
(Lee „Scratch“ Perry, einst Einsiedler Unikum, 1936-2021)
Kategorie: Andere Spinner
Tempelhof
Extratortour
Hybsche Velofahrt zu Bildhauer Nicolas Micro in Ottenbach an der Reuss mit Kurz-Visite zum Abschluss der Runde vor Ort; very nice guy indeed, just as weather, food and local people. Skulpturengang mit Plan & Beschrieb dort.
(pics by andrea & res ´21)
Next stop Olten an der Aare, falls die Pegel es erlauben…
Willkommenskultur
Biohack
Impfgrist
Impfkirche
«Wir wussten, dass wir irgendwann Impfstoffe bekommen aber in unseren Praxis-Räumlichkeiten nicht genügend Platz für die Impfaktion wäre. Nach unserer Anfrage bei der Kirchgemeinde und einer Besichtigung der Räume mit dem hilfsbereiten Sigristen fiel schnell der Entscheid, dass sich die vis-à-vis gelegene Kirche optimal für diesen Zweck eignen würde» erklärt Dr. med. Jürg Leuthard von der Medix Notfallpraxis.
Die Citykirche Offener St. Jakob hat eine lange Tradition der teilweise unkonventionellen Kirchen-Nutzung. «Für uns am Standort war natürlich klar, dass wir hier natürlich die Hand reichen und die Räumlichkeiten für diesen Zweck zur Verfügung stellen werden» erläutert Chef-Sigrist Andreas Peter. Die Tradition vom ehedem knapp ausserhalb der Stadt gelegenen Seuchenhauses zu St. Jakob würde so zudem schlüssig fortgeführt. Die gut 300 Impftermine am ersten Tag waren rasch ausgebucht und die Premiere an der ungewöhnlichen Impfstätte ging fast reibungslos über die Bühne, wäre nicht kurz vor Schichtende überflüssigerweise Trulla-Alarm ausgelöst worden.
Es bleibt dennoch der faszinierte Eindruck einer speziellen Aura der Dankbarkeit von den Corona-müden Impflingen haften, welche deutlich wahrnehmbar im Kirchenraum waberte. Vielleicht Heiliger Geist, zumindest auch Vorgeschmack auf Weihrauch 3.0.
(Interviews & Text: Andrea Bauhof)
Jakobsleiter
Nachdem die Resultate der repetitiven Testreihe bei einem Zwischenstand von 10-0 für den Hobbytester gegen das Virus eine deutliche Sprache sprechen, startet als nächste Offensive das lange geplante Impfcenter. Eine weitere Chance zur Immunisierung, zumal in der digitalen Warteschlange auf Vacme innert Minuten alle 54.000 Mai-Termine im Kanton Zürich schnell geklickt waren. Der Umschlag von Quantität in Qualität ist in der reichen Welt bereits erkennbar und sollte rasch erfolgen, will man mutierte Varianten einigermassen im Zaume halten. Hase-Igel nur Hilfsausdruck. Und der olle Jakob freut sich bestimmt angesichts der Karriere vom Siechenhaus zur Impfstation, die uns den Himmel auf Erden wieder etwas näher bringen sollte…
Testcentertest
A-Note
Zentral gelegen, unweit Arbeitsstelle, viel Veloparkraum. Grosszügiger Zeltbau fungiert als Schleuse. Vorne rein, hinten raus. Empfang freundlich, Wartezeit trotz Termins zu lang.
B-Note
Personal professionelles Outfit plus Handling. Ganze Prozedur bis zur Verkündigung satte sechs Stunden – ein Schnelltest geht schneller. Spontane EDV-Havarie berücksichtigt, Hilfspunkt für vorösterlichen Besucherandrang. Ergebnis wie gehabt.
Sauglattismus
In der nett gehypten Sprechblase Clubhouse wird schier endlos gelabert. Wildes Vernetzen und eitler Jahrmarkt nur Hilfsausdrücke. Zahllose Lebensberatungen und allerlei Coachings werden geboten. Einige Perlen abseits der Talks von Gottschalk, Hayali oder Elon Musk sind noch zu finden, falls man clever sucht und folgt. Als elitäres Eintrittsbillet gilt noch das iPhone, doch sollen bald schon die Androiden mit tun dürfen, obwohl es bereits jetzt vermehrt trollt und grollt.
Shout – I am talking to you
Die Authentizität der menschlichen Stimme ist in der dank Corona ewig währenden Fastenzeit quasi ein Alleinstellungsmerkmal geworden, ein sozialer Anker angesichts der sintflutartigen Quarantäne von Bars, Clubs, Messen und anderer öffentlicher Hubs. Der Austausch via virtuellem Stammtisch erscheint dabei ein My persönlicher als Instagram, Twitter und andere verschriftlichte oder bebilderte soziale Medien. Womöglich krault Stimme ähnlich gut wie Mensch manch Fell.
Laugh never fails
Noch ist die Audioapp für richtig schicke Klangbilder trotz aller vorschaltbaren Technik nicht wirklich geeignet, da muss wohl erst die erwartbare Monetarisierung zünden. Bevor es aber die Zuckerberger dann völlig versüssen, herrscht ein turbulentes Chaos und neben globalisiertem Lachyoga gibt es immer was zum Schmunzeln, vor allem wenn sich in esoterisch illuminierten Oasen die Chakren öffnen und das Audio kosmisch blubbert.
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Mein erstes Mal
Normalzustand
Delikat Essen CVIII
Kriechspur
Auf den gut 2000 Höhenmetern des Oberengadiner Seitentals Val Bernina wird für den Unterländer Hobbyausflügler die Luft bereits etwas dünn. Bunte Farben flirren wie wild über den Schneeteppich und es scheint, als wäre die gleissende Sonne eine transzendente Discokugel. Die monotone Konzentration auf Schritt und Tritt wirkt fast meditativ. Geh-Rhythmus und Atem-Tempo üben ein inniges Duett, welches bei den kurzen Anstiegen aus einem gemächlichen Largo in ein wildes Allegro auszubrechen droht, bevor ein obskures Metronom am Wegrand an das Adagio erinnert und letztlich sich alles in einem endorphingesättigten Lento karthatisch prima auflöst.
Langsamverkehr-Netz Bündnerland
Round and round and round it goes
Where it stops – nobody knows.
Eingeführt in die Magie des gefadeten Hyper-Bass nebst enormer Loop-ings hatte einst Djane La Hopf am Montagabend, als im Myśliwska der Galatassaray-Tanz-Kulübü solange die Nachbarn wollten tagte, während übermütige Freizeit-Boxer ihren Wasserhaushalt mit Bier egalisierten. Wenig später genasführt von Sirqus Alfon und nicht mal ich wollte mit mir zum Live-Konzert von Daft Punk. Around the world aber blieb eines der wenigen Liedgüter, bei denen selbst der Hobbyschweizer öffentlich ganz gerne zum Problemtänzer wurde.
Vorüber rauscht die Jugendzeit, gehört doch der Rausch popkulturell zur Jugend und verspricht selbige auf ewig.
Thank you for the music, the songs I’m singing
Thanks for all the joy they’re bringing
Who can live without it, I ask in all honesty
What would life be
Without a song or a dance what are we
So I say thank you for the music
For giving it to me
Love never fails
Templer
Das ist die Sehnsucht
Das ist die Sehnsucht:
wohnen im Gewoge
und keine Heimat haben in der Zeit.Und das sind Wünsche:
leise Dialoge
täglicher Stunden mit der Ewigkeit.Und das ist Leben.
Bis aus einem Gestern die einsamste Stunde steigt,
die, anders lächelnd als die andern Schwestern,
dem Ewigen entgegenschweigt.
Aus: Frühe Gedichte von Rainer Maria Rilke (1875 – 1926), eigentlich René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke, österreichischer Erzähler und Lyriker







































