keep weeping at the wheel
when I´m driving to nowhere in particular℗ DLF/SWR 2018 by wittmann/zeitblomI face a fire or the future
Our eternal futureIn this wide world, this nowhere to hide world
In this white cold over-sterilized worldAm Anfang war die Null.
Und die Null war bei Gott und Gott war die Eins.
Die Null und die Eins waren im Anfang bei Gott.Alle Dinge sind durch dieselben gemacht.
Und ohne dieselben ist nichts gemacht was gemacht ist.In ihnen war das Leben.
Und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtete hell – gespeist durch ihr Begehren.I only want the original one
The original one!
Dagie macht Welle
und erzählt vom filmischen Wunder und wunderlichen Filmen:
Mehr von S8-Dagie dort -> dagiebrundert.de
Energieferien
Junger Mann, das jüngste Werk von Wolf Haas ist verschlungen und verdaut. Vielleicht nicht ganz das Niveau von Das Wetter vor 15 Jahren, doch dramaturgisch gekonnt orchestriert und mit dem bekannten Cartoonartigen Haas´schen Schmäh, der das Lesen so amüsant macht.
Mein Gesicht war so heiss, dass mir der Kaffee leidtat, als er sich an meinen Lippen verbrannte.
Der Abriss aus der Adoleszenz des Ich-Erzählenden Protagonisten wird empfindsam, aber deutlich spür- und erkennbar, unausweichlich bleibende Peinlichkeiten mit der nötigen sprachlichen Feinheit dargestellt. Der 70er Hintergrund erstrahlt frisch leuchtend in Orange trotz lungernder Ölkrise. Der Autoput ist noch in Југославија und der Balkan per se ein irritierendes Faszinosum. Statt Hautunreinheiten wird Gewicht problematisiert, die erste Liebe scheint zart durch vereiste Scheiben und nach erfolgreicher Lebensrettung gibt es ein prachtvolles Happy End.
Rückwärts durch die Knie betrachtet war die Welt schon immer am interessantesten.
Den Haas muss man lesen und kennen – unbedingt empfehlenswert!
Elsewhere.
(Ausschnitt, Pic by Joken)
Pink Blow Up
Der selbsternannte Reverend Bill, Kunstfigur und politischer Aktionist aus NYC, welcher zusammen mit seinem Stop-Shopping-Choir während der Haupteinkaufszeit vor Weihnachten schon mal Kreditkarten exorziert und in US-Walmarts und Disneyland mit seinem bunten Gospel Chor gegen Konsumterror, Konsumismus, Kaufsucht younameit lautstark bis zur vorläufigen Festnahme protestiert (Filmdoku What Would Jesus Buy? über die Xmastour von 2009), trat bei der diesjährigen Ausgabe vom Zürcher Theater Spektakel predigend auf der Landiwiese am See in Erscheinung.
Dort wurde eine leuchtend magentafarbene Kirche aufgeblasen, als Hüpfburg für Kids, als rosa Flash für Besucher und als Interimsbühne für den Reverend & Co., die selbst wie Kinder zu Beginn der Show durch die Seitenfenster ins Innere purzelten, um alsdann singend, tanzend und predigend vergnügt Konsumverhalten, bigotten Kapitalismus und aufkommende Xenophobie bis hin zum Zwitscher-Präsidenten kritisch zu beleuchten. Garniert mit freudigem Jubilieren und Zwischenrufen ganz in Art der Gospelchurches und in fantastisch rosa Licht geradezu ertränkt.
In der Predigt ging es um den ursprünglichen buchreligiösen Deal vom patriarchalischen Gott mit dem auserwählten Volk, welcher besagt, dass JHW sie vor allen Unbill und Schrecken der Erde beschützen wolle, falls JHW von ihnen als alleinig rechtmässigen Gott anerkannt würde. Earth Justice mit dem Kampfruf Earthaluya! ist die Weiterentwicklung der Stop Shopping Kampagne. Klimaveränderung, erdausbeutende Grosskonzerne bis Umweltsch(m)utz generell werden thematisiert und der heuchlerische Glaube an Geld, Waren und sonstige Gottheiten heftigst kritisiert.
«We are wild anti-consumerist gospel shouters and Earth loving urban activists who have worked with communities on four continents defending community, life and imagination and resisting Consumerism and Militarism.» erläutert Reverend Bill. Ausserdem müsse kein Gott Erdlinge vor ihrer Erde beschützen, man solle einfach sie und sich selbst und alle Anderen lieben — Love No Border, also wie meist: Love is the message!
Durch geschicktes Spiel mit kirchlichen Mustern und religiösem Brauch erzeugt die Aufführung quasi einen doppelten Code, der sich mit dem Herzen aber leicht und vor allem äusserst gewinnend entschlüsseln lässt.
Kritik des Herzens
Sie war ein Blümlein hübsch und fein,
Hell aufgeblüht im Sonnenschein.
Er war ein junger Schmetterling,
Der selig an der Blume hing.
Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm
Und nascht und säuselt da herum.
Oft kroch ein Käfer kribbelkrab
Am hübschen Blümlein auf und ab.
Ach Gott, wie das dem Schmetterling
So schmerzlich durch die Seele ging.
Doch was am meisten ihn entsetzt,
Das Allerschlimmste kam zuletzt.
ein alter Esel fraß die ganze
Von ihm so heiß geliebte Pflanze.
Wilhelm Busch (1832 - 1908), deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller Quelle: Busch, Gedichte. Kritik des Herzens, 1874
Kraftwerk feat. Astro Alex
Herzschlag
Das Schwein Eisenherz lebt, hängt und arbeitet:
Herz bebt
Auferstanden aus zwei Birken und der Zukunft zugewandt,
lass uns Dir zum Guten schlagen: bumbumtschak im Herzenland!
Die Metall gewordene Folklore aus den 80ern findet wieder Platz: das olle Ding schlägt erneut für alle — Infos für Einheimische und Besucher dort.
Vertikale Impressionen
Noch mehr Eindruck nach dem Klick:
Vertical Cinema
Bereits der Probedurchlauf war eine körperliche Erfahrung — bei diesem Hochformat natürlich der allmählich sich versteifende Nacken und dazu der latente Ohrenschaden, weil die Experimentalfilme mit Sounds > 120 dB untermalt werden, Throbbing Gristle nur Hilfsausdruck. Ausser um die noch verbliebenen Zahnblomben hatte ich Sorge um jede der zahllosen Glasscheiben, die eifrig mitschwangen, mitsurrten, mitklapperten. Zum Glück ist 80% der alten Holzbestuhlung schon evakuiert, mehr Bass hätte ich beim besten Willen nicht ertragen können und wollen. Art farts loud.
Dennoch ein Erlebnis der besonderen Art, einfach weil anders. Vertical Cinema kickt bewusstseinstechnisch offensiv — dabei vielleicht einen Tick zu aggressiv. Aber es gibt im Programm auch den Moment der Ruhe, nach dem alle lechzen. Und frische Luft gibts ja gratis draussen.
Bankaccount
Wahre Liebe rostet nicht
Seifenoper
Mannmannmann. Kaputtgespielt, hergespielt, völlig überspielt. Hat mich der Wolfgang Seifen, Orgel-Papst aus Berlin-Gedächtniskirche. Den erstbesten Zug am Morgen nach dem letzten wüsten Orkan bestiegen und mit aller Spielfreude am Abend bei den Zürchern den Faust von F. W. Murnau intoniert. Wat n Kerl. Murnau auch, klar, die schwarz-weisse Tragödie von 1926 bietet sich geradezu blasphemisch an, aber Hallo, was der Seifen dazu improvisiert, ist echt irre. We are the Meisters. Er macht den mad organist, er skizziert völlig entspannt Choräle und lässt diese sogleich atonal ins Bodenlose torkeln, er paraphrasiert, er moduliert und akzentuiert gekonnt. Selten war ich von den viereinhalbtausend Pfeifen im St. Jakob so angetan, so berührt, so mitgenommen. Und zum ersten Mal stand ich multimedial assistierend voll im Zug bzw. Sog der Pfeifen, weil oben am Spieltisch bläst und zieht es tatsächlich eher kräftig. Wenn ich nun erwähne, dass der Ur-Motor der jakobinischen Orkanorgel einst mit Wasserkraft arbeitete, bläst mir Sankt Tsunami bestimmt den Marsch.
Und Seifen selber? Total entspannt, alles scheint aus ihm direkt in die Maschine hinein zu fliessen, reagiert auf überschwängliches Lob nach dem Spiel abgeklärt, «naja, wenn man sonst nichts Anderes macht» (also ausser Orgelspielen). Soll ja viele geben, die nichts anderes machen, aber da war einfach ein wahrer Titan am Werke, welcher das Publikum insgesamt berauschte. Im Nachhinein betrachtet war das ganze Ding nicht mal, wie zunächst stümperhaft behauptet, Championsleague, das war schlicht und ergreifend Weltklasse.
Praystation
Endlich: Kirche wird Kunst. Ab Mitte Dezember in Zürich.
Gailtal Rules
Besonderer Hörspielschmaus vom SRF: die vegetarische Wurst-Trilogie von Gion Mathias Cavelty ist parat: vom Jetzt über Gott zum Urknall und zurück in sportlichen zwei Stunden. Ein köstlich absurder Husarenritt durch Raum und Zeit, Himmel und Hölle ins Paralleluniversum -> voilà.
Das nett verschwurbelte Hörstück mit glücklichem Ende enthält ziemlich Alles, was zur Welterklärung halt so dazugehört. Andouillette und Kasnudeln quasi als Totengräber und Geburtshelfer einer extravaganten Genesis. Monty Phyton lässt grüssen.
Phantastique!
Heulsuser
Theodizee oder wat?





























