Schalke, Filia, Herz und Meister.
Kategorie: Deutsche Spinner
Seifenoper
Mannmannmann. Kaputtgespielt, hergespielt, völlig überspielt. Hat mich der Wolfgang Seifen, Orgel-Papst aus Berlin-Gedächtniskirche. Den erstbesten Zug am Morgen nach dem letzten wüsten Orkan bestiegen und mit aller Spielfreude am Abend bei den Zürchern den Faust von F. W. Murnau intoniert. Wat n Kerl. Murnau auch, klar, die schwarz-weisse Tragödie von 1926 bietet sich geradezu blasphemisch an, aber Hallo, was der Seifen dazu improvisiert, ist echt irre. We are the Meisters. Er macht den mad organist, er skizziert völlig entspannt Choräle und lässt diese sogleich atonal ins Bodenlose torkeln, er paraphrasiert, er moduliert und akzentuiert gekonnt. Selten war ich von den viereinhalbtausend Pfeifen im St. Jakob so angetan, so berührt, so mitgenommen. Und zum ersten Mal stand ich multimedial assistierend voll im Zug bzw. Sog der Pfeifen, weil oben am Spieltisch bläst und zieht es tatsächlich eher kräftig. Wenn ich nun erwähne, dass der Ur-Motor der jakobinischen Orkanorgel einst mit Wasserkraft arbeitete, bläst mir Sankt Tsunami bestimmt den Marsch.
Und Seifen selber? Total entspannt, alles scheint aus ihm direkt in die Maschine hinein zu fliessen, reagiert auf überschwängliches Lob nach dem Spiel abgeklärt, «naja, wenn man sonst nichts Anderes macht» (also ausser Orgelspielen). Soll ja viele geben, die nichts anderes machen, aber da war einfach ein wahrer Titan am Werke, welcher das Publikum insgesamt berauschte. Im Nachhinein betrachtet war das ganze Ding nicht mal, wie zunächst stümperhaft behauptet, Championsleague, das war schlicht und ergreifend Weltklasse.
Heulsuser
Theodizee oder wat?
Strahlenbad
Die Harmlosigkeit der Natur übertüncht den hässlichen Ausschlag von Armut, Ausländerfeindlichkeit und Provinzialität. Spürbar, sichtbar und doch sanft eingebettet in das grosse Ganze, in Hügel und tiefe Wälder, Kuhglockengebimmel und meckernde Ziegen, jagende Fledermäuse und rauschende Bäche, äsendes Rotwild und grau harrenden Fischreihern.
Entschleunigung und Prokrastination bekommen artgerechten Auslauf. Putzi & Schmutzi auf Tour: The kids are alright – Kinder brauchen Kinder und ich habe Zeit zum brummen und für den Gesundheitsschnaps, den die trachtengewandete Brennersfrau empfiehlt. Jaja, heute seien alle so auf Gesundheit und Fitness konditioniert, dabei sei ein guter Blutwurz halt verdauungsfördernd und der Meerrettich dort blutreinigend.
Die Dosis sei ja entscheidend, aber Schnaps habe eben einen eher schlechten Ruf heutzutage. Dabei ist der örtliche Champ vielfacher Medaillengewinner bei diversen Spirituosen-Tests und die letztjährige Zwetschge — mit absolut verdienter Goldmedaille — ein wirklich würdiger Vertreter von Land und Leuten, da bekommt der sommerliche Verdunstungsnebel gleich eine positiv besetzte Note.
Unlängst in den Schweizer Kolonien wurden die Mazeration und das Brennen von Spirituosen noch arg laienhaft verhandelt, leidlich befeuert von den 130 Kartäuser Kräutern, welchen ich selbst mitgebracht ausgiebig frönte. Eine leicht befreundete Gartenliebhaberin mit serbischen Wurzeln schien sich spirituell mindestens ebenso gut auszukennen und wollte demnächst, dereinst jedenfalls einmal einen Brennkurs belegen. Ich war nahe dran den Brennofen des offenkundigen Schwarzwälder Meisterbrenners zu besuchen, alleine das arg trübe Wetter und die Verkostung machten mir etwas Sorge. Erziehungspflichten plus Vorbildfunktion gleich demnächst.
Der Wiedereintritt in die heimischen Atmosphäre war heftig, die Bremsfallschirme versagten und die Nachbarin verbat sich die Ruhestörung durch die Fugees. Grüezimiteinand. Zum Glück der Literaturtipp aus Berlin, passenderweise ein zuletzt dort lebendiger Autor, den ich bloss vom Querlesen des Feuilletons her kannte, weil er sich Hirnkrebstodeskrank plangemäss selbst erlöste. Das verfilmte Buch Tschick interessierte mich thematisch nicht, an den Auftritt in Klagenfurt konnte ich mich nicht erinnern, obwohl ich jahrelang die auf 3Sat zelebrierte Vivisektion mit klammheimlicher Freude sogar genoss. In Plüschgewittern ging an mir völlig vorbei, gehörte schlicht nicht zur der zeitgenössischen Posse, meine adoleszente Selbsterfahrung lag seit den 80ern glücklicherweise weit hinter mir. Intellektuelle Unbedarftheit gepaart mit generationsbedingter Ignoranz also. Sand wurde von Vorleserin Tiger empfohlen, und ich forschte erstmal im Netz. Kam auf des Autors Blog «Arbeit und Struktur», in dem er die Zeit zwischen erkannter Erkrankung und selbst gewähltem Tod unbarmherzig und witzig zugleich beschreibt. Nein, auch nicht mein Thema, zumal das ungute Ende leider bereits feststeht und man für die Katharsis selber zuständig ist. Wobei ich mir momentan nicht völlig sicher bin, was denn überhaupt mein akutes Thema ist. Etwa Dauerbrummen?! Der Trafikant war historisch angelegt, Die Hütte ungemein evangelikal, Der neue Berg unterhaltsam leicht letztjahrhundrig. Herrndorf da quasi Frischfleisch.
Beim ziellosen Flanieren dann, gleich neben dem Kafi Paradiesli in Hottingen, fast vorbei an einem 350 Jahre alten Haus mit Heimatschutzschild das interessierte, lag das gedruckte Blog als Taschenbuch gratis angepriesen auf einem Fenstersims zur freien Verfügung. Verblüfft las ich im Stehen jene Stellen die ich aus dem Internet bereits kannte, las das Impressum, ja, das ist der Kerl mit seiner Geschichte, war unschlüssig und äugte kurz durchs Fenster, wo eine Frau gerade ihr ebenerdiges Büro betrat, nickte ihr unmerklich zu und ging mit dem Buch in Händen ins Paradies.
Dort hing ein Kronleuchter in einem Feigenbaum, ich platzierte mich darunter und las bis Seite 47, gute drei Jahre vor dem Ende, wo steht:
Wir treffen uns wieder in meinem Paradies
Und Engel gibt es doch
In unserem Herzen lebst du weiter
Einen Sommer noch
Noch eine Runde auf dem Karussell
Ich komm´ als Blümchen wieder
Ich will nicht, dass ihr weint
Im Himmel kann ich Schlitten fahren
Arbeit und Struktur
Hm. Das Todesurteil hat ein jeder im Gepäck, nur geht das gerne vergessen. Also ein Sterbejournal im Spätsommer, passt schon irgendwie, roll ich das Feld halt von hinten auf, schon weil ichs kann. Just in der Zeit des Krebsblogs («Was Status betrifft, ist Hirntumor natürlich der Mercedes unter den Krankheiten. Und das Glioblastom der Rolls-Royce. Mit Prostatakrebs oder einem Schnupfen hätte ich diesen Blog jedenfalls nie begonnen.») hat Herrndorf wie mit Vollgas auf der Überholspur sowohl Tschick wie Sand geschafft, Respekt.
Die angehende Meerjungfrau brachte mich wieder ins Jetzt. Blogs sind zwar mittlerweile ziemlich out und meist gewöhnlich, aber nicht völlig grundlos. Dieses hier ist auch für Stella Marie, weil das Netz nichts vergisst und alles bei Bedarf wiedergibt.
Kesselbrüder
Angezündet von den Schwarzwälder Illuminaten pilgerte der Sommerfrischler über den Buckel Richtung Kloster Alpirsbach, um den leibhaftigen Bierbären zu treffen. Schmale Landstrassen in unübersichtlicher Waldgegend sind nichts für den ungeübten Beifahrer und der Oberbär ist mit über 80 manchmal etwas arg spät auf der Bremse, was aber der Mercedes mit Elegance im Gegensatz zum Hobbybären nicht wirklich übel nimmt. Egal, die Serpentinen waren geschafft, als Copilot wurde die non-digitale Karte richtig herum gehalten und das Ziel lag schön vor Augen. Kaum
angekommen, sind die wabernden Ausdünstungen des Sudhauses der direkt in der Ortsmitte knapp neben dem Kloster befindlichen Kleinbrauerei mehr als deutlich wahrzunehmen. Im Gegensatz zum letzten Besuch vor fast 50 Jahren gehen einem diese nicht mehr ganz so streng in die Nase, sondern machen eher Appetit auf mehr. In der Braugaststätte gibt es lukullisch artgerecht mit Käse überbackene Bierzwiebelsuppe gefolgt von Biermaultaschen. Beides mundet, der würzige Biergeschmack passt zu den eher rustikalen Gerichten perfekt. Dazu das tiefgüldene Spezial vom Fass, alles bingo soweit. Nach der Gaststube dann eine Schnellbegehung der Klosteranlage, muss ja schliesslich nicht jeden Tag unbedingt in die Kirche…
Vor der Brauerei dann der alte Schlosser, langjähriger Pensionär mit Mitteilungsbedürfnis. Er sitzt gemütlich auf einer Holzbank direkt vor seiner alten Wirkungsstätte, die später zu einem Brauerei-Showroom umfunktioniert wurde.
Sein Leben lang hätte er in der Familienbrauerei gearbeitet, zu fünft waren sie in der Schlosserwerkstatt. Der Patron legte Wert auf Mitgliedschaft in der Gewerkschaft und die Versammlungen zum 1. Mai in der Sporthalle waren Pflicht. Oha, musste der Familienbetrieb mit der Übernahme von den Klosterbrüdern etwa ein elftes Gebot erfüllen? Bis heute gäbe es noch den Betriebstrunk, also eins zwei Kisten Bier gratis pro Monat unetikettiert für die noch aktive und bereits passive Belegschaft. Bravo. Und ausserdem Betriebsrente. Auch nicht schlecht. Der Ex-Schlosser wusste noch von der Wasserqualität zu berichten (so weich, dass die Brauer Kalk zusetzen mussten) und hatte noch die eine oder andere deftige Anekdote auf Lager, über die hier aber geschwiegen werden soll. Zudem keimte der absurde Gedanke, der Rentier könne womöglich fürs Erzählen noch zusätzliches Gnadenbrot erhalten, stricke so quasi semiprofessionell an der noch lebenden Legende. Hm.
Dann endlich stand ich vor dem berühmt-berüchtigten Alpirsbacher Ur-Bierbär, dem immersprudelnden Quell all meiner Inspiration. 
Voller Ehrfurcht bewunderte ich den Stoiker und Kesselbruder. Ein fast übernatürlich jäher Harndrang setzte der mentalen Ergötzung ein abruptes Ende. Zum Glück hat die Reformation für zweckdienliche und vor allem öffentliche Bedürfnisanstalten gesorgt. Anschliessend probierte ich dann im Museumsshop mein weiteres Glück, welches ich in dem einen und anderen Klein-Tragerl auch tatsächlich fand. Für den Berliner Bierbär war sogar ein weiteres Vesperbrett käuflich. Demnächst vielleicht mehr vom wandelnden Gesundheitsbären, dem unvermittelt eine Schnapsidee kam.
Bierbärtortour
Nachdem der Bierbär aus den Schweizer Kolonien für einen kurzen Zwischenstopp zurück in die weiter südlich gelegenen heimischen Gefilden kehrte, ist er zwischenzeitlich zum Softdrinkbär mutiert. Im Funkloch vom Schwarzen Wald, ganz hinten in einem Tal, welches ursprünglich die Rench lieblich in das Gelände schnitt, sagen sich Reh und Ziege, Pony und Katze, Hase und Kuh und Hinz und Kunz Gutenacht. Vorher wird aber tüchtig gefestet und das für den Hobbyschweizer zu auffallend zivilen Preisen: gute Wurst im Brötchen 200 Cent, Alpirsbacher im 04-Glas (ohne Pfand!) 250 — pas mal. Selbst die Bärenliebhaberin meinte um Mitternacht etwas von Schwips bemerken zu müssen. Aber das war auf dem Heimweg zum Forsthof, zuvor gab es einen Anton aus Tirol, der zumindest so Zeug mit seinem Trio verlautbarte und dank moderner Funktechnik auf Biertischen inmitten des Publikums animierend auftrat. Es wurde getanzt, mächtig geschunkelt, mitgesungen und dem Wetter getrotzt. Die scheinbare Unschuld des Landes war spürbar und der Kontrast zu Chez Ugly (© Joken) im Berliner Südosten flackerte kurz auf.
Anlass des Festaktes war eine Illuminierung des Kurortes mit angekündigtem Brillantfeuerwerk als Höhepunkt. Zuerst aber wurden abertausende Kerzen, die im Ort selbst, aber auch in den steil ansteigenden Hängen links und rechts der Rench verteilt gesteckt waren allesamt händisch entzündet und allerlei ulkige Motive traten aus der Dunkelheit hervor: hier ein paar Kirschen, dort ein Notenschlüssel, ein etwas verunfalltes Peace-Zeichen, viele Smileys, MMCVII und das vom Kind entdeckte Brandenburger Tor mit herziger Ersatz-Quadriga. Ach, das Berliner Herzland ist halt überall!
Über allem schimmerte sanft der fast volle Sommermond, der kaum an Höhe gewann. Dann ging es endlich los, und dem Kind klangen schnell die Ohren. Zwischendurch ging das Trottinett vergessen, die kurze kindliche Panik löste sich aber rasch wieder auf, als das rollende Teil wohlbehalten unter einer Festbank wartend wieder bestiegen werden konnte. Mit Stirnlampe wurde dem leicht beschwipsten Reiseleiter ins Urlaubsdomizil heimgeleuchtet und der war recht froh, dass es zur Begrüssung gleich so gründlich gekracht hatte.
Zickezackezickezacke.
Swissmas
Grautöne
Tschingelhörner
Damit der Besuch aus der grossen Stadt einen nahalpinen Eindruck mit nimmt, führt die Tour ins Glarnerland, ob Elm. Am Zürcher HB scheinen alle die gleiche Idee zu haben, Sonntagsausflug bei bestem Wanderwetter. Der Zug ist rappellvoll, die Leute aber meist durch die Bank gut drauf. Vorfreude ist doch die beste Freude. Kurz vor dem Ausflugsziel ein pittoresker Feldgottesdienst mit Alphörnern, nette Beigabe fürs Busfensterln. Am eigentlichen Zielort dann das übliche kindliche Lamento, Berg so gross und ich bin klein, doch die Schlange an der Seilbahn ist schlichtweg zu lang – pro Kabine 4 Personen, bei zwei Gondeln und 23 Wartenden macht das ungefähr Gondel Nummer 6, dies mal 15 Minuten gleich eine und eine halbe Stunde Wartezeit – NEIN.

Also wird verhandelt, zugeredet, gelockt, gestreichelt und gedrängt. Uffe gohts. Der zu Besuch weilende Naturbursche mit Sportlerwaden und Pferdelunge kriegt nach kurzer Zwischenrast keine Zeitvorgabe und darf solo durchstarten, Vater und Kind trödeln (wie auf Schweizer Verkehrsschildern immer noch sichtbar) Hand in Hand gemeinsam bergan hinein in die Tschinglenschlucht. In den freien Händen dann wahlweise Trekkingstöcke und Steine. Aussichten, Geschichten, Versprechungen, Wünsche und Träume lenken ab.
Die voralpine Flora und Fauna hilft zudem sehr, den Aufstieg halbwegs kindgerecht zu gestalten. Am Wegrand eine tote Waldspitzmaus, an der Nacktschnecken nagen, dort eine schwarze Hygromia cinctella, seltenen Sache, Kind wusste sofort Bescheid. Hier ein türkiser Falter, da ein feuerroter Flieger und nebenan ein interessanter Hornkäfer. Dann immer wieder die imposanten Felsstürze, die für die Einheimischen gar nicht glimpflich verliefen: allein der Elmer Bergsturz verursachte über 100 Tote! Über Schieferschutt und kleine Wasserläufe darf das Kind voran, Eisenketten sichern den Weg an kniffligen Stellen und an der Felswand sind Hinweistafeln verankert, die einem bewusst machen, dass das worauf man gerade geht, sich früher in einem Ur-Meer befand. Die tektonischen Platten von Europa und Afrika rieben sich und richteten vor 50 Millionen Jahren die Alpen auf, der fossile Glarner Hasenfisch zeugt davon. Das Kind füllt sich die Taschen mit kleinen Schieferplättchen, die dank allerlei Einschlüssen bunt in der Sonne funkeln.

Die elterliche Sorge vor einem Sturz in die Schlucht liess nie nach, war wohl besser so, denn es geht mächtig steil in die tosende Schlucht, wo grosse Wasserfälle den Tschinglenbach füllen. Endlich oben sitzen die gerade noch unten an der Station wartenden Glarner Hemdenträger bereits in der Alpwirtschaft, heute wird also zünftige Musik gegeben. Das Kind bekommt die versprochene Elmer Citro, der Vater auch und die Suche nach dem vorausgeeilten Besuch erfolgt. Handyempfang dürftig bis null, kein Empfang. Als wir den Besucher schon in der Schlucht wähnten, Handy nicht im Netz registriert – taucht der verschollen geglaubte Berggänger plötzlich wieder leibhaftig auf. Das Jodlerduo wechselt sich munter mit einem Schwyzerörgeli nebst Tuba ab, die Terasse ist voll besetzt, die Menschen glücklich und der Jochen aus Berlin zufrieden.

Er darf natürlich ein zweites Adler nehmen, und da seinem Urteil nach sowieso kein Alkohol in dem Glarner Biere sei, auch wieder alleine bergab schluchten. Der Vater mit dem Kind verkürzt derweil die Wartezeit auf die talwärts schwebende Gondel mit dem Blick auf eine wiederkäuende Gämse, welche mitten im Fels ruht. Das nächste Mal unbedingt das eigene Fernglas mitnehmen! Noch ein kurzer Blick zurück auf die Tschinglenhörner, die sich fast Wald-Disney-haft auf dem Segnamassiv türmen, dann heisst es Abschied nehmen von einer kleinen und dennoch formidablen Bergtour. Mit beinahe keinen Verletzten pünktlich retour, welcher Bergführer kann das schon von sich behaupten…

Beim Besteigen der Gondel haut sich der Hobbyschweizer dann doch noch seinen Dickschädel mächtig an die Kabine inklusive Sound und Sterne, typisch Flachländler halt. Beim Flug durch die Schlucht wird der Kopf langsam wieder klar, der talwärts rasende Schatten der Kabinengondel sorgt für Mikrofinsternisse auf dem Wanderweg. Unten wird es eine Punktlandung dann — der tosende Besucher trifft zeitgleich mit dem Bierbär an der Talstation ein. Exaktheit ist ein gutes Schweizer Mass.
Beim nächsten Mal ist dann endlich der Segna-Pass fällig, ick schwör.
God is in the house
and no one´s left in doubt.
Kirchentagsgänger sind leicht an ihren umgelegten Schals zu erkennen: ein BSR korrelierendes Orange war in Berlin der voll angesagte Farbton.
Dermassen angesagt, dass ich bereits am ersten Tag kurz vor dem eigentliche Ziel scheiterte. Dazu noch den zweiten Platten des Tages am Hinterrad des in der Hauptstadt präferierten Fahrrads, ganz toll. Ein Schal war
aber drin, immerhin. So ein Schal in der Masse von Schal-Trägern ist ja ein reiner Kommunikationsschal, der also sagt, dass man dazu gehöre und sich friedvoll für eine bessere Welt einsetzt, anstatt die Britische Botschaft und all die anderen im Regierungsviertel zu nötigen, ihre Flaggen auf Halbmast zu setzen. Und siehe, später färbte das Orange-Sujet sogar auf den netten Abend mit guten alten Kollegen ab. Das war doch wieder ein Zeichen! Zumindest aber bezeichnend.
Oh I wish he would come out.
Anderntags ging es in die Friedrichshainer Zwingli-Kirche zum Kultur fassen. Ob du es glaubst oder nicht, der Kirchturm fiel mir schon beim Ankommen auf dem Weg von Schönefeld zum Ostbahnhof gehörig ins Auge, weil Berufsehre, der hatte doch tatsächlich keine Zeiger an der
Kirchturmuhr! Oha, ganz schön fertig dieses Berlin dünkte mir, Sodom und Gomorrha dräuend keimte leise Hoffnung auf, dass sich daraus vielleicht noch etwas machen liesse. Dabei ist das Teil schon längst eine Kulturkirche und Event-orientiert und so fügte sich alles und halbwegs interessante Kunst dort und Vernissage-Häppchen da und natürlich orangefarbene Schals. Dazu für einen Hobbyzürcher quasi Heimspiel in der Ferne. Eine von mir angesprochene schwäbische Helferin konnte zwar keine Fragen beantworten, weil sie nur wusste, dass sie bis Samstag dort eingeteilt sei. Das hat sie mir freundlich gleich ein zweites Mal erklärt, als ich es mit einer anderen Frage probierte. Dafür konnte ich zwei unwissenden jungen Damen vor der Kirche erklären, wer der Mann mit Buch und Schwert sei, denn schliesslich würde ich den Kerl gut aus Zürich kennen, das ch dabei überdeutlich betonend. Den Namenspatron des Schuppens nicht mit einer kleinen Hirn-Kombi ausknobeln zu können, wunderte mich, vielleicht waren die beiden reine Paganen, wer weiss.
In der Kirche gab es ein Mobile beschnittener Portraits von Menschen verschiedener Kultur und Herkunft, ein weiteres Mobile mit brennenden Kerzen, verschieden grosse Lautsprecher wie Orgelpfeifen aufgestellt, welche man sitzend durch Beugen und Dehnen über die Kamera eines Computers steuern konnte
(ja, es kam Orgelmusik dabei raus). Es gab Roboter die in allen erdenklichen und im Internet auffindbaren Sprachen den Slogan des orangefarbenen Treffens repetierten, und noch so manch anderes Zeug, was ich weniger beachtete oder vielmehr nicht verstand. War auch nicht sooo wichtig, weil der Ausflug noch in eine Brachgemeinde auf dem Gelände des Ausbesserungswerkes der Deutschen Reichsbahn in Lichtenberg führen sollte, wo ein alter Bekannter den DJ gab und das ebenso alte Metallschrottherz zwischen zwei von einem Blitzschlag getroffenen Bäumen hing. Ohne zu schlagen zwar, dennoch als Symbol eindrücklich.
Das olle rostende Herz hing also wie eingewachsen und wurde zumindest an jenem Abend zur Kultstätte. Und Gott war DJ, wie so meist im Leben.
God is in the house.
Feierabend
Hass hilft
Alfabet
Adolf Hitler, dem sein Bart
Ist von ganz besondrer Art.
Kinder, da ist etwas faul:
Ein so kleiner Bart und ein so großes Maul.Balthasar war Bürstenbinder
Der hatte 27 Kinder
Die banden alle Bürsten.
Sie lebten nicht wie die Fürsten.Christine hatte eine Schürze
Die war von besonderer Kürze.
Sie hing sie nach hinten, sozusagen
Als Matrosenkragen.Die Dichter und die Denker
Holt in Deutschland der Henker.
Scheinen Mond und Sterne nicht
Ist die Kerze das einzige Licht.Eventuell bekommst du Eis
Heißt, daß man es noch nicht weiß.
Eventuell ist überall
Besser als auf keinen Fall.Ford hat ein Auto gebaut
Das fährt ein wenig laut.
Es ist nicht wasserdicht
Und fährt auch manchmal nicht.Gehorsam ist ein großes Wort
Meistens heißt es noch: Sofort.
Gern haben’s die Herrn.
Der Knecht hat’s nicht so gern.Hindenburg war ein schlechter General
Sein Krieg nahm ein böses Ende.
Die Deutschen sagten: Teufel noch mal
Den machen wir zum Präsidente.Indien ist ein reiches Land.
Die Engländer stehlen dort allerhand.
Die Leute in Indien
Müssen sich drein findien.Katzen sind, wenn sie geboren
Werden, meistens schon verloren.
Da man sie in Wasser hängt
Werden sie ertränkt.Luise heulte immer gleich.
Der Gärtner grub einen kleinen Teich.
Da kamen alle Tränen hinein:
Ein Frosch schwamm drin mit kühlem Bein.Mariechen auf der Mauer stund
Sie hatte Angst vor einem Hund.
Der Hund hatte Angst vor der Marie
Weil sie immer so laut schrie.Neugieriges Lieschen
Fand ein Radieschen
In Tantes Klavier.
Das Radieschen gehörte ihr.Oben im Himmel
Ist ein schwarzer Schimmel
Den zieht der liebe Gott.
Der Schimmel schreit: Hüh! Hott!Pfingsten
Sind die Geschenke am geringsten.
Während Geburtstag, Ostern und Weihnachten
Etwas einbrachten.Quallen im Sund
Sind kein schöner Fund.
Die roten beißen.
Aber man soll keinen Stein drauf schmeißen.
(Weil sie sonst reißen.)Reicher Mann und armer Mann
Standen da und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.Steff sitzt lang auf dem Abort
Denn er nimmt ein Buch nach dort.
Ist das Buch dann dick
Kommt er erst am nächsten Tag zurück.Tom hat einen Hut aus Holz.
Auf den ist er schrecklich stolz.
Er hat ein Nudelbrett aufs Klavier gelegt
Und ihn ausgesägt.Uhren wirft man nicht in die See.
Es tut ihnen zwar nicht weh
Sie können nur nicht schwimmen
Und werden danach nicht mehr stimmen.Veilchen stellt ein braves Kind
In ein Glas, wenn es sie find’t.
Findet sie jedoch die Kuh
Frißt sie sie und schmatzt dazu.Wie bös man’s mit dir meint
Darfst eines nicht vergessen:
Wenn der Rettich nicht weint
Wird er auch nicht gefressen.Xanthippe sprach zu Sokrates:
„Du bist schon wieder blau?“
Er sprach: „Bist du auch sicher des?“
Er gilt noch heut als Philosoph
Und sie als böse Frau.Ypern in Flandern
1917
Mancher, der diesen Ort gesehn
Sah nie mehr einen andern.Zwei Knaben stiegen auf eine Leiter
Der obere war etwas gescheiter.
Der untere war etwas dumm.
Auf einmal fiel die Leiter um.
Bertolt Brecht, 1934
Aus: Gedichte 1933-1938
In: Gesammelte Gedichte, Band 2, Frankfurt 1976
Lagerkoller
Löcherberg, Bärbelsbach, Lottereck, Hinterspring, Kirchloch, Überskopf, Mülbensattel, Kostspring, Holdersgrund, Hirschsprung, In den Mauern, Spinnersberg, Kreuzkopf, Holzhau, Bästenbach, Im Berg, Seebächle, Freiersberg, In den Gassen, Holchen, Hirziglenzeneck, Hinterfreiersbach.
Schon auf der Anreise bergan bei heissem Sommerwetter fällt mir die Fahne von S04 vor einem kinderreichen Haus auf. Schalke im Schwarzwald? Man muss schon etwas genauer hinschauen, um sie nicht mit der farbengleichen KSC-Standarte zu verwechseln, welche im Badischen Land natürlich eindeutig in der Überzahl ist. Schön und gut und fast schon sympathisch neben regionalen, nationalen und dem beider Bundesbranchenführer mal ein anderes Vereinssymbol ins Sehfeld zu bekommen. Den grössten Jungen vorm Haus frage ich keuchend nach dem Weg und ob der noch weit sei. Am nächsten Tag inspiziere ich die Fahne dann gründlich. Unleserlich hängt sie eher schlaff am Mast. Beim Frühstück frage ich mich noch, ob es nicht eine der Hitze geschuldete Fata Morgana und vielleicht doch das nordbadische Vereinswappen sei. Der grosse Junge spielt mit seinen Geschwistern hinterm Haus, er erkennt mich und bestätigt, dass es keine optische Täuschung ist. Schal-keee – Schal-kee, Schal-keee – Schal-kee.
Im örtlichen Schwimmbad dann die erwartbar deftige Mischung: eingeborene Wilde, die an Festtischen mit stationärem Fastfood und Getränkekisten ein ausuferndes Geburtstagsfest feiern, dazwischen ordinäre Familienurlauber, dann wieder Ortsansässige, die ihre Tattoos offen zur Schau tragen, im Schatten ist ein Mann konzentriert in «Angelique und die Hoffnung» versunken.
Original Amazon-Kundenrezension:
Angelique wünscht sich zur Krönung ihrer Liebe zu Joffrey erneut ein Kind und kommt im schwülen Salem mit Zwillingen nieder.
Dort ereilt sie auch die Nachricht das ihr Erzfeind Pater D’Orgeval als Märtyrer bei den Indianern gestorben ist.
Es wird ausserdem die Geschichte um Ihre Kinder weitererzählt:
Ihre beiden ältesten Söhne die in Versailles dem König dienen, der noch immer hofft das Angelique eines Tages zurückkommt.
Und ihre kleien Tochter die in einem Kloster erzogen werden soll.
Doch ber all demn hängt noch immer der Schatten ihres großen Feindes. Ist er wirklich Tod?
[sic!]
Obendrein und mittenmang eine 50-köpfige Jugendgruppe aus Dorsten — Feriencamp St. Agatha steht neongelb auf einer Betreuerjacke. Langsam kommt mir alles wie ein riesiger Ruhrgebietsschlager vor. Keine Schalke-Handtücher, nur eines von der gelbschwarzen Konkurrenz. Aber: heranwachsende Mädchen fragen sich wie das nun heisst wo Schalke mitspielt. EM? Nein, weiss ein anderes Mädchen mit Zahnspange und dekliniert: EM, WM und DM. Immerhin, wichtig ist aufm Platz.
Zurück im Familienferienbiotop treffen sich die erholungssuchenden Erziehungsberechtigten nach der abendlichen Bettruhe ihrer allmählich verwildernden Brut am rustikalen Vespertisch hinterm Haus, um sich die prozenthaltige Beruhigungsmittel einzuflössen, welche für erholsamen Familienfrieden unabdinglich sind. Schliesslich ruft die fröhliche Kinderschar ab 7.30 Uhr pünktlich zum Morgenappell und will ihr Futter haben. Ein Teil jenes Futters wird dann (heimlich) für Ziegen, Ponies, Hasen und Katzen abgezweigt. Die Kleintiere geniessen offensichtlich völlig gelassen jenen Überfluss, welcher im Viertelstundentakt von immer wieder neuen Frühaufstehern durch ihre mitgebrachten Köstlichkeiten am versiegen gehindert wird. Mir schien eine der beiden Geissen trächtig zu sein, was aber die Bäuerin mit Hinweis auf die gute Kost lächelnd verneint. Die eigene Körpermitte wird derweil mit Klostergebräu gepflegt.
Delikat Essen LXVII
Nach Geschmack
Die Salzburger Stier Preisträgerin 2016 Uta Köbernick singt und spielt im Bundeshaus zu Wiedikon am 6. März um 20.30 Uhr.
Als kleines Geschmacksmuster hier ihr «Lied zum Tag» aus PET:
L’art est mort. Vive DADA!
131115

Die Grenzen des guten Geschmacks (2)
Was diese Grenzen anbelangt,
So ist bekannt, ja anerkannt
Dass sie meistens fliessend sind
Das sagtest du, trinkend
Ich war in Gedanken fort,
Dies schien ein nahezu perfekter Ort
für derlei Plauderei zu sein
Mir fiel nichts bessres ein
Allein ich war nicht sicher:
Würden wir verweiln?Unsre Worte werden leiser,
Sie verschwinden in der Weise
einer Zeichnung hier im Sande
Es gibt kein Leben ohne Schande!
Jetzt wo fremde Schiffe stranden
Ist erst recht nichts überstandenWie man vielleicht bemerken kann:
Ich schweife ab, so dann und wann
Passiert dergleichen in der letzten Zeit
Ich bin ein wenig überreizt
So geht es, wenn man keine Grenzen setzen kann
Doch was diese Grenzen anbelangt,
So ist bekannt, ja anerkannt
Dass sie meistens fliessend sind
Das sagtest du ein Sprite trinkend,
Ich war in Gedanken fort,
Dies schien ein nahezu perfekter Ort
für derlei Plauderei zu sein
Mir fiel nichts bessres ein
Allein ich war nicht sicher:
Würden wir verweiln?
Writer(s): Jan Mueller, Arne Zank, Dirk von Lowtzow
Copyright: Hanseatic Musikverlag Gmbh & Co. Kg
Strobl nervt
Seine Schwester fand ich ja ganz nett. Ihre regionale Karriere als Geräteturnerin verfolgte ich mit lokalpatriotisch angehauchtem Schülerenthusiasmus gerne. Während der Grundschulzeit war meine Klassenkameradin eine richtige kleine Berühmtheit in meiner Schule. Ihren Bruder Thomas lernte ich erst später auf dem Gymnasium kennen, nämlich in der SMV (Schüler-Mit-Vertretung), eine Art Plenum der Klassensprecher mit Beisitz eines von den Schülern gewählten Vertrauenslehrers.
Thomas war irgendwie anders, er war brav seitengescheitelt und Mitglied in einer damals irrelevanten Schülerunion. Es war die bundesrepublikanische SPD-Hoch-Zeit von Brand/Wehner/Schmidt, Annäherung durch Wandel, mehr Demokratie wagen, Kniefall und in jener von der RAF-BRD-Auseinandersetzung innenpolitisch geprägten gerade noch Prä-Grün-Ära waren ein Strauss, Dregger & Co. einfach viel zu deftig und altbacken für weltoffene und revolutionsbereite junge Grossstädter. Dass mit der Schülerunion die Konservativen ganz bewusst der langsam wegbrechenden Wählerklientel der Weltkriegsgeneration entgegenwirkten, entging mir völlig. Thomas und seine eins zwei Mithansel konnte und wollte ich damals einfach nicht ernst nehmen. Spürbar war allerdings, dass der Thomas tapfer ein Vakuum ausfüllte.
Thomas war also gewissermassen Exot, der sich an linken Positionen rieb und seltsam angepasst daherkam. In der Schule war er mehr schlecht als recht, er wurde gerade so versetzt und es gab unter uns Schülern Gerüchte, dass nicht alles mit rechten Dinge zugehe, er – weil politisch rechts und systemkonform – quasi einen Sonderstatus bei der Lehrerschaft inne hätte. Zwar tröpfelten die 68er selbst in meiner konservativen Schule langsam ins Lehrerkollegium, aber Ministerpräsident im Ländle war zu jener Zeit noch ein gewisser Dr. Filbinger, ein Marinerichter a. D.. Unter den Talaren war tatsächlich immer noch der Muff von tausend Jahren.
Thomas aber zog sein Ding durch: CDU-Lokalpolitiker, Gemeinderat, erst Landtags- dann Bundestagsabgeordneter, hinzu kam die Heirat einer Schäuble-Tochter. Schliesslich Baden-Württembergischer Generalsekretär, Landesvorsitzender und stellvertretender Bundesvorsitzender. Dass es mit dem Ministerpräsidentenamt entgegen meiner Befürchtung noch nicht geklappt hat, hat nicht nur mich überrascht. Thomas dachte wohl das Ding sei bereits gegessen, hatte jedoch vor der Mitgliederbefragung seiner Partei eindeutig unterperformt, weil zu arrogant, abgehoben und eben siegessicher. Er menschelte einfach nicht genug und die Landespartei zog es ganz pragmatisch vor, mit einer CDU-Version vom wertkonservativen Kretschmann die Macht in Deutsch-Südwest wieder erlangen zu wollen.
Nun erleichterte sich der Thomas süffisant in die TV-Kameras lächelnd mit einem «der Grieche hat jetzt lange genug genervt». Pauschalisierung und Vereinfachung sind ein probates Mittel der populistischen Meinungsmache. Aber auch Öl ins Feuer der Entrüstung über die wirtschaftliche Vormacht der Teutonen in Europa. Denn weil der Teutone bei den Exportweltmeisterschaften immer aufs Treppchen kommt, hat er genug Bares erwirtschaftet was nicht weiter ausgebeutet werden kann, sondern — Hase im Pfeffer — gegen Zins pekunär Bedürftigen verliehen werden muss, um weiterhin profitabel zu bleiben. Kapitalismus vs. tendenzieller Fall der Profitrate usw. etc.. Darum ist es der teutonische Streber, welcher mit seinem permanenten Zuviel nervt: umgeschuldeter Verlierer zweier Weltkriege, kauft sich für fast nix Neufünfland zurück und ist immer noch solvent. Hm.
Sicher ist es familiär belastend, wenn der Schwiegervater als Exponent der teutonischen Marktmacht nicht gerade freundlich karikiert wird, klar kann man bei dem emotionalen Stress auch mal einen raushauen. Das hat der Thomas schon immer gerne gemacht. Als Generalsekretär nahm er das Panzerlied in ein Liederbuch auf, dessen Auflage anschliessend auf Geheiss vom damaligen CDU-Landeschef Oettinger «Ein solches Lied hat in keinem Liederbuch etwas verloren…» eingestampft werden musste. Jaja, der Thomas kann auch einstecken, wie sein rechter Schmiss am linken Mundwinkel wohl beweisen soll: als Mitglied einer pflichtschlagenden Studenten-Verbindung hatte Thomas es bestimmt super lustig in Heidelberg, wahrscheinlich sogar weil ihm eine rein gehauen wurde.
Ziemlich schadenfroh verfolge ich, dass sich die mit ihrer langweiligen Angepasstheit, dabei aber machtbewusst und bis in die Haarspitzen karrieregeile Boygroup von Wulff, Koch, Röttgen und vor allem Thomas Strobl zumindest bundesweit nie hat durchsetzen können. All diese seitengescheitelten Laffen gehen nicht als rechte Kronprinzen durch. Höchstens als biedere Schwiegersöhne.
Und Thomas: der Grieche wird auch weiterhin nerven. Versprochen. Ganz vielleicht schlägt er auch irgendwann zurück. Oder der Spanier. Oder der Italiener. Oder ich.























