Sauglattismus

In der nett gehypten Sprechblase Clubhouse wird schier endlos gelabert. Wildes Vernetzen und eitler Jahrmarkt nur Hilfsausdrücke. Zahllose Lebensberatungen und allerlei Coachings werden geboten. Einige Perlen abseits der Talks von Gottschalk, Hayali oder Elon Musk sind noch zu finden, falls man clever sucht und folgt. Als elitäres Eintrittsbillet gilt noch das iPhone, doch sollen bald schon die Androiden mit tun dürfen, obwohl es bereits jetzt vermehrt trollt und grollt.

Shout – I am talking to you

Die Authentizität der menschlichen Stimme ist in der dank Corona ewig währenden Fastenzeit quasi ein Alleinstellungsmerkmal geworden, ein sozialer Anker angesichts der sintflutartigen Quarantäne von Bars, Clubs, Messen und anderer öffentlicher Hubs. Der Austausch via virtuellem Stammtisch erscheint dabei ein My persönlicher als Instagram, Twitter und andere verschriftlichte oder bebilderte soziale Medien. Womöglich krault Stimme ähnlich gut wie Mensch manch Fell.

Laugh never fails

Noch ist die Audioapp für richtig schicke Klangbilder trotz aller vorschaltbaren Technik nicht wirklich geeignet, da muss wohl erst die erwartbare Monetarisierung zünden. Bevor es aber die Zuckerberger dann völlig versüssen, herrscht ein turbulentes Chaos und neben globalisiertem Lachyoga gibt es immer was zum Schmunzeln, vor allem wenn sich in esoterisch illuminierten Oasen die Chakren öffnen und das Audio kosmisch blubbert.

  ☻ /
/ ▌
_/\_

Burkanödistan

Fertig Vollverschleierung – wegen ca. 30 einheimischer Burkaträgerinnen hat die Schweiz das Tragen der Tracht per Volksentscheid verboten. Dem federführenden Stammtisch Egerkinger Komitee gelang damit bereits der zweiten Erfolg nach dem Minarettverbot, als drei Gebetstürme und fünf Baugesuche die fundamentale Schweiz schleichend bedrohten.

Eidgenössisches Abstimmungsgeschenk zum Frauentag 2021

Kriechspur

Auf den gut 2000 Höhenmetern des Oberengadiner Seitentals Val Bernina wird für den Unterländer Hobbyausflügler die Luft bereits etwas dünn. Bunte Farben flirren wie wild über den Schneeteppich und es scheint, als wäre die gleissende Sonne eine transzendente Discokugel. Die monotone Konzentration auf Schritt und Tritt wirkt fast meditativ. Geh-Rhythmus und Atem-Tempo üben ein inniges Duett, welches bei den kurzen Anstiegen aus einem gemächlichen Largo in ein wildes Allegro auszubrechen droht, bevor ein obskures Metronom am Wegrand an das Adagio erinnert und letztlich sich alles in einem endorphingesättigten Lento karthatisch prima auflöst.

Grạzcha fich!

Langsamverkehr-Netz Bündnerland

Round and round and round it goes

Where it stops – nobody knows.

Eingeführt in die Magie des gefadeten Hyper-Bass nebst enormer Loop-ings hatte einst Djane La Hopf am Montagabend, als im Myśliwska der Galatassaray-Tanz-Kulübü solange die Nachbarn wollten tagte, während übermütige Freizeit-Boxer ihren Wasserhaushalt mit Bier egalisierten. Wenig später genasführt von Sirqus Alfon und nicht mal ich wollte mit mir zum Live-Konzert von Daft Punk. Around the world aber blieb eines der wenigen Liedgüter, bei denen selbst der Hobbyschweizer öffentlich ganz gerne zum Problemtänzer wurde.

Vorüber rauscht die Jugendzeit, gehört doch der Rausch popkulturell zur Jugend und verspricht selbige auf ewig.

Thank you for the music, the songs I’m singing
Thanks for all the joy they’re bringing
Who can live without it, I ask in all honesty
What would life be
Without a song or a dance what are we
So I say thank you for the music
For giving it to me

As You Like It

Credit Alex Andra. Flair by me.

Glückspostleser stolpern vor glucksendem Glück durch das Leben der Schönen und Erfolgreichen. Alles bingo, tolle Familienbilder, anmächelnde Homestorys, reine Glückseligkeit. Wie wäre es mit einem Albtraumpost? Wo also richtig die Luzy abgeht, alles sich dreht und windet und das katastrophale Ende gewiss scheint. Jemand schmierte mir heimlich Salbe ins Gesicht. Das Gesicht verblich zusehends und kündete vom nahen Tod, denn das war schliesslich der Giftsalbe Absicht. Die Visage wurde quasi A Whiter Shade of Pale. Irre langsam war die Prozedur, immer unaufhaltsamer das Ausbleichen. Stummfilm in Schwarz-Weiss mit dicker schwarzer Schminke kontrastmässig nur Hilfsausdruck. Ein kurzes Erwachen war desorientierend und so ging es wieder baden im tödlichen Schlummer, welcher den Horrortrip fast wie luzides Träumen auf Befehl zurück brachte. Das Zeitlupenhafte des Unausweichlichen wurde zusehends langweilig, weil alles Um-die-Ecke-träumen, alle verzweifelte Ausweg-Suche nicht half. Abgrundlose Trauer um Hinterbliebene gab den Rest. So kam es zum vorzeitigen Erwachen ohne Schluss, da Ausgang und Ende fix zementiert waren und die Seele nicht alleine weiter wandern wollte. Hinterher kann man immer deuten, hier Presseartikel über Säure-Anschlag, dort Angst vorm Tod der sich bekanntlich meist fies anschleicht. Reizüberflutung. Aber egal, einfach herzhaft in die Glückspost geschaut, das ewig positive Horoskop einverleibt und alles ist wieder gut, Glück pur per Post.

Das ist die Sehnsucht

Das ist die Sehnsucht:
wohnen im Gewoge
und keine Heimat haben in der Zeit.

Und das sind Wünsche:
leise Dialoge
täglicher Stunden mit der Ewigkeit.

Und das ist Leben.
Bis aus einem Gestern die einsamste Stunde steigt,
die, anders lächelnd als die andern Schwestern,
dem Ewigen entgegenschweigt.

Aus: Frühe Gedichte von Rainer Maria Rilke (1875 – 1926), eigentlich René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke, österreichischer Erzähler und Lyriker

Infected

Just another weird Art-Bot:

Marc Lee kreiert netzwerkorientierte und interaktive Kunstprojekte: interaktive Installationen, Medienkunst, Internetkunst, Performancekunst, Videokunst, Augmented Reality (AR)-Kunst, Virtual Reality (VR)-Kunst und Mobile-Apps.

Zertifiziert

Endlich geschafft – nach unzähligen Versuchen, darunter trial-and-error, jump-and-run, multiple-choice, sowie action-role-playing hat der hobbyschweizernde Cyberenthusiast die finale Hürde endlich gemeistert und die Prüfung zum Maschinentherapeuten zwar knapp aber letztlich überzeugend gemeistert: