In der Schweiz dürfen gemäss einer Volksabstimmung keine Minarette mehr gebaut werden.
In Berlin-Kreuzberg hingegen wird auf einem Spielplatz in der Wrangelstrasse sogar eine Moschee aufgebaut.

Was vor einem Jahr quasi bäuchlings einfach locker ging, gestaltete sich in dieser Saison trotz verbesserter Ausrüstung als reiner Kampf mit Natur und Wetter.
Das Tessin am Lago Maggiore aber bleibt ein Traum.
© Dagie Brundert 2010, mehr davon irgendwo auf: dagiebrundert.de
Wie unser kürzlich nach Fernost verlegter Komapatient in die Heimat schmögerte, ist das Komasaufen in Komadscha ein weiterhin wachsender wesentlicher Wirtschaftszweig. Für den Transport der tonnenschweren Bierdosen werden mittlerweile richtig grosse Trucks eingesetzt.

Bei schwierigem Geläuf werden die gigantischen Bierdosen kurzerhand verschifft.

Komasaufen ist der Freizeitspass schlechthin und wird mit mehreren tausend glückseligen Komatrinkern in grossen Hallenstadien zelebriert.

Die beachtlichen Erfolge der komatösen Freizeitgestaltung sind bei manchen kleinen Komakindern nicht einfach zu übersehen.

Dass man vom Komabier ganz bestimmt einen singhalesischen Kater bekommt, zuvor aber mindestens zwier tropische Sterne sieht, wird gemäss Packungsbeilage ausdrücklich garantiert.

Nachdem sich die Blauhemden (5,4 Alkoholgehalt) gegen die Rothemden (4,5 Blutalkohol) naturtrüb durchsetzten, im Finale gegen die Gelbhemden (14,5 Bieranteil) aber hefig unterlagen, steht nun dem totalen Triumph der grossen gemeinen Hopfenrebe in Stadt, Land und Fluss nichts mehr im Wege – da hilft auch kein Lichtschwert nicht.

Sehenswert in Berlin sind
Kottbusser Tor unter Tage:

Alexandraplatz über Tage:

Frankfurter Tor am Spättag:

Sonst gibt es in Berlin eigentlich nicht viel zu sehen. Ausser einem Geysir vielleicht.
Viele haben dort eine grosse Klappe (schön von Riesen quasseln, aber gesehen haben wir keine und geben tut es die eh nicht und wenn überhaupt, dann nur im Fernsehen), andere sind einfach Spinner wie der Typ an der Tram-Haltestelle am Frankfurter Tor, der auf mein Erstaunen ob der Telefonbücher unter seinem Arm (drei Stück: Das Örtliche in 2 Bänden und die Gelben Seiten) tatsächlich meinte: Die Kommunikationsserver brächen bald alle zusammen, alles bricht sowieso zusammen, weil in 42 Millionen Kilometer Entfernung ein intergalaktisches Mutterschiff bei der Sonne in Warteposition parkiere und nur noch auf ein Zeichen von einem Wandelplaneten wartet, um den Erdlingen zunächst mächtig Angst und anschliessend irgendwelche Erkenntnisse einzujagen. Alle Regierungen wüssten bereits davon, aber das Wissen werde geheimgehalten, um Panik zu vermeiden. Von Australien aus könne man zur Zeit eben jenen zwölften (!) Planeten beobachten, von welchem der äusserlich völlig normal erscheinende Typ mir auf seinem Handy sogleich ein Photo zeigte (auch etwas unscharfes vor/neben der Sonne war auf einem weiteren Bild zu erahnen) und dazu irgendwas von einem braunen Riesen faselte, welcher alle 3600 Jahre vorbei käme.
Schon wieder diese Riesenmär!
Er hat mir noch andere obskure Bildchen auf seinem Handybildschirm präsentiert, die er mit phantastisch abgedrehten Geschichten untermalte, aber bevor ich ihn fragen konnte, ob er denn mit den Ausserirdischen mittels seines tollen Handapparats direkt in Kontakt stünde, kam schon meine Bahn, die mich dann durch das Kreuzberger Wurmloch in meine eigene Parallelwelt zurück transportierte.
Ach ja, auf den Bildern oben kann man das Mutterschiff ganz gut erkennen…

Nach Genf mit dem Automobil nun also Berlin mit dem Aeroplan. Die Autofahrt überstand das Kind schlafend dank der beruhigenden Dröhnung der Fahrgeräusche. Beim Flug hat das Kind mit stillender Unterstützung den Auf- und Abstieg einfach drucktechnisch ausgeglichen. Dafür hat es jetzt einen gehörigen Wachstumsschub und das Staunen über diese sprunghafte Grössenentwicklung ist gross.
Genève hat mich schon immer fasziniert und im Vergleich zu Zürich ist es einfach schöner gelegen. Ich liebe den Jura UND die Haute-Savoie. Dass dazwischen ein ansehnlicher See liegt macht die Sache nicht gerade schlimmer.

Berlin machte einen etwas seltsamen Eindruck durch die trübe Wetterlage und die spürbar schlechte Luft. Abends eine Stunde weniger Tageslicht war stresserzeugend. Der anstehende Ämtermarathon liess zudem wenig Raum für Anderes. Und die abendliche Aussicht auf meinem Heimatbalkon mit hintergründlichem Entengequake stimmte mich doch etwas melancholisch.
Reisen mit Baby ist voll anstrengend.