Im Rahmen des Projekts Kunstpassanten sind ich & Co. vom Treffpunkt im Zürcher Hbf aus erst kreuz und quer durch die Stadt und dann bis nach Schlieren (jwd) mitgegangen. Unser Anführer San Keller (nach dem ein ganzes Museum benannt ist) macht ganz lustige Konzeptkunst und stellte diese Führung durch die Zürcher Gemeinde unter das Motto „Egal“.

Sein gesamtes Honorar von immerhin achthundert Stutz teilte Meister San unter denjenigen auf, die auf dieser 5 Stunden (Tor-)Tour durch Zürich bis raus in die Agglo im Limmattal mehrheitsfähige Sehenswürdigkeiten vorschlugen, an Ort und Stelle der Attraktion angelangt hierzu referierten und selbstverständlich bis zum Ende der Veranstaltung tapfer durchhielten. Dieser Ansatz von egalitärer Teilhabe respektive pekuniärer Umverteilung durch San Keller ist bemerkenswert und lässt subtile Kapitalismuskritik durchscheinen.

Aufgrund der geplanten Übernahme der Führung durch die Teilnehmer wusste selbst Moderator San Keller nicht wo die Aktion hinführt bzw. endet — ein gängiges Motiv bei vielen seiner heiteren Unternehmungen. Überhaupt sollte man bei Teilnahme an Kellerschen Aktionen besser eine mehr als hundertprozentige Fitness mitbringen, wie man dem jüngsten Stellenangebot der San Dance Company entnehmen kann:

Unser gemeinsamer Weg der Erkenntnis führte u. a. von grossbanksubventionierter Granitkunst im öffentlichen Raum über teils menschenverachtende als auch wohnwertsteigernd gestaltete Hinterhöfe, vom noch kranlosen Limmatquai zu den von Sigmar Polke neu gestalteten Fenstern des Grossmünsters, dem Kunsthof mit einem roten Berliner Kleinbus über neckisch beflaggte Neubauten bis hin zu Ateliers am Limmatufer in Schlieren.
Der Extremsportler San Keller verteilte nicht nur sein Honorar um, sondern lud zusätzlich alle bis zum Finale Dabeigebliebenen (immerhin noch ein gutes Dutzend von anfänglich über fünfzig Lustwandlern) zu einem abschliessenden Feierabendtrunk auf seine Kosten ein!

Stella aber wollte unbedingt nach Hause und der Bus von Schlieren zurück war eine reine Wohltat für meinen wehleidigen Körper.